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Globalisierung Trumps Handelskonflikte verunsichern den Weltmarkt

Die WTO sorgt sich um die globale Wirtschaft und warnt vor grassierendem Protektionismus. Vor allem die USA und China sollten ihre Handelskonflikte beilegen.
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„Die ganze Welt verliert“, warnt der WTO-Generaldirektor. Quelle: AFP
Roberto Azevêdo

„Die ganze Welt verliert“, warnt der WTO-Generaldirektor.

(Foto: AFP)

GenfDer anhaltende Handelskonflikt zwischen den Wirtschaftssupermächten USA und China beschädigt den globalen Warenaustausch. „Wir sind nicht in einer guten Verfassung“, betonte der Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo, am Dienstag in Genf.

Der Brasilianer sprach von „hoher Unsicherheit“ durch den protektionistischen Schlagabtausch zwischen Amerikanern und Chinesen, der weitgehend von US-Präsident Donald Trump angezettelt wurde. Diese Unsicherheit wirkt sich negativ auf Investitionen und Konsum aus. „Die ganze Welt verliert“, warnte Azevêdo, dessen WTO globale Handelsregeln aufstellt und überwacht.

Der WTO-Chef präsentierte die jüngsten Entwicklungen, die keinen Anlass zur Zuversicht geben: Danach betrug das volumenmäßige Wachstum des globalen Warenhandels 2017 noch rund 4,6 Prozent. Im Jahr 2018 sackte das Wachstum auf drei Prozent ab. Und im Jahr 2019 dürfte es nach den Berechnungen der WTO-Ökonomen bei nur noch 2,6 Prozent liegen. Der Schrumpfprozess könnte erst 2020 gestoppt werden und das Plus wieder drei Prozent betragen. Ein positiver Trend wird aber nur einsetzen, wenn es an der Handelsfront zu einer Beruhigung kommen wird.

Derzeit versuchen Unterhändler der USA und China, den bilateralen Konflikt mit globalen Auswirkungen zu entschärfen. Azevêdo appellierte an die Streithähne in Washington und Peking, ökonomische Vernunft walten zu lassen. Dabei ist der WTO-Generalsdirektor durchaus von Eigennutz getrieben: Je länger die USA und China WTO-Regeln beiseite wischen, desto mehr leidet auch die Autorität der in Genf beheimateten Organisation.

Die Amerikaner sperren sich ohnehin gegen die Neubesetzung von Richterstellen beim WTO-Berufungsgericht. Damit riskieren sie die Funktionsfähigkeit der gesamten WTO-Gerichtsbarkeit.

Dass die USA und China die Hauptverantwortung für den um sich greifenden Protektionismus tragen, belegt die WTO mit Zahlen: Zwischen Mitte Mai und Mitte Oktober 2018 verhängten die größten Wirtschaftsmächte (G20) neue Strafzölle und andere restriktive Maßnahmen, die Handelsgüter im Wert von 481 Milliarden Dollar betrafen. Das ist laut WTO der höchste jemals von ihr berechnete Wert. Allein der Konflikt zwischen den USA und China zieht Handelsgüter mit einem Wert von 350 Milliarden Dollar in Mitleidenschaft.

Doch das erlahmende Wachstum des Warenaustauschs lässt sich nicht nur auf die Zwiste zurückführen. Die WTO-Ökonomen nennen als weitere Gründe die schwächer werdende globale Wirtschaftsleistung, die Volatilität auf den Finanzmärkten und auch den Shutdown der US-Regierung.

Wie der möglicherweise kurz bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU den Welthandel beeinflusst, lassen die WTO-Ökonomen offen. Allerdings wagen die Genfer Fachleute eine Aussage: In den meisten Brexit-Szenarien wird es zu geringeren Investitionen in Großbritannien kommen. Und damit dürfte auch die Handelskraft der Briten sinken.

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