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Giftanschlag Britische Regierung weist angebliche Identifizierung der Nowitschok-Täter zurück

Eine Nachrichtenagentur berichtete, die britische Polizei hätte die Nowitschok-Täter identifiziert. Minister Wallace hält das für „wilde Spekulation“.
Update: 19.07.2018 - 15:29 Uhr Kommentieren
Giftgas-Experten bestätigen den Einsatz von Nowitschok beim Attentat auf die Skripals. Quelle: dpa
Giftattentat in Salisbury

Giftgas-Experten bestätigen den Einsatz von Nowitschok beim Attentat auf die Skripals.

(Foto: dpa)

LondonDie britische Polizei geht nach Information der Nachrichtenagentur PA davon aus, mutmaßliche Täter des Nowitschok-Angriffs auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März in Salisbury identifiziert zu haben. Es handle sich dabei um mehrere Russen, berichtete PA am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.

„Die Ermittler glauben, dass sie die Tatverdächtigen des Nowitschok-Angriffs mithilfe von Überwachungskameras identifiziert haben“, zitiert PA die nicht namentlich genannte Quelle. Die Aufzeichnungen seien mit Einreisedaten nach Großbritannien abgeglichen worden. „Sie (die Ermittler) sind sicher, dass sie (die Verdächtigen) Russen sind“, zitiert PA weiter.

Nun hat die britische Regierung den Medienbericht über die angebliche Identifizierung zurückgewiesen. „Ich denke, die Geschichte gehört in den schlecht informiert und wilde Spekulationen-Ordner“, schrieb Sicherheitsminister Ben Wallace am Donnerstag auf Twitter.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass auch eine inzwischen gestorbene 44-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann durch eine kleine Flasche mit dem Nervengift in Kontakt gekommen waren. Nun soll festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der Skripal (67) und seine Tochter (33) vergiftet worden waren. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen.

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des versuchten Mordanschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

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  • dpa
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