Gesunkenes Schiff vor Lampedusa Politiker fordern Umdenken nach Flüchtlingsdrama

Auch am Tag nach der Tragödie mit mehr als 100 toten Flüchtlingen ist Italien geschockt. Es herrscht Staatstrauer, Politiker fordern Konsequenzen. Vor der Insel Lampedusa werden weitere Leichen geborgen.
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Italiens Innenminister Angelino Alfano: „Das ist ein europäisches Drama.“ Quelle: ap

Italiens Innenminister Angelino Alfano: „Das ist ein europäisches Drama.“

(Foto: ap)

Rom/LampedusaNach dem tödlichen Flüchtlingsdrama vor der Insel Lampedusa haben italienische Politiker ein Umdenken in der Einwanderungspolitik verlangt. „Wir werden laut unsere Stimme in Europa erheben, um die Regeln zu ändern, die die ganze Last der illegalen Einwanderung auf die Länder des ersten Eintritts abwälzen“, sagte Innenminister und Vize-Regierungschef Angelino Alfano am Freitag dem TV-Sender Canale 5.

Staatspräsident Napolitano hatte bereits am Donnerstag eine Änderung der Gesetze gefordert. Eine schnelle Überprüfung von Normen, die eine Aufnahmepolitik verhinderten, sei nun notwendig, sagte er in einem Interview von Radio Vatikan. „Es ist auch eine Frage von Mitteln, eine Frage des Eingreifens, eine Frage von Verantwortung und eine Diskussion, die absolut nicht nur italienisch sein kann.“ Napolitano bezeichnete das Flüchtlingsdrama als „Schande und Horror“.

Die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, forderte politische Konsequenzen. „Nach diesen Toten erwarten wir, dass sich etwas ändert. Die Dinge können so nicht weitergehen“, sagte die Bürgermeisterin der Insel von nur 6.000 Einwohnern.

Viele italienische Politiker forderten am Freitag mehr Unterstützung aus der EU. „Dieses Meer bildet die Grenze zwischen Afrika und Europa und nicht zwischen Afrika und Sizilien und deshalb muss sie mit Schiffen und Flugzeugen effektiver gesichert werden, als das momentan der Fall ist. So sinkt auch das Risiko von Toten“, sagte Innenminister Alfano. „Das ist ein europäisches Drama.“ Er kündigte an, in Brüssel mit der EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström über das Thema zu sprechen.

Rettungs- und Bergungsarbeiten gehen weiter
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14 Kommentare zu "Gesunkenes Schiff vor Lampedusa: Politiker fordern Umdenken nach Flüchtlingsdrama"

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  • "Es kann ja wohl nicht angehen, dass wir nur immer die Afikaner aufnehmen udn nichts tun, um die Not in den verursachenden Ländern beseitigen. "
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    Die Not in diesen Ländern wurde durch die herrschenden Clans verursacht und sind nicht unser Problem. Ebenso wenig die Bevölkerungsexplosion dort. Bohre einen Brunnen und schon werden die alles kahlfressenden Ziegenherden und die Bevölkerung verdoppelt und verdreifacht. Die Desertifikation des Sahel ist die Folge davon.
    Man erinnere sich nur an das Paradebeispiel Rhodesien: Einst die reiche Kornkammer(!) Zentralafrikas ist es heute ein Failed State unter dem Regime eines Mordbrenners, der seine Millionen/Milliarden im Ausland bunkert, in Saus und Braus lebt und das Land zu seiner Beute gemacht hat, während seine Schergen die Menschen drangsalieren. Nein, Afrikas Probleme sind hausgemacht durch Unfähigkeit und grassierende Korruption. Die einzige Ausnahme ist m.W. Botswana, das man gerne die Schweiz Afrikas nennt.

  • "Ich meine schon, dass viele der Flüchtlinge politische Gründe haben. "
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    Das sehe ich anders. Dann wundert es mich nämlich, daß auf diesen Booten immer nur junge, kräftige Männer zu sehen sind.
    Nein, ich denke, daß 99,9% dieser "Flüchtlinge" an die europäischen, vorzugsweise die deutschen Specktöpfe wollen. Es dürfte sich in den einschlägigen Ländern herumgesprochen haben, daß es in Deutschland leicht möglich ist, an Geld zu kommen. Das endgültige Ziel dieser Wirtschaftsflüchtlinge wird jedenfalls nicht Italien sein, wer kann, setzt sich nach Norden ab.
    Wer wirklich politisches Asyl sucht, kann sich entweder in seinem Heimatland in die deutsche Botschaft flüchten oder er wird bei seiner Flucht nach Europa oder sonst wohin eine glaubhafte Story und seine Papiere NICHT weggeworfen haben.
    Erinnern Sie sich mal an die Geschehnisse in Ceuta und Melilla. Was da die Grenzen stürmte, war ein gewalttätiger, primitiver Mob, und imho wäre es richtig gewesen, diesen Mob an der europäischen Grenze (spanische Enklave!) ggf. mit Waffengewalt zu stoppen.
    Jedenfalls ist m.M.n. die Flut von Wirtschaftsflüchtlingen nachhaltig einzudämmen!
    Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich will diese Leute hier nicht sehen, schon gar nicht als Sozialhilfeempfänger!

  • 'angela-Wendehals' sagt
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    Es wird langsam Zeit, dass Europa aktiv wird.

    Es kann ja wohl nicht angehen, dass wir nur immer die Afikaner aufnehmen udn nichts tun, um die Not in den verursachenden Ländern beseitigen.

    Ursache hierfür ist IMMER, dass die Oberhäuptlinge in den afrikanischen Staaten tun und lassen können, was sie wollen. Wann endlich greift Europa aktib dort ein, wo diese Oberhäuptlinge das Problem verursachen ?
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    Es ist weder unsere Aufgabe in Afrika für Ordnung zu sorgen, noch hätten wir das Recht dazu.

