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Giftanschlag Russische Behörde setzt Nawalny Ultimatum für Rückkehr aus Deutschland

Die russische Gefängnis-Behörde gibt Kreml-Kritiker Nawalny nur noch bis Dienstagmorgen Zeit, nach Moskau zurückzukehren. Das ist allerdings einer Nawalny-Sprecherin zufolge unmöglich.
29.12.2020 - 21:30 Uhr Kommentieren
Der Kreml-Kritiker wirft Russlands Präsidenten Wladimir Putin vor, Drahtzieher des Giftanschlags vom 20. August zu sein. Quelle: dpa
Alexej Nawalny

Der Kreml-Kritiker wirft Russlands Präsidenten Wladimir Putin vor, Drahtzieher des Giftanschlags vom 20. August zu sein.

(Foto: dpa)

Moskau Die russischen Behörden haben den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ultimativ zur Rückkehr aus Deutschland aufgefordert. Nawalny verletze die Bewährungsauflagen eines Urteils von 2014, teilte die Gefängnis-Behörde FSIN an diesem Montag mit. Unter Verweis auf einen Bericht der Fachzeitschrift „The Lancet“ hieß es, Nawalny sei am 20. September aus dem Krankenhaus entlassen worden und seit dem 12. Oktober symptomfrei.

Nawalny veröffentlichte auf Twitter ein Schreiben an seinen Anwalt, wonach er bis neun Uhr am Dienstag (Ortszeit) sich in einem Büro in Moskau melden müsse. Eine Nawalny-Sprecherin erklärte, dies sei unmöglich. Zudem leide der Oppositionelle weiter an den Folgen seiner Vergiftung. Die FSIN handle auf Geheiß der russischen Regierung.

Am Dienstagabend teilte das russische Ermittlungskomitee mit, es werde gegen Nawalny wegen Betrugs ermittelt. Er solle mit anderen Personen Spenden in Höhe von umgerechnet 3,9 Millionen Euro an seinen Fonds zur Bekämpfung von Korruption für „persönliche Zwecke“ verwendet haben – etwa für den Kauf von Eigentum und die Finanzierung von Urlaub. Nawalny schrieb dazu: „Putin scheint hysterisch zu sein.“ Sein Fonds könne nur mithilfe von Spenden arbeiten, sagte er.

Der 44 Jahre alte Nawalny war am 20. August auf einem Inlandsflug zusammengebrochen und nach einer ersten Versorgung in Russland zur Behandlung in der Berliner Charité ausgeflogen worden. Nach Angaben der Bundesregierung wurde er mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet, die zu Sowjetzeiten entwickelt worden war.

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    Nawalny wirft Russlands Präsidenten Wladimir Putin vor, Drahtzieher des Anschlags zu sein. Die Regierung in Moskau hat eine Beteiligung bestritten und Putin den Vorfall als Teil eines von den USA unterstützten Komplotts bezeichnet, um ihn zu diskreditieren.

    Zu der Vergiftung hatten Ärzte der Berliner Charité in der Fachzeitschrift „The Lancet“ einen medizinischen Bericht veröffentlicht. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am vergangenen Freitag der Agentur Interfax zufolge gesagt: „Wir lesen keine medizinischen Veröffentlichungen.“ Russland warte weiterhin auf Beweise.

    Mehr: Nach seiner Vergiftung ist der Kreml-Kritiker in Berlin behandelt worden. Ärzte der Charité beschreiben in einem Bericht die Symptome einer Nowitschok-Vergiftung.

    • dpa
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