Gipfel zur Ukraine-Krise Showdown in Minsk

Alle Augen gen Minsk: Kanzlerin Merkel will beim Ukraine-Gipfel „alles“ versuchen, US-Präsident Obama droht Russland und Kiew fordert Waffen: Am Abend könnte die Entscheidung über offenen Krieg und Frieden fallen.
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Merkels neue Macht

MinskVor dem Minsker Gipfel scheinen die Fronten zwischen Moskau und Kiew verhärtet, die Kämpfe in der Ostukraine mit unverminderter Härte weiter. Berichte über eine Einigung auf einen Waffenstillstand wurden von den Rebellen dementiert. Beide Seiten versuchen bis zum Gipfel am Abend Fakten zu schaffen.

Nach jüngsten Geländegewinnen der Aufständischen waren ukrainische Regierungstruppen am Dienstag bei der Hafenstadt Mariupol zu einem Gegenangriff angetreten. „Wir wollen die Aufständischen von Positionen zurückdrängen, von denen sie in die Stadt feuern können“, sagte Militärsprecher Andrej Lyssenko.

Erst am Morgen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande noch einer kurzen Lagebesprechung beschlossen, zu dem geplanten Ukraine-Gipfel in die weißrussischen Hauptstadt Minsk zu reisen. Merkel und Hollande hätten sich am Morgen telefonisch darauf verständigt, hieß es im Umfeld Hollandes. Der Kreml bestätigte am Morgen die Teilnahme von Putin am Gipfel in Minsk, Regierungssprecher Seibert Merkels Teilnahme.

Die Kanzlerin und der Präsident wollen „alles bis zum Ende versuchen“, um eine politische Lösung für den Konflikt in der Ukraine zu finden, hieß es. In der Nacht war noch nicht einmal klar gewesen, ob das Treffen überhaupt zustande kommt. Derzeit bereitet die sogenannte Ukraine-Kontaktgruppe den Friedensgipfel vor Ort vor. Erste Gespräche waren am Dienstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Die zu lösenden Kernfragen sind der künftige Status der Gebiete in der Ostukraine, die von Rebellen gehalten werden, die Sicherung der ukrainischen Grenzen und die Bedingungen für eine Waffenruhe. Die Ukraine würde ein gewisses Maß an Autonomie und Dezentralisierung akzeptieren, Russland wolle aber viel weiter gehen, sagt der französische Außenminister Laurent Fabius France Inter Radio.

In Minsk wollen Merkel und Hollande den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko treffen. Einen Tag später wird Poroschenko am informellen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der der Europäischen Union (EU) in Brüssel teilnehmen. Dies verlautete aus EU-Kreisen. „Wir verlangen einen Frieden ohne Bedingungen. Wir verlangen eine Waffenruhe, einen Rückzug aller ausländischen Truppen und die Schließung der Grenze“, sagte Poroschenko.

Poroschenko fügte hinzu: „Wir werden innerhalb des Landes einen Kompromiss finden.“ Er legte einen Stopp in der Stadt Kramatorsk ein, rund 50 Kilometer von der Front entfernt. Dort sollen nach Angaben Kiews am Dienstag bei einem Raketeneinschlag 16 Menschen getötet und 48 verletzt worden sein.

Poroschenkos Außenminister Pawlo Klimkin fordert derweil weiter vehement Verteidigungswaffen. „Wir brauchen diese Waffen, um gegen die von Russland unterstützten Terroristen gezielt zurückschlagen zu können“, sagt Klimkin der „Zeit“ (vorab). „Wir müssen die Kosten für Russland in die Höhe treiben. Erst wenn die Kosten für die Aufrechterhaltung des Konfliktes steigen, kann es eine gewisse Stabilität geben.“

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30 Kommentare zu "Gipfel zur Ukraine-Krise: Showdown in Minsk"

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  • @ Herr Otto

    Sie haben es noch nicht begriffen nicht wahr?

    es geht nicht darum wer gewinnt - sondern darum wer verliert.

    und verlieren werden zigTausend Menschen ihr Leben. nicht nur in der Ukraine - sondern in ganz Europa. Wir stehen am Beginn des 3. Welt? nein Europakriegs.
    Gewinner werden die USA sein. Denen reicht für ihre Exporte Asien. Wenn Europa im Krieg feststeckt hat die USA Asien für sich.

    Wir treffen uns dann nach dem Krieg wieder - das können Sie heute schon sagen. Aber ob das dann 2020 oder 2025 sein wird steht noch in den Sternen.

  • Falls Russland „fällt“ und die USA es schafft Russland auseinanderbrechen zu lassen, wie es fast in den Jahren 1998 – 2000 geschehen ist. Dann heißt der nächste Schritt, Provokationen an der russisch-chinesischen Grenze, Anheizung der Situation direkt in China. Destabilisierung der Situation, Bürgerkrieg.

  • Die US-Amerikanische Politik ändert sich kaum. Egal, ob Republikaner oder Demokraten an der Macht sind. Demzufolge, ist nicht die Regierung in der USA federführend, sondern diejenigen, die dahinter stehen. Finanzlobbys, Waffenlobbys usw.

