Giftanschlag Einsatz von russischem Kampfstoff hätte „zu zahlreichen Opfern geführt“

Im Fall Skripal weist Russland jede Verantwortung von sich – mit fragwürdigen Argumenten: Ein gezielter Anschlag wäre mit dem Kampfstoff Nowitschok gar nicht möglich.
Update: 21.03.2018 - 16:52 Uhr 1 Kommentar

Lawrow: „Wir haben nichts mit der Vergiftung zu tun“

Tokio/MoskauDas russische Außenministerium hat den Einsatz eines russischen Kampfstoffes im Fall des vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal in Großbritannien erneut entschieden zurückgewiesen. „Jeder respektierte Experte wird Ihnen sagen, dass die Anwendung von Kampfstoffen unvermeidlich zu zahlreichen Opfern am Einsatzort führt“, erklärte Wladimir Jermakow, zuständig für Rüstungskontrolle im Außenamt in Moskau. Bei dem Fall in Großbritannien sei dies aber nicht eingetreten, sagte er bei einem Treffen mit Diplomaten am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge.

Der russische Ex-Agent Skripal, der auch für Großbritannien spioniert hat, und seine Tochter Julia waren am 4. März im südenglischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Ihr Zustand soll kritisch sein. Die britische Regierung macht Russland für den Anschlag verantwortlich. Angeblich wurden die beiden mit dem in der Sowjetunion entwickelten chemischen Kampfstoff Nowitschok vergiftet.

In einem ungewöhnlichen Schritt hatte Moskau für Mittwoch alle akkreditierten Botschafter eingeladen, um die russische Sicht darzustellen. Die Botschafter der UN-Sicherheitsratsmitglieder Großbritannien, Frankreich, USA und China schickten aber wie angekündigt lediglich Vertreter zu dem Treffen ins russische Außenministerium. London und Moskau haben im Fall Skripal gegenseitig Diplomaten ausgewiesen.

Russland hatte bereits zuvor konkrete Fragen an die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) gestellt. Das sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch bei einem Besuch in Tokio. „Wir werden durchsetzen, dass alle unsere Fragen beantwortet werden.“ OPCW-Experten sind in Großbritannien, um Proben zu bekommen. Die Analyse wird aber nach Angaben der UN-Organisation zwei bis drei Wochen dauern.

Lawrow warf der britischen Regierung vor, vorschnell zu urteilen. London treibe auch seine internationalen Partner in eine „verlogene Solidarität“, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Großbritannien und Moskau haben in dem Streit gegenseitig Diplomaten ausgewiesen.

Der Diplomat Jermakow bekräftigte bei einem Treffen mit Botschaftern Moskaus Forderung, Einsicht in die Proben vom Tatort zu bekommen und in die Ermittlungen eingebunden zu werden. Er sagte, mit der Zeit könnte das chemische Material verschwinden, so dass ein Beweis nicht mehr möglich sei. Es gebe viele Ungereimtheiten, sagte Jermakow.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Giftanschlag - Einsatz von russischem Kampfstoff hätte „zu zahlreichen Opfern geführt“

1 Kommentar zu "Giftanschlag: Einsatz von russischem Kampfstoff hätte „zu zahlreichen Opfern geführt“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • London ist an einer Demistifikation seiner Verschwoerungstheorie nicht interessiert.
    Es wird keine Antworten geben!

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%