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Gipfel „Das internationale Ereignis des Sommers“ – Putin und Trump wollen sich in Helsinki treffen

In zwei Wochen wird sich die weltpolitische Aufmerksamkeit auf Finnland richten: In Helsinki soll das lang erwartete Treffen zwischen Putin und Trump stattfinden.
Update: 28.06.2018 - 16:59 Uhr Kommentieren
Die beiden Regierungschefs wollen sich Mitte Juli in Helsinki treffen. Quelle: Reuters
Putin und Trump

Die beiden Regierungschefs wollen sich Mitte Juli in Helsinki treffen.

(Foto: Reuters)

Moskau/Washington Der Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin ist festgezurrt. Das Treffen soll am 16. Juli in Helsinki stattfinden, zuvor war auch Wien als Gipfelort im Gespräch. Der US-Botschafter in Wien Trevor Traina begrüßte die Initiative, die „dem Abbau der Spannungen“ diene und sagte, für weitere Gespräche sei auch Wien weiter eine Option.

Die finnische Hauptstadt gilt als bequem für beide Seiten, da sie einerseits in der Nähe von Moskau liegt, andererseits auch von Trump leicht zu erreichen ist, der zu der Zeit beim Nato-Gipfel in Brüssel weilt. Die Details wurden bereits beim Empfang von US-Sicherheitsberater John Bolton am Mittwoch im Kreml festgelegt, aber erst einen Tag später gleichzeitig vom Kreml und Weißen Haus offiziell bekannt gegeben.

Spekulationen um den Gipfel gibt es seit Monaten. Trump hatte schon während seines Wahlkampfs erklärt, er wolle sich mit Putin treffen, um einen „Deal“ auszuhandeln. Bislang haben der politische Machtkampf in Washington und der Verdacht einer russischen Einmischung in den US-Wahlkampf ein solches Treffen verhindert. Die beiden Staatschefs haben sich 2017 lediglich beim G-20- und APEC-Gipfel kurz gesprochen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßte das geplante Treffen. „Für mich ist Dialog kein Zeichen der Schwäche, sondern ein Zeichen der Stärke“, kommentierte er am Donnerstag in Brüssel. Mit Russland zu reden, entspreche „absolut“ der politischen Linie der Nato. „Wir wollen keinen neuen Kalten Krieg und wir wollen Russland auch nicht isolieren“, ergänzte er. Ziel der Allianz sei eine bessere Beziehung zu Russland.

Offen ließ Stoltenberg allerdings, was er vom Zeitpunkt des Treffens mit Putin hält.

Moskau hofft, dass das Treffen der erste Schritt zu einer Normalisierung des Verhältnisses wird. „Die russisch-amerikanischen Beziehungen sind nicht bester Form“, konstatierte Putin. Daran sei jedoch nicht Russland schuld, fügte er hinzu. Moskau sei nicht an einer Konfrontation interessiert, betonte er – und wie zur Bestätigung bot er Bolton an, Russlands Erfahrungen bei der Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft an die USA weiterzugeben, die das Turnier zusammen mit Mexiko und Kanada 2026 austragen.

Laut Putins Berater Juri Uschakow ist es möglich, dass beide Seiten nach dem Treffen eine gemeinsame Erklärung verabschieden, in der eine road map zur Verbesserung der Beziehungen und zur Koordinierung der Handlungen auf internationaler Ebene vorgezeichnet wird. Während in der Ukraine kaum Annäherung zu erwarten ist, könnte es bei der Syrienfrage Bewegung geben. Russland hat in dem Bürgerkriegsland dank seines Luftwaffeneinsatzes für Baschar al-Assad eine gute Verhandlungsposition. Uschakow nannte das bevorstehende Treffen „das internationale Ereignis des Sommers“.

Bolton hingegen klang weniger optimistisch: Konkrete Resultate erwarte er vom Treffen nicht, schon das Zustandekommen des Gesprächs an sich bewertete der 69-Jährige, der als einer der Falken in der US-Administration gilt als Erfolg. In der Vergangenheit bezeichnete er mehrfach Putin als Lügner und eine Partnerschaft mit Russland als „riskant“. Bolton betonte die Notwendigkeit des Dialogs auf höchster Ebene. Selbst in Zeiten größter Spannungen habe es Kontakte zwischen den Staatsführern gegeben, um das Ausbrechen eines größeren Konflikts zu verhindern, sagte er.

Moskauer Politologen erwarten daher, dass die Rüstungsthematik auf die Agenda kommt. Washington und Moskau hatten zuletzt mehrfach die Gegenseite der Verletzung von Abrüstungsverträgen, beispielsweise bei den Kurz- und Mittelstreckenraketen, bezichtigt und eine Modernisierung des eigenen Arsenals angekündigt.

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