    Der Schuldenberg der USA ist gewaltig. Es sind mittlerweile um die 59.260 Milliarden Dollar – siehe http://www.usdebtclock.org/
    Es gibt zwei „Gegner“ in der Welt, die der USA in deren imperialistischen Position gefährlich sein können. Das sind die Russen und die Chinesen.
    Deshalb gibt es in der ganzen Welt so viele Unruhen, Regierungsstürze, Kriege usw. Die USA versuchen die Länder, um Russland und China, zu destabilisieren, sie gegenseitig zu provozieren usw.
    Wenn sie dies nicht schaffen, dann bleibt denen nur eine Option, Bankrott anmelden. Manche Ökonomen geben USA noch 3-5 Jahren. Danach muss etwas geschehen. Krieg in Europa, USA intervenieren im letzten Moment, gewinnen es und stellen neue Ordnung ein (natürlich mit Abschreiben der Schulden) oder USA melden Bankrott an, Schulden müssen abgeschrieben werden, das Dollarsystem verliert seine Bedeutung. Anderen Ausweg sehen ich nicht! Den weitere unendliche Verschuldung und mit NICHTS abgesicherte Geldmenge, kann nicht ohne Folgen weiter gehen.

  • @--- Herr Marcos Cervino, um das richtig einordnen zu können, sollte man wissen was SHAEF ist.

  • Planen die USA und NATO einen Krieg mit Russland?
    Alle Zeichen sind durch die Osterweiterung der Nato in die ehemaligen Warschauerpakt-Staaten und den von den USA angezettelten Konflikt in der Ukraine gegeben.
    Es hätte alles so einfach sein können, wenn ... ... ja wenn man sich an bestehende Vereinbarungen gehalten hätte. Dieser Schwachsinn, dass das Baltikum und die anderen ehemaligen Ostblockstaaten alle den sehnlichsten Wunsch hatten NATO-Mitglieder zu werden weil sie Angst vor "Dem Russen" haben, ist Dank Springer, Bertelsmann und der deutschen Regierung eine unumstößliche Konstante im Geschichtsverständnis des Blöd-Zeitungslesers.
    Zuerst einmal, die Ostblockstaaten hätten weiterhin als Pufferzone zwischen Russland (und seinem ehemaligen wie auch neuen Interessenbereich) und dem Yankee- gelenkten Europa bleiben müssen - es wäre uns und den betroffenen Bevölkerungen vieles erspart geblieben.
    Die Eurokraten in Brüssel und unsere Kanzlerin sollen keine Politik der USA betreiben,
    es sei denn, die EU muss den Vorgaben aus Washington folge leisten.
    Europa ist nicht nur die jetzige EU, auch Russland ist ein Teil von Europa und sollte dringend in die Köpfe unser Politiker. Wir wollen keinen Krieg mit Russland, auch keinen kalten Krieg der Europa in die Zeit des vergangnen Jahrhunderts erinnert.
    Deutschland/Europa sollte hier nicht mitspielen und mit Russland einen eigenen konstruktiven Weg gehen. Ansonsten bleiben wir ewig unter dem US-Hegemonismus kleben=> siehe TTIP , Finanzkrise, etc. etc....
    Frau Gabriele Krone-Schmalz hatte das bereits bei ihrer Analyse zum Ukraine-Konflikt und der Ohrfeige für die deutschen Medien sehr treffend dargelegt. Sie sprach schon damals, dass allen Beteiligten in der EU klar gewesen sein muss, dass das Assoziierungsabkommen in seiner damaligen und heutigen Form die Ukraine zerreißen wird. Was wir in der Ukraine nun sehen, sind Ursache und Wirkung. Die EU und die USA tragen die alleinige Schuld für diesen Konflikt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Wenn es zu keiner Einigung kommt, dann bestimmt nicht weil Frankreich/Deutschland/Russland das nicht wollen, sondern weil die Kiewer Hardliner keinen Millimeter von ihren Maximalvorstellungen abweichen.

    Nur die USA, die sich aus den Verhandlungen heraushalten (warum wohl?) wären in der Lage ihre Kiewer Bundesgenossen in Richtung Kompromiss zu steuern.

    Wenn in den USA im Vorlauf der Entschluss gefallen, ist die Situation zu eskalieren, wird es so kommen.

  • Der Plan des Russlandhassers “Zbigniew Brzezinski” wird von den USA umgesetzt.

    Amerika braucht diesen Krieg.
    Amerika braucht frische Vasallen sonst funktioniert ihr System nicht mehr.
    Erst wenn die Ukraine genommen ist, ähnlich wie es derzeit in Syrien ab läuft,
    wird der Durchmarsch bis nach Iran frei sein. Der eurasische Raum kann unterjocht werden.
    Nicht anderes sind die US Amerikanischen Pläne.
    Amerika will und braucht diesen Krieg.
    Was wir in Minsk erleben ist großes Theater mehr nicht.
    Wenn Amerika diesen Krieg nicht bekommt, dann wird Amerika als Grossmacht von der Weltbühne langsam verschwinden.
    Allein die Staatsschulden Amerikas zeigen dass Amerika diesen Krieg braucht.

  • Man muß mal zurückgehen in dieser Krie.
    Angefangen mit dem Zündeln in der Ukraine haben die USA, die EU und Merkel.
    Man will ja wohl nicht auch noch Putin für die Toten auf dem Maidan verantwortlich machen. Fakt ist, das Ausreiten dieser kriminellen EU, also Brüssel.
    Hinzu kommt, dass man mal hinterfragen uß, was die USA den mit dem russ. Kontinent zu tun haben. Will Obama die Weltherrschaft?
    Noch nie war ein amerikan. Präsident so dreist und hat nach dem rss. Kontinent gegriffen.
    Diese Dinge müssen aufgearbeiet werden

  • Wer denkt, dass man Russland mit Waffengewalt zwingen kann, ist genau so naiv wie Napoleon und Hitler zusammen.

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