Goldschatz der Bundesbank Euro-Rettungsfonds soll ohne deutsches Gold auskommen

Deutschland will sich dagegen wehren, den Euro-Rettungsfonds mit dem Goldschatz der Bundesbank abzusichern. Regierungssprecher Steffen Seibert erteilt den Plänen eine klare Absage.
Update: 06.11.2011 - 22:12 Uhr 10 Kommentare
Spekulationen über den Einsatz von deutschen Goldreserven beim EFSF häufen sich Quelle: dpa

Spekulationen über den Einsatz von deutschen Goldreserven beim EFSF häufen sich

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Berlin Regierungssprecher Steffen Seibert hat Berichten über eine möglichen Einsatz von Währungsreserven der Euro-Notenbanken für den Euro-Rettungsfonds EFSF widersprochen. Es gebe keinerlei Anlass über die Goldreserven der Bundesrepublik Deutschland zu spekulieren, sagte Seibert dem ARD-Fernsehen am Sonntag.

„Die deutschen Goldreserven waren überhaupt kein Thema auf dem G-20 Gipfel in Cannes“. Es sei „allein die unabhängige Bundesbank, die über die Goldreserven verfügen kann“, sagte Seibert. Auch beim Eurogruppentreffen in Brüssel am Montag gehe es nicht um die deutschen Reserven, sondern darum, den Rettungsschirm möglichst wirkungsvoll zu nutzen.

Die „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und „Welt am Sonntag“ hatten berichtet, dass es beim G-20-Gipfel in Cannes Versuche gegeben habe, den EFSF mit einem Teil der Währungsreserven der Euro-Notenbanken aufzufüllen. Dies wäre demnach nicht nur ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Bundesbank, auch die deutsche Haftungssumme beim Rettungsschirm würde so durch die Hintertür erhöht, hieß es in den Berichten weiter.

Laut Zeitungsbericht planen die Regierungen Deutschlands und Frankreichs wegen der Schuldenkrise einen Angriff auf den Goldschatz der Bundesbank. Mittels der seit Jahrzehnten aufgebauten Gold- und Devisenreserven der Bundesbank solle die Haftung Deutschlands in der Krise um mehr als 15 Milliarden Euro erhöht werden. Dies hatte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf Verhandlungskreise des G-20-Gipfels in Cannes berichtet. Auf diesem Wege solle der Bundestag umgangen werden. Hintergrund sei, dass die Feuerkraft des 440 Milliarden Euro schweren Euro-Rettungsfonds EFSF nicht ausreichen werde, sobald größere Staaten ins Wanken kämen.

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann drängt auf eine rasche Aufstockung des Euro-Rettungsschirms, um die Staatsfinanzierung von Italien und Spanien in den nächsten drei Jahren sicherzustellen. Er sprach sich allerdings strikt gegen Pläne aus, die Währungsreserven einzelner Länder für die Euro-Rettung zu verpfänden. „Das ist verständlich, das würde ich aber verheerend finden.“

  • afp
  • rtr
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10 Kommentare zu "Goldschatz der Bundesbank: Euro-Rettungsfonds soll ohne deutsches Gold auskommen"

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  • Kann nicht sein - so wie der geht.

  • aber das war doch 100% ne Bedingung der Chinesen! Die wollten nur EFSF Anteile kaufen, wenn man nachher günstig an die Goldreserven kommt.

  • Trotzdem ist wichtig was er sagt. Und manchmal auch wie. Nicht vergessen: Politiker sind ganz legal per Gesetz organisierte Trickbetrüger in Nadelstreifen.
    (siehe §129 Absatz 2 Satz 1 StGB)

    Deutschland WILL sich der Plünderung seiner Goldreserven zur Wehr setzen. Das ist eine völlig unverbindliche Absichtserklärung. Die kann man einhalten, muß es aber nicht. Also nicht wundern, wenn ab Montagabend deutsche Sparstrümpfe goldhaltiger sind als deutsche Währungsreserven. Die brauchen wir ja eh nicht mehr. Wir haben ja jetzt den Euro...

    Daß in Cannes der Artenschutz von rosa Elefanten "kein Thema" war, würde ich ihm abkaufen. Daß die deutschen Währungsreserven dort irgendwann auf dem Spieltisch lagen, hat Ackermann unfreiwillig bestätigt.

    Damit hat der feine Herr Regierungssprecher, mindestens dieses eine Mal, nachweislich die Öffentlichkeit belogen.

  • Das muß Sie doch nicht wundern, die Herren von der Presse, von Herrn Mathias Naß, Herrn Mathias Döpfner bis zu Herrn Josef Joffe sind doch alle verdonnert kein Sterbenswörchen verlauten zu lassen, obwohl sie die regelmäßige Ehre haben zu den Eingeladenen zu gehören.

  • Kein normal denkender Mensch nimmt für voll, was ein BRD-Regierungssprecher von sich gibt.

  • Ist bei Sarkozy sinnlos, der Bonsai hat keine Eier in der Hose...

  • Diese Franzosen sind ja ganz schöne Schmarotzer. Sie tun so als wollten Sie mit uns Europe retten und sind doch selbst pleite, ohne jede Innovation und bequem.

    Sarkozy, genug geschleimt... Habt ihr denn keinen Minister mit Eiern in der Hose?

  • Na also, der erfolgreiche Angriff auf den deutschen Staatsschatz wäre auch der Tropfen gewesen, der das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hätte .Es ist eh schon bis absolut zum Rand gefüllt. Wer jetzt noch in irgendeiner Form wackeln sollte, bekommt den Denkzettel den er verdient und zwar in der Form, dass er sein Gesäß behandeln muss, wie kürzlich unser Finanzminister.

  • Wir müssen den Euro nicht retten, sondern abschaffen!

    Anbei eine Suche bei unseren "unabhängigen" Zeitungen:

    Wer bei tagesschau.de, dieZeit.de oder handelsblatt.de
    den Suchbegriff Bilderberg eingibt, der bekommt keine Treffer.

    Besonders schwer werfe ich das der öffentlich rechtlichen "tagesschau.de" vor! Ihr Verbrecher in Reinkultur! Ihr seit doch der Wahrheit verschrieben, oder?;-)

    Anders sieht es bei englischen Seiten aus:

    Bei The Times gab es 57 Treffer.

    Bei The Gurdian gab es 104 Treffer.

    Bei The Telegraph gab es 18 Treffer.

    Damit ist bewiesen, dass Deutschland eine (von wenigen) gelenkte Presse hat, die nur gefilterte Information an die Bürger weitergibt. Man muß ausländische Presse lesen, um gut informiert zu sein. Aber solche Zustände habe ich immer nur der UdSSR zugetraut. Aber scheinbar gilt das auch für die EUdSSR!

    "The Gurdian" ist jetzt meine Startseite. Wazu soll ich gefilterten Quatsch mit Soße lesen?

  • Steffen Seibert kann schon formulieren. Und wenn er formuliert "Deutschland will sich dagegen wehren", also "will", dann heißt das nicht, dass sich Deutschland bereits gewehrt hat.

    Das kann doch nicht wahr sein. An den Verhandlungstisch gehören Experten. Für Machtpolitiker ist das Thema zusehr fachmännisch angelegt.

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