Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
UN-Sicherheitsrat zu Giftanschlag auf Skripal

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja warf Großbritannien im UN-Sicherheitsrat „dreckige Spiele“ vor.

(Foto: dpa)

Giftattacke Russlands UN-Botschafter wirft Briten in Skripal-Affäre „dreckige Spiele“ vor

Die Beziehung zwischen Moskau und London ist äußerst angespannt. Beim UN-Sicherheitsrat sparen ihre Vertreter nicht mit Vorwürfen.
5 Kommentare

Russischer UN-Botschafter: „Großbritannien, das wird Ihnen noch leid tun“

New York Russland und Großbritannien haben sich im UN-Sicherheitsrat einen heftigen Schlagabtausch angesichts der Giftattacke auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Großbritannien geliefert.

„Wir haben unseren britischen Kollegen gesagt, dass sie mit dem Feuer spielen und das noch bereuen werden“, sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja bei einer Sitzung des Gremiums am Donnerstag in New York, die auf Bitten seines Landes kurzfristig einberufen worden war. Nebensja warf Großbritannien „dreckige Spiele“ vor. „Diese ganze zweifelhafte Sache ist eine Erfindung oder eine Provokation der übelsten Sorte.“

Russland habe mit der Vergiftung der Skripals nichts zu tun. „Russland hat kein Patent auf (den Kampfstoff) Nowitschok“, sagte Nebensja. „Es geht nur darum, unsere politische Legitimität grundsätzlich in Frage zu stellen.“

Die britische UN-Botschafterin Karen Pierce wies das zurück. Das Ganze sei „Teil eines größeren Musters von unverantwortlichem Verhalten Russlands“, sagte Pierce. „Wir haben nichts zu verstecken, aber ich fürchte, dass Russland etwas zu befürchten haben könnte.“

Der frühere Doppelspion Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury gefunden worden. Sie sollen mit dem in der ehemaligen Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sein.

London bezichtigt Moskau als Drahtzieher des Attentats. Russland dementiert dies und pocht wegen der unklaren Beweislage auf eine unabhängige Untersuchung, an der auch russische Ermittler beteiligt sein sollten.

Schon im Vorfeld der Sitzung hatten sich die beiden Länder einen Schlagabtausch geliefert. Es sei „höchstwahrscheinlich“, dass es einen „Moment der Wahrheit“ geben werde, schrieb der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Polianski beim Kurznachrichtendienst Twitter. „Diejenigen, die Lügen über die angebliche russische Beteiligung an der Vergiftung von Salisbury verbreiten, müssen wissen, dass solch verantwortungsloses Verhalten einen Preis hat.“

Russland habe die Bitte um ein Treffen des Sicherheitsrats nicht mit Großbritannien abgesprochen, sagte die britische UN-Botschafterin Karen Pierce vor Journalisten. Ihrer Ansicht nach mache ein Treffen vor der Fertigstellung des Untersuchungsberichts der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) keinen Sinn, sagte sie.

„Ich mache mir Sorgen, wenn ich die russischen Aussagen so höre, dass es ihnen darum geht, schonmal eine Strategie vorzubereiten, wie sie die Ergebnisse der OPCW nicht akzeptieren können, wenn sie da sind.“

„Legt endlich Beweise vor“ – Russland fordert Sitzung von UN-Sicherheitsrat

Der Handelsblatt Expertencall
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Giftattacke - Russlands UN-Botschafter wirft Briten in Skripal-Affäre „dreckige Spiele“ vor

5 Kommentare zu "Giftattacke: Russlands UN-Botschafter wirft Briten in Skripal-Affäre „dreckige Spiele“ vor"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Fischer, wenn die Polizei Sie beim Rasen erwischt, muss die Polizei Beweise dafuer
    vorlegen. Und Ihr Anwalt hat recht auf Einsicht aller Akten.

  • Also die Behauptungen sind: 1. Wurde Gift solcher Art früher mal in Russland hergestellt, 2. Gibt es nach Aussage des britischen Geheimdienstes heute noch geheime Labors in Russland, die mit dieser Art Gift arbeiten. Aber das ist doch irgendwie keine überzeugende Beweislage dafür, dass der russische Staat diese konkrete Tat in London begangen hat?

  • Die russische Taktik muss ich mir merken, für den Fall, dass mich wieder einmal die Polizei beim Rasen erwischt. Ich fordere dann einfach eine unabhängige Untersuchungskommission, an der von mir entsandte "Spezialisten" 50% der Teilnehmer stellen.

    Der Schulterschluß Deutschlands mit dem europäischen Partner UK ist zwingend. Sonst will Russland demnächst auch ihn Deutschland bei jeder Strafermittlung gegen Russen mitreden.

  • unverantwortlich finde ich dieses auf eine Seite schlagen von unserer Bundesregierung...ohne das es Beweise gibt.
    Diplomatie stelle ich mir anders vor - Mal wieder ein Armutszeugnis für die deutsche Regierung.

    Wenn man Diplomatie anstrebt dann hält man sich mit Verurteilungen zurück - ganz nach deutschem Recht wo man nicht seine Unschuld beweisen muss, oder? Und den Vorschlag nach einer unabhängigen Untersuchung vermisse ich auch.

    Diese schwachsinnige Provokation macht mich sehr wütend, ein sehr schwaches Bild der Bundesregierung. Lass die Briten doch machen, was geht uns deren Müll an? Die konnten noch nie mit den Russen!

    Wenn Bomben fliegen, haben wir eine ganz erhebliche Mitschuld! Danke für nichts ihr Diplomatieverweigerer!

  • Das muss bitter für die Russen sein, dass Sie mir immensem Geld- und Personalaufwand erst die USA und dann die Briten gekauft haben und jetzt tanzen die aus der Reihe ...