Gesetzesvorhaben Britisches Unterhaus stimmt für die Homo-Ehe

In Großbritannien dürfen nach einer Abstimmung im Unterhaus künftig auch homosexuelle Paare formal Ehen eingehen. Das Parlament stimmte mit einer Mehrheit für den Gesetzentwurf. Nun ist das Oberhaus an der Reihe.
Update: 05.02.2013 - 21:31 Uhr 11 Kommentare
Das Gesetzesvorhaben, nach dem sich Schwule und Lesben standesamtlich trauen lassen dürfen, wurde angenommen. Quelle: AFP

Das Gesetzesvorhaben, nach dem sich Schwule und Lesben standesamtlich trauen lassen dürfen, wurde angenommen.

(Foto: AFP)

LondonIn Großbritannien dürfen nach einer Abstimmung im Unterhaus künftig auch homosexuelle Paare formal Ehen eingehen. Das Parlament stimmte mit einer Mehrheit von 400 zu 175 Stimmen für den von der Regierung eingebrachten Gesetzentwurf. Das Gesetz muss noch vom Oberhaus abgesegnet werden. Nach Schätzungen der Opposition haben bis zu 139 Abgeordnete der konservativen Partei von Premierminister David Cameron gegen den Entwurf der Regierung gestimmt.

Das bedeutet eine erneute Ohrfeige für den Premier. Eine parteiinterne Fraktion von Abweichlern hatte bereits bei wichtigen Abstimmungen, etwa zu Europa und zur Reform des Oberhauses gegen ihn Opposition gemacht. Zuletzt waren die Konservativen bei einer Abstimmung zur Neuordnung der Wahlkreise unterlegen. Ihr liberaldemokratischer Koalitionspartner hatte mit der Labour-Opposition gestimmt.

Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass homosexuelle Paare sowohl zivil als auch kirchlich heiraten können. Kirchliche Gemeinschaften haben jedoch ein Wahlrecht, ob sie solche Eheschließungen zulassen wollen. Die anglikanischen Hauptkirchen in ihrer jeweiligen Region - die Church of England und die Church in Wales - dürfen per Gesetz allerdings weiterhin keine Homosexuellen trauen.

„Die Ehe ist eine großartige Institution und sie sollte da sein für Menschen, die homosexuell sind und für Menschen, die das nicht sind“, sagte Cameron, der an der sechsstündigen Debatte im Parlament selbst nicht teilnahm. „Es ist wichtig für unser Land und unsere Gesellschaft.“

  • dpa
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11 Kommentare zu "Gesetzesvorhaben: Britisches Unterhaus stimmt für die Homo-Ehe"

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  • Keine Ahnung, was bei Ihnen Bände spricht, und was die ach so "weitsichtigen Politiker" anbelangt...
    ..ich hab bisher noch keinen kennengelernt, gehe daher von Wunschdenken Ihrerseits aus.

    Fakt ist, wenn man gleichgeschlechtliche Beziehungen der klassischen Ehe gleichstellt, wertet man letztere automatisch ab! Sie ist dann nichts besonderes mehr, sondern "Ehe unter vielen"!

    Wundern würde mich das "Erzwingen" der Homo-Ehe in D durch einen "Europäischen Gerichtshof" indes nicht. Dies würde sich nahtlos in den wahnwitzigen Zeitgeist einfügen, nach dem jegliche Unterschiede im menschlichen Dasein zu einem geschmacklosen Einheitsbrei zu verquirlen sind...

  • Es wäre nicht schlecht, wenn Sie ein wenig spezifischer argumentieren!

  • Ihre Behauptungen sind, gelinde gesagt, argumentativ nicht zu halten. Ein Echo aus der Vergangeheit.

  • @Ockhams_Rasiermesser

    ".. Sprache einem Wandel unterworfen und Informationen einem Wort hizugefügt werden können..."

