Gewaltsame Proteste Athen rebelliert gegen die Sparpläne

Der Kompromiss zum griechischen Sparpaket droht zu platzen. Die Regierungspartei LAOS will dem Plan nicht zustimmen - ihre Minister haben den Rücktritt angeboten. Vor dem Parlament werfen Demonstranten Brandsätze.
Update: 10.02.2012 - 18:43 Uhr 123 Kommentare

Gewaltausbruch in Griechenland

AthenDer griechische Sparkompromiss wackelt. In dem krisengeschüttelten Euro-Mitgliedsland erklärte die Rechtsaußen-Regierungspartei Laos, sie könne das Sparpaket nicht mittragen. Ihre vier Minister boten den Rücktritt an.

Die Laos-Partei stellt den Verkehrsminister, einen Vizeminister und zwei Staatssekretäre. Damit bleibt eine zentrale Forderung der internationalen Geldgeber nach parteiübergreifender Unterstützung für den Sparkurs unerfüllt. Auch die stellvertretende Außenministerin Marilisa Xenogiannakopoulou von den Sozialisten ist von ihrem Posten zurückgetreten.

„Ich habe den anderen Parteiführern erklärt, dass ich diesem Kreditabkommen nicht zustimmen kann“, sagte der Chef der rechten Regierungspartei Laos, Giorgos Karatzaferis, am Freitag in Athen. Die Mehrparteien-Koalition soll bis zu den Wahlen im Frühjahr die von IWF, EU-Kommission und EZB geforderten Reformen auf den Weg bringen. Dazu fordert die Troika die verbindliche Zusage aller in der Regierung vertretenen Parteien, dass sie das Sparpaket tragen. Nur dann soll das Land neue Hilfsmilliarden bekommen, um eine bereits im März drohende Staatspleite abzuwenden.

Die Laos ist mit 16 Abgeordneten im Parlament vertreten. Insgesamt verfügt die Regierungskoalition über 252 von 300 Stimmen. Die beiden anderen regierungsstützenden Parteien, die Sozialisten (PASOK) und die Konservativen (Nea Dimokratia), könnten das Sparpaket deshalb grundsätzlich auch ohne die Zustimmung der Laos-Partei beschließen.

Eine Regierungsumbildung in Griechenland wird es nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa frühestens nach der Abstimmung im Parlament über das neue Sparpaket geben. Ministerpräsident Lucas Papademos wolle nach ersten Rücktritten die Mitglieder seiner Drei-Parteien-Koalition auf ein Ja bei der für Sonntag erwarteten Abstimmung im Parlament einschwören. Der Tenor solle sein: Wer nicht zustimme, habe in der Regierung nichts zu suchen.

Derweil nimmt auch der Druck auf der Straße zu. Bei Protesten in Athen ging die Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die mit Brandsätzen, Flaschen und Steinen warfen. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie junge Männer auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament Steine abschlugen und auf die Polizei warfen. Ein Mensch war zu sehen, der offenbar verletzt auf dem Boden des Platzes lag.

Nach Polizeiangaben befanden sich rund 7.000 Menschen zu einer Kundgebung auf dem Platz. Zuvor hatten vor dem Parlament rund 10.000 Anhänger der kommunistischen Arbeiterfront Pame friedlich demonstriert. Die Demonstrationen sind Teil eines zweitägigen Streiks aus Protest gegen die am Donnerstag verabschiedeten neuen Sparpläne der Regierung. Aufgerufen zu dem Streik hatten die wichtigsten Gewerkschaften des Landes.

Der Euro geriet durch die Äußerungen von Laos-Chef Karatzaferis unter Druck und fiel unter die Marke von 1,32 Dollar. Der Deutsche Aktienindex gab bis zum Handelsschluss 1,4 Prozent auf 6695 Punkte nach. Karatzaferis forderte zugleich eine Umbildung der Regierung, die von dem parteilosen früheren EZB-Vizepräsidenten Lucas Papademos geführt wird. Außerdem solle der Leiter der IWF-Mission in Griechenland, Poul Thomson, zur unerwünschten Person erklärt werden. „Wenn es vorangehen soll, muss Poul Thomsen zur persona non grata in Griechenland werden“, sagte Karatzaferis. Er warf insbesondere den Deutschen vor, alleine die EU zu regieren, „weil sie ein dickes Portemonnaie haben“.

