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Globale Risiken Pandemien führen die Gefahrenliste der Unternehmen an

Nach neuen Untersuchungen des World Economic Forums und der Allianz müssen Betriebe ihr Risikomanagement im Zuge der Coronakrise neu bewerten.
19.01.2021 - 13:00 Uhr Kommentieren
Die Pandemie hat viele Prognosen obsolet gemacht. Quelle: Reuters
Reinigungsteam in Wuhan im April 2020.

Die Pandemie hat viele Prognosen obsolet gemacht.

(Foto: Reuters)

Berlin Die Corona-Pandemie hat die globale Risikolandschaft für Unternehmen dramatisch verändert. Früher oft unterschätzte Gesundheitsgefahren sind heute für viele Risikomanager die größte unmittelbare Bedrohung für Betriebe.

Das ist das Ergebnis zweier wichtiger Untersuchungen, die jetzt das World Economic Forum (WEF) und die Allianz vorgelegt haben. Sowohl im Global Risk Report des WEF als auch im Allianz Risk Barometer dominieren die Coronakrise und ihre Auswirkungen das Risikomanagement der Unternehmen für die nächsten Jahre.

„Wir wissen, wie schwierig es für Regierungen, Unternehmen und andere Stakeholder ist, solche langfristigen Risiken anzugehen, aber wir alle müssen lernen, dass Risiken nicht weniger wahrscheinlich werden, wenn wir sie ignorieren“, sagte Saadia Zahidi, Managing Director des WEF.

Ähnlich klang es bei der Allianz: „Betriebsunterbrechung, Pandemie und Cyber sind stark miteinander verknüpft und zeigen die wachsende Verwundbarkeit unserer hochgradig globalisierten und vernetzten Welt auf“, sagte Joachim Müller, Chef der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS).

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    Das WEF befragt jedes Jahr rund 1000 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nach ihren Risikoeinschätzungen. In das Allianz Risk Barometer fließen die Meinungen von knapp 2800 Experten aus 92 Ländern ein, darunter Vorstandschefs, Risikomanager, Makler und Versicherungsexperten.

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    Gemessen an der Eintrittswahrscheinlichkeit dominieren wie in den Vorjahren die Natur- und Umweltrisiken die Gefahrenliste des World Economic Forums. Gegen den Klimawandel gebe es kein Vakzin, sagte Peter Giger, Chef des Risikomanagements bei der Zurich Insurance Group. WEF-Direktorin Zahidi wies außerdem darauf hin, dass der Klimawandel oft auch die Gefahren einer Pandemie verstärke. „Der Klimawandel bleibt das größte globale Risiko, aber wir müssen stärker auf jene Gefahren achten, die damit verbunden sind“, sagte sie.

    Sichtbar wird der Schock der Pandemie bei der Frage, welche Gefahr die größten Auswirkungen hat. Hier haben die Risiken ansteckender Krankheiten sogar die enormen Auswirkungen der Erderwärmung von Platz eins verdrängt. Noch deutlicher wird dieses Bild bei der kurzfristigen Risikoeinschätzung: Über die nächsten zwei Jahre stellen Gesundheitsrisiken und die damit verbundene Gefahr für die wirtschaftliche Existenz die beiden größten Gefahrenherde dar.

    Pandemie verschärft wirtschaftliche und digitale Ungleichheit

    Auf mittlere Sicht (bis zu fünf Jahren) treten wirtschaftliche und technologische Risiken wie das Platzen von Finanzblasen und der Zusammenbruch der IT-Infrastruktur in den Vordergrund.

    „Während die Pandemie viele Länder auf der ganzen Welt weiterhin fest im Griff hat, müssen wir uns auf häufigere Extremszenarien einstellen – beispielsweise einen globalen Cloud-Ausfall oder Cyberangriff, Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels oder sogar einen weiteren Seuchenausbruch“, warnte Allianz-Manager Müller.

    Das Risiko Barometer der Münchener zeigt, dass die Gefahr einer Betriebsunterbrechung ganz oben auf der Sorgenliste der Experten steht, dicht gefolgt von der Pandemie und möglichen Cyberattacken. In Deutschland fürchten die Fachleute die Folgen eines Cyberangriffs sogar noch mehr als die Auswirkungen der Pandemie.

    Die Coronakrise hat jedoch nicht nur neue Gefahren ins Bewusstsein der Unternehmen gerückt, sondern auch alte Risiken verstärkt. Der Druck auf Finanzen, digitale Transformation und Reputation, der aus der Covid-19-Pandemie resultiere, drohe viele Unternehmen und ihre Belegschaften auf den Märkten der Zukunft zurückzulassen, heißt es in dem WEF-Report.

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    „Während Regierungen, Unternehmen und Gesellschaften beginnen, sich von der Pandemie zu erholen, müssen sie jetzt dringend neue wirtschaftliche und soziale Systeme gestalten, die unsere kollektive Widerstandsfähigkeit und Fähigkeit, auf Schocks zu reagieren, verbessern und gleichzeitig die Ungleichheit verringern, die Gesundheit verbessern und den Planeten schützen“, beschrieb WEF-Direktorin Zahidi die Herkulesaufgabe.

    Erschwert werde der Neuanfang dadurch, dass die Pandemie die soziale Ungleichheit verstärke, die digitale Spaltung vergrößere und die Machtkonzentration in der Wirtschaft erhöht habe.

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    Einen Trost hatte Harald Nikutta, Partner bei der Risikoberatung Control Risks, parat: Es gebe sicher viele Unternehmen, die mit dem Rücken zur Wand stünden. „Aber wir hören auch von Firmen mit vollen Auftragsbüchern, die sich inzwischen an die Bedingungen der Pandemie gewöhnt haben“, sagte er. Die Ausgangslage für die Erholung sei sehr heterogen.

    Ein fragmentierter Ausstieg aus der Pandemie werde zu Spannungen zwischen – und innerhalb von – Ländern führen, und zwar zwischen denen, die früh über Impfstoffe verfügten, und denen, die erstmal leer ausgingen.

    Mehr: Bundesregierung schnürt neues Rettungspaket für die Wirtschaft.

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