Gewalt in Syrien USA erwägen Bewaffnung der Rebellen

Während in Syrien die Gewalt weitergeht, und keine diplomatische Lösung in Sicht ist, kommt eine brisante Andeutung aus dem Weißen Haus. Washington schließt eine Bewaffnung der syrischen Rebellen nicht mehr aus.
Update: 22.02.2012 - 06:36 Uhr 22 Kommentare
Seit elf Monaten dauern die Aufstände in Syrien an. Quelle: dapd

Seit elf Monaten dauern die Aufstände in Syrien an.

(Foto: dapd)

WashingtonDie USA haben erstmals die Möglichkeit einer militärischen Unterstützung für die syrische Opposition angedeutet. „Wir denken immer noch, dass eine politische Lösung das ist, was wir brauchen“, sagte Präsidialamtssprecher Jay Carney am Dienstag.

Die USA wollten keine Maßnahmen ergreifen, die zu einer weiteren Militarisierung Syriens beitrügen. Dies könnte das Land auf einen gefährlichen Pfad bringen. „Wir können jedoch keine zusätzlichen Schritte ausschließen“, fügte Carney hinzu.

Die USA haben bereits Syriens Präsident Baschar al-Assad zum Rücktritt aufgefordert. Die syrische Armee hatte am Dienstag nach Angaben von Aktivisten durch heftigen Dauerbeschuss der Protesthochburg Homs mehr als 100 Menschen getötet. Das Rote Kreuz forderte eine sofortige Waffenruhe.

Mehr Gewalt in Homs

Der Konflikt entwickelt sich nach Einschätzung der internationalen Gemeinschaft immer mehr zu einer humanitären Krise. Allein am Dienstag starben mehr als 50 Menschen. Die UN-Vizegeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten, Valerie Amos, forderte für Hilfsorganisationen einen ungehinderten Zugang zur Bevölkerung.

Eine Gefechtspause müsse mindestens zwei Stunden dauern, um den Mitarbeitern des IKRK und des Syrisch-Arabischen Roten Halbmonds zu erlauben, die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen und die Verletzten in Sicherheit zu bringen, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

In der seit Wochen von der Armee belagerten Rebellenhochburg Homs könnten ganze Familien über Tage ihre Wohnungen nicht verlassen, um Lebensmittel zu besorgen. Während die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) sich für eine derartige Gefechtsunterbrechung aussprach, äußerten sich die Behörden bis zum Abend nicht.

Der Syrische Nationalrat (SNC), der Dachverband der syrischen Opposition im Exil, rief die internationale Gemeinschaft dagegen auf, sich für die Aufhebung der Belagerung von Homs einzusetzen, um die Bevölkerung dort mit Medikamenten und Lebensmitteln versorgen zu können.

Auch die USA und Uno begrüßten die Forderung nach einer Kampfpause. Die „große Menschenrechtskrise“ in Syrien habe zunehmend schwere humanitäre Auswirkungen, erklärte Uno-Vizegeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten, Amos.

Russland lehnte eine Teilnahme an der internationalen Syrien-Konferenz am Freitag in Tunis ab. Das russische Außenministerium verwies bei der Absage darauf, dass zu dem Treffen nur Vertreter der Opposition, nicht aber der Regierung eingeladen seien. Russland gilt als Verbündeter Syriens und führt enge Handelsbeziehungen mit dem Land.

  • rtr
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22 Kommentare zu "Gewalt in Syrien: Washington erwägt Bewaffnung syrischer Rebellen"

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  • @ Jaja

    Haben sie wie ich in Qatar gearbeitet oder gelebt ? Sicher nicht, also sparen sie sich ihre dümmlichen Anmerkung.

  • Ganz recht, so langsam dämmert es auch dem bisher schlafenden Michel, hier soll ein neuer Krieg stattfinden. Die Propagandamaschine läuft ja bereits seit Wochen, die Auständischen werden wie in Libyen und anderswo wieder von der Nato ausgerüstet. Libyische Freiheitskämpfer wurden sogar in Syrien gefangen.
    Aber das steht nur ganz klein in unserer Presse, wenn überhaupt.

  • Ich wollte es auch schon sagen. Es zwitschern die Spatzen seit Wochen von den Dächern, daß der NATO-Partner Türkei Truppen und Waffen über die Grenze nach Syrien schleust (ohne die es natürlich auch nie die Notwendigkeit von größeren Truppeneinsätzen von Seiten der syrischen Regierung bestanden hätte) und jetzt "erwägen" die USA aus den bekannt "humanitären" Gesichtspunkten bla bla bla, die Tastatur bockt hier leider.

  • Das sehe ich genau so wie Sie. Hatte mir diese Anmerkung nur erspart.