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123 Kommentare zu "Gewaltsame Proteste: Athen rebelliert gegen die Sparpläne"

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  • @ hardy

    Mir genügt zu wissen:

    "...
    Derweil unsre Äcker reifen
    ..."

  • @ hardy

    P.S. "Das sind doch alles bloß Kalendersprüch'" - deshalb hat er ja auch immer so schön Fersengeld gegeben.

    P.P.S. Sie werden bestimmt aber auch schon mitbekommen haben, dass viele Kevins und Chantals durchaus offen für Weltanschauungsfragen sind. Vielleicht gibt's dann auch den Auschwitz-Rave.

  • @ hardy

    Ob Blitz oder Seil - Hauptsache unterm Baum.

    Das pssende Ende für einen Liebling der 68er-Verbrecher.

  • "So soll letztendlich Hegel walten:"

    Wie sagte Ödön von Horvath so schön: "Das sind doch alles bloß Kalendersprüch'" und "Nichts gibt so sehr das Gefühl von Unendlichkeit, als wie die Dummheit".

    Sie wissen schön,Ödon, einer von den besten Reben, die lange vor der Ernte schon ihr Leben gab.

    Er hate Glück, zur falschen Zeit unter dem Ffalschen Baum zu stehen. Die anderen sind Ihrer "Volksgemeinschaft" begegnet.

  • @ hardy

    trotz Parasiten-Zensur: Sebottendorf und Serrano sind schon klasse - der Olymp der Durchdringung jedoch ist Reinhard Heydrich!

    So soll letztendlich Hegel walten: "Da wo kein Anerkennungsverhältnis mehr zustande kommt, gibt es nur noch den Kampf auf Leben und Tod."

  • @ hardy

    Sebottendorf und Serrano sind doch schonmal nicht schlecht - doch der Olymp der Durchdringung ist Reinhard Heydrich!

  • @ hardy

    ...und jetzt hurtig nach Dresden den Bomber-Harris-Vasallen-Schwur ablegen - die Vernichtung des eigenen Volkes beklatschen.
    Und auch da haben Sie Recht: Für diese "res publica" hege ich nur Verachtung.

  • @ hardy

    Sie haben Recht - Sie sind FEIND. Immerhin. Ansonsten nur schäbig-lächerliche Verdrängung à la Suppenkasper: "Ich esse meine Suppe nicht..."

  • @welti

    Oh, Sie schon wieder.

    Soll ich Ihnen mal einen "Witz" erzählen?

    "Was hat vier Beine und einen Arm? - Ein Pitbull auf dem Kinderspielplatz."

    Oh, den kannten Sie schon. Stimmt, den haben Sie ja letzte Nacht hier erzählt.

    Werter Welti, schieben Sie sich doch bitte Ihre Zitate, die Sie einer Handreichung Ihres Ortsverbandes mit dem Titel "Wie kann ich unter intelligenten Menschen so tun, als hätte ich Ahnung" entnommen haben dürften, bitte sonstwohin.

    Mich beeindruckt Ihr Namedropping in keinster Weise, mir ist schon klar, daß man mit dieser Art Handreichung ausgestattet in den "Krieg" zieht, aber wie gesagt - gequirlter Quark. Unter einem Miguel Serrano oder einem Rudolf Freiherr von Sebottendorf steige ich erst gar nicht ein - weil ich weiss, daß mein Gegenüber eine debile Lusche ist.

    Daß Sie eine solche sind und unfassbar "witzig" sein können, haben Sie hier schon mehrfach bewiesen.

  • @weltenbrand
    Eines steht fest: Wer Witze Ihres Niveaus auf Lager hat, hat keine Kinder und wird nie welche haben - Gott sei Dank. Sie sind einfach nur krank. Hoffentlich werden Sie auch in Zukunft Ziel gekonnt geschwungener Schlagstöcke unserer Polizei.

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