    Unsere Aufgabe ist es, illegale Einwanderer nach Untersuchung auf mögliche Asylgründe nach Hause zu schicken, damit Deutschland nicht afrikanisch wird.

    Wichtig ist es auch, Asyl in Deutschland so unattraktiv wie möglich zu machen, um so Asylbetrüger abzuschrecken.

    Wer WIRKLICH wegen politscher Verfolgung um sein Leben fürchtet kommt trotzdem. Aber die Scheinasylanten gehen dann woanders hin, oder bleiben zu Hause.

  • Ich meine schon, dass viele der Flüchtlinge politische Gründe haben.

    Bereits in Europa gibt es die politische Verfolgung Andersdenkender.

    In Afrika gibt es das auch. Der wesentliche Unterschied ist, dass man dort der körperlichen Unversehrtheit keinen Wert beimisst.

    Vandale

  • O-Ton ALfano
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    Nach dem tödlichen Flüchtlingsdrama vor der Insel Lampedusa haben italienische Politiker ein Umdenken in der Einwanderungspolitik verlangt. „Wir werden laut unsere Stimme in Europa erheben, um die Regeln zu ändern, die die ganze Last der illegalen Einwanderung auf die Länder des ersten Eintritts abwälzen“, sagte Innenminister und Vize-Regierungschef Angelino Alfano am Freitag dem TV-Sender Canale 5.
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    Da kann er so lange fordern wie er will.

    Einfach die unerwünschten illegalen Einwanderer nach Deutschland abschieben - das könnte ihm so passen.

    Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.

    Wenn Italien das nicht schafft, dann bitte Schluß mit Schengen!

    In Deutschland gibt es schon viel zu viele Illegale, die wie von Ihren Schleppern angewiesen ihre Reisedokumente vernichtet haben und behaupten, im Hamburger Hafen per Container angekommen zu sein.

  • Fredi...wenn man den Sozialismus in Afrika einführen würde, wäre selbst der Sand knapp.

    Abseits der marxistischen Ideologie bringen die Rohstoffunternehmen eine wenn auch viel zu geringe Anzahl gut bezahlter Arbeitsplätze.

    Vandale

  • @Fredi
    Sie meinen wahrscheinlich, man kann Boote bauen?

    Dieses Risiko müsste die EU erst Mal eingehen. Es handelt sich schließlich um ein Investitionsprogramm.

    Ausserdem wären die Afrikaner eine Zeit lang beschäftigt.

  • Ihne ist aber schon klar, dass die Küsten Afrikas im Borden viele Tausend km lang sind!! Und die Schilder stehen keine 2 Tage, da kann man viel draus machen!

  • "Solange man die erfolgreich gelandeten Menschen aufnimmt, werden immer (mehr) weitere Menschen sich auf den Weg machen."
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    Das sehe ich exakt genauso. Europa und erst recht Deutschland sind nicht das Sozialamt der Welt.
    *Echtes Asyl* für persönlich, politisch Verfolgte, für die Gefahr für Leib und Leben besteht, ist ein hohes Gut, aber illegale Armutsflüchtlinge dürfen keinen Zugang zu Europa erhalten und schon gar nicht darf in irgendeiner Form Familiennachzug gestattet werden. Das illegale Eindringen in die Hohheitsgebiete der EU muß in sofortiger Verhaftung und Abschiebung resultieren, wer seine Papiere verschwinden läßt, um seine Herkunft zu verschweigen, ist ohnehin ein Krimineller, der hier nichts zu suchen hat.
    Das, was sich Italien seinerzeit geleistet hat (mal eben 500 Migranten mit einem Visum zu versehen und nach Deutschland reisen zu lassen), hätte bei mir gereicht, den italienischen Botschafter einzubestellen!

    Linksgrünes, weltfremdes Geschwurbel wie "kein Mensch ist illegal" liefert jedenfalls keine Lösung, weil die Überschwemmung mit Migranten, wenn man dem freien Lauf läßt, von der Bevölkerung nicht akzeptiert wird.
    Sorry, aber äußerst strenge Einwanderungsgesetze wie sie in Kanada oder Australien üblich sind, sollten in Europa ebenfalls Standard werden. Beide sind demokratische Staaten (das wird kaum jemand bezweifeln), die aber einfach mehr Rücksicht auf ihre Bevölkerung nehmen und die Illegalen systematisch draußen halten.
    Nur in einem hat der Artikel recht. Man sollte die Italiener bei der Sicherung der südlichen Grenzen der EU nicht alleine lassen, sondern z.B. Frontex systematisch ausbauen. Die Einfallstore für Illegale gehören jedenfalls dichtgemacht.

  • Die Ursachen für die Armut in Afrika liegt aber zum großen Teil bei Konzernen und deren Politikern in den USA und Europa!!
    Wer verkauft billige Lebensmittel nach Afrika und zerstört so eine eigenständige Landwirtschaft dort? Wer überfischt die Gewässer vor Somalia und nimmt damit Millionen Menschen die Nahrungsgrundlage? Wer verseucht bei der Rohstoffförderung das Land der Menschen dort? Die Eigner dieser Unternehmer müssen zahlen! Nicht der Steuerzahler in der EU!!!

    Nicht zu vergessen aber auch zunehmend die Chinesen, die afrikanisches Land von den Häuptlingen langfristig kauft und so der afrikanischen Bevölkerung entzieht.

    Nichtsdestotrotz ist die Abwälzung auf linke Gutmenschen wieder mal gewohnt dümmlich von ihnen. Verantwortlich für die Armut dort sind die oben genannten.

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