    Ja, wenn es sinnvoll ist. Oder als Resultat eines natürlich Prozesses. Beides trifft meiner Meinung nach beim Wort Ehe nicht zu. Rein linguistisch erkenne ich nur Nachteile, den es gibt bereits adäquate Bezeichnungen für Lebensgemeinschaften von Mann und Frau und für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Ehe ist ausserdem auch ein rechtlicher Begriff. Da muss es auch rechtlich Sinn machen diese verschiedene Formen von Lebensgemeinschaften in einen Topf zu werfen. Ich denke insbesondere am Adoptionsrecht und Bestimmungen zur Fortpflanzungsmedizin, aus denen sich derzeit aus guten und wichtigen Gründen Priviligien für die Ehe ergeben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • "Das Wort Ehe hat eben einen bestimmten Informationsgehalt, und die Sprache ist auch dafür da, um zu differenzieren, damit ein getreues Bild der Realität kommuniziert wird."

    Das Sprache einem Wandel unterworfen und Informationen einem Wort hizugefügt werden können, verkennen Sie völlig.


  • nun, dass Sie nachts um 1:48 nicht neben Ihrer Zweier-Beziehung ruhen, spricht ja Bände.

    Im Übrigen handelt es sich hierbei nicht um ein Urteil, sondern ein Gesetz, offenbar geschaffen von weitsichtigen Politikern. Denn im Herbst wird aller Voraussicht nach auch der Europäische Gerichtshof entsprechend urteilen und damit auch in Deutschland entsprechende Gesetze erzwingen, und das ist gut so!


  • Wenn die Ehe auf das Kinder kriegen ausgerichtet ist, dann sollten wir die Ehe Paaren, die keine Kinder (mehr) bekommen können aberkennen.

  • Ich erkenne keinen Sinn darin Lebensgemeinschaften von gleichgeschlechtlichen Paaren "Ehen" zu nennen. Das Wort Ehe hat eben einen bestimmten Informationsgehalt, und die Sprache ist auch dafür da, um zu differenzieren, damit ein getreues Bild der Realität kommuniziert wird.

    Lebensgemeinschaften von gleichheschlechtlichen Paaren sind nicht das Selbe wie Lebensgemeinschaften von Mann und Frau. Die Besonderheiten der Ehe bestehen nicht nur darin, dass Eheleute in "unzertrennlicher" Gemeinschaft leben und sich Beistand leisten.

    Ehen können Voraussetzung für besonders kindgerechte Familienkonstellationen sein. Das Kinderkriegen in der Ehe ist grundsätzlich immer ethisch unbedenklich. Ehepaare können, wenn sie es möchten, gemeinsam entscheiden Kinder zu zeugen und sie grosszuziehen. Sie können diese Entscheidung ganz alleine, ohne Abhängigkeit von Dritten treffen.

    Andererseits wird es immer ernste, begründete ethische Bedenken geben, wenn gleichgeschlechtlichen Paare "eigene" Kinder haben wollen. Das betrifft insbesondere Männerpaare die nur im Wege der Leihmutterschaft "eigene" Kinder bekommen können.
    Und lesbische Paare, die dafür eine Samenspende brauchen, müssen beschliessen "ihren" Kindern die Vaterfigur gänzlich vorzuenthalten. Sie sagen sie können dies kompensieren, indem sie darauf schauen, dass die Kinder im familiären Umfeld männliche Ersatzbezugspersonen haben, aber hierbei handelt es sich wohl leider um einen Kompromis zu lasten der Kinder.

    Die Unterschiede sind unübersehbar und fundamental.

    Homosexuelle nennen ihre Familien "Regenbogenfamilien" und differenzieren damit bewusst. Warum wollen sie aber, dass bei der Form der Lebensgemeinschaft von Erwachsenen nicht differenziert wird?

  • Ehrlich, mir geht dies Urteil einfach nicht weit genug...
    ...bitte in Zukunft auch Vielweiberei in den Ehestatus erheben, ich fühle mich in meiner überkommenen Zweierbeziehung nämlich auf´s Schlimmste diskriminiert!

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