Giftanschlag Zwei Briten kamen offenbar durch Parfümfläschchen mit Nowitschok in Berührung

Das Nervengift, mit dem zwei Briten kontaminiert worden sind, war offenbar in einem Parfümfläschchen. Das berichtet der Bruder eines Opfers.
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Bei den Ermittlungen im Fall der vergifteten Dawn Sturgess konnte die Polizei den Nowitschok-Behälter sicherstellen. Quelle: AP
Polizisten in Salisbury

Bei den Ermittlungen im Fall der vergifteten Dawn Sturgess konnte die Polizei den Nowitschok-Behälter sicherstellen.

(Foto: AP)

DüsseldorfDie beiden britischen Nowitschock-Opfer in Südengland sind offenbar über eine Parfüm-Flasche mit dem giftigen Nervenkampfstoff in Berührung gekommen. Das sagte der Bruder des vergifteten Charlie Rowdy am Montag dem BBC. Laut Matthew Roley fand Charlie zufällig das Parfümfläschchen und wurde später krank.

Die Polizei wollte die Meldung zunächst nicht bestätigen. Zuvor war die Rede davon, dass das Gift in einer kleinen Flasche in Rowleys Haus gefunden worden war. Am Freitag hatte die Polizei die Warnung von Public Health England wiederholt, keine merkwürdigen Gegenstände – einschließlich Kosmetika – aufzuheben.

Charlie Rowley und seine Freundin Dawn Sturgess waren am 30. Juni einer hohen Dosis des Giftes ausgesetzt. Die 44-Jahre alte Sturgess starb am 8. Juli, Rowley schwebte lange in Lebensgefahr, liegt aber immer noch im Krankenhaus. Matthew Rowley sagte allerdings, dass er von dem Zustand seines Bruder noch immer bestürzt sei.

Das Fläschchen könnte in den Ermittlungen eine entscheidende Rolle spielen. Sollte es besonders selten sein, ließen sich eventuell Verkaufsort und Käufer ermitteln.

Ob das Gift aus derselben Charge stammt, mit der im März der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal vergiftet worden war, ist allerdings weiterhin unklar. Der Vorfall hatte eine diplomatische Krise zwischen Großbritannien und Russland ausgelöst. Die britische Regierung macht Russland für den Anschlag verantwortlich, Russland weist die Vorwürfe zurück.

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