  • @WolfgangPress
    Ihre Analyse hat einen Schönheitsfehler: Es geht auch in Syrien nicht darum, wessen Glaube der richtige ist - es geht einzig und allein um irdische MACHT. Seit Menschengedenken wird der Glaube einer Gemeinschaft missbraucht für den irdischen Machtzuwachs der jeweiligen "Religionsführer". Nach dem "Sieg" dient der Glaube lediglich noch als Beleg für den "rechten Glauben" und als Rechtfertigung für den Terror gegen Andersgläubige.

  • @ Luetzower-Jaeger
    Genau so ist es, die "Rebellen" sind schon lange von Washington bewaffnet worden. Ich bin auch immer wieder entsetzt, daß so viele Mitbürger den MSM blind vertrauen. Es ist doch mehr als merkwürdig, daß ausgerechnet in den Ölförderländern die "Aufstände" immer wieder nach dem gleichen Muster ablaufen, daß die ehemals hochgelobten Machthaber plötzlich und unerwartet zu gefühlslosen Schlächtern mutieren und deren Absetzung gefordert wird. Merkwürdig auch, daß die "Oppositionellen" grundsätzlich im Recht sind unterstützt werden müssen, ohne daß jemand weiß, wer das überhaupt ist. Leute, fangt endlich an zu denken, in Griechenland findet zur Zeit ein ähnliches Drama, von denselben Leuten inszeniert statt. Und wann sind wir an der Reihe?

  • Um einen Militärschlag gegen den Iran durchführen zu können, muß erst einmal Syrien als direkter Nachbar Israels ausgeschaltet werden. Zu groß wäre die Gefahr, daß bei einem israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran dessen einziger nennenswerter Verbündeter Syrien aktiv gegen Israel interveniert. Hierzu muß Syrien also destabilisiert werden,am besten im Namen von Menschenrechten und Demokratie. Das kommt in der westlichen Welt auch immer gut an. Später ist dann der Iran fällig und entsprechende propagandistische Vorbereitungen lassen sich in der gleichgeschalteten Medienwelt ja bereits registrieren. Der nächste Golfkrieg findet ganz sicher statt - die stark steigenden Benzinpreise lassen darauf schließen, daß die USA für einen Angriff auf den Iran derzeit beginnen größere Mengen Öl/Benzin zu bevorraten.

  • Wer die Verhältnisse in der Region und in Syrien nicht kennt, der sollte schweigen.

    Fakt ist folgendes. Asssad gehört der Religionsgemeinschaft der Nusairier auch Alawiten genannt, einer schiitischen Gemeinschaft und der letzte Überrest der irakischen Ghulū an. Diese stehen im Widerspruch zu den Sunnitten, der Mehrheit in in dieser Nahöstlichen Region.
    Das was sich hier abspielt ist keineswegs ein Kampf um mehr Freiheit, sondern ein religiöser Konflikt. Dazu muss man wissen, dass es bei den Alaviten um eine sehr liberale Gemeinschaft handelt. Sollten die von den USA u.a. nachhaltig unterstützten "Freiheitskämpfer" den Bürgerkrieg gewinnen, so wird das zu weniger Freiheit und Toleranz führen. Das sehen die "Gutmenschen" und die gleichgeschaltete Presse natürlich nicht, genauso wenig wie über den Konflikt in Bahrein berichtet wird. In Bahrein herrschen die Sunnitten, keine kleine Gruppe über die große Mehrheit der shiitschen Bevölkerung. Darüber regt sich keiner auf, weil darüber auch nicht berichtet wird und werden darf, denn Saudi Arabien ist dort involviert. Demonstrationen wurden da von saudischen Truppen brutal niedergemacht. Ist das den "Gutmenschen" welche sich hier berufen fühlen zu kommentieren bekannt?

  • Wie würden die US Medien Bewaffnete in Cincinati bezeichnen, die den Rücktritt von Obama fordern? Na - Sie wissen es: TERRORISTEN.

    In Syrien ist das anders. Hier werden die diversen Interessengruppen (Stämme, Religionsgemeinschaften oder einfach nur machtgeile Scheichs) von den USA bewaffnet, um den Umsturz im Interesse der USA zu betreiben und gelten natürlich im Westen als "Freiheitskämpfer gegen Assad". Dass mit dieser perfiden Einmischung in die Machtverhältnisse von Syrien ca. 22 Mio loyale Syrer in einen Bürgerkrieg gezerrt werden, gehört für diese Politik zu den einkalkulierten Menschen verachtenden
    "Kolateralschäden". In Afghanistan waren die Umstürzler auch so lange die Helden im Westen, so lange sie die SU mit US-Waffen und Söldnern bekämpften. Sie mutierten sofort zu Terroristen, als sie sich mit den gleichen Waffen gegen ISAF wehrten. So wird die westliche Welt medial systematisch verblödet.

  • @Qatar1966
    Mit so einem Staat als Nikname ein Kommentar über Gewissen abgeben!? Es fehlt noch, dass Sie über Menschen- und besonders über Frauenrechte hier philosophieren...

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