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Gerichtsverhandlung Saudische Staatsanwaltschaft fordert in Khashoggi-Prozess die Todesstrafe

Immer mehr Details werden im Fall des getöteten Journalisten Khashoggi bekannt. Dennoch ist noch vieles unklar – das soll ein Prozess ändern.
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Saudi-Arabien hatte zunächst bestritten, dass der Journalist im Konsulat des Landes Istanbul getötet wurde. Quelle: AP
Jamal Khashoggi

Saudi-Arabien hatte zunächst bestritten, dass der Journalist im Konsulat des Landes Istanbul getötet wurde.

(Foto: AP)

Dubai, Riad Drei Monate nach dem Mord an dem regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat in Saudi-Arabien der Prozess gegen elf Verdächtige begonnen. Die mutmaßlichen Täter seien am Donnerstag vor dem Gericht in der Hauptstadt Riad erschienen, teilte Generalstaatsanwalt Saud al-Mudschib in einer Stellungnahme mit.

Die Anklageschrift sei verlesen worden. „Während der ersten Anhörung fragten die Verteidiger nach einer Kopie der Anklageschrift und Zeit, um auf diese zu reagieren. Dem Antrag der Verteidiger wurde stattgegeben“, heißt es in der Mitteilung. Ein Datum für die Fortsetzung der Verhandlung wurde nicht genannt. Die Staatsanwaltschaft fordert in fünf Fällen die Todesstrafe.

Der regierungskritische Journalist war bei einem Besuch des saudiarabischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober unter ungeklärten Umständen verschwunden. Saudi-Arabien hatte zunächst bestritten, dass Khashoggi in dem Konsulat getötet wurde. Später erklärte das Königreich, der Mann sei bei einer Schlägerei in der diplomatischen Vertretung ums Leben gekommen.

Eine Reihe von Indizien rückte Thronfolger Mohammed bin Salman, den Sohn des Königs, in die Nähe der Tat. Medienberichten zufolge geht der US-Auslandsgeheimdienst CIA davon aus, dass er der Drahtzieher ist. US-Präsident Donald Trump jedoch ging nicht gegen den Thronfolger vor und verwies unter anderem auf die guten wirtschaftlichen Beziehungen und Waffendeals mit Saudi-Arabien.

Riad beharrt darauf, der Kronprinz habe nichts von den Mordplänen gewusst. Die Türkei wirft Saudi-Arabien vor, Agenten in die Türkei geflogen zu haben, um den Journalisten zu ermorden. Seine Leiche sei zerstückelt und beseitigt worden. Der Leichnam wurde bislang nicht gefunden. Der Fall hat dem internationalen Ansehen des erzkonservativen Königreiches sehr geschadet und belastet dessen Beziehungen zu westlichen Staaten.

Nach Angaben der saudischen Generalanwaltschaft befragten die Ermittler in dem Fall auch andere Verdächtige, nannte aber keine weiteren Details. Außerdem sei die türkische Regierung gebeten worden, Erkenntnisse zur Tat mit den Ermittlern zu teilen.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Riad hatte im November die Anklage von elf - namentlich nicht genannten - saudischen Männern bekanntgegeben. Als Drahtzieher präsentierten sie den ehemaligen Vizechef des Geheimdienstes, Ahmed al-Asiri. Auch der Vertraute des Thronfolgers und hochrangige Regierungsmitarbeiter Saud al-Kahtani wird beschuldigt, an der Organisation der Tat beteiligt gewesen zu sein. Er scheint den zugänglichen Informationen zufolge aber nicht Teil des Prozesses zu sein.

  • rtr
  • dpa
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