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Golf-Konflikt Pompeo nannte den Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen „kriegerischen Akt“ des Irans

Saudi-Arabien legte Beweise für die Verwicklung Irans in die Drohnenangriffe auf Ölanlagen vor. Aus Washington bekommt der Verbündete Rückendeckung.
Update: 19.09.2019 - 00:49 Uhr Kommentieren
Der US-Außenminister bezeichnete den Angriff auf die Ölanlagen des Landes als „kriegerischen Akt“ des Irans. Quelle: AP
Mike Pompeo in Saudi-Arabien

Der US-Außenminister bezeichnete den Angriff auf die Ölanlagen des Landes als „kriegerischen Akt“ des Irans.

(Foto: AP)

Washington Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo hat den Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen als „kriegerischen Akt“ des Irans bezeichnet. Er erklärte am Mittwoch in Saudi-Arabien: „Die Saudis sind die Nation, die angegriffen wurde. Es war auf ihrem Boden. Es war ein direkter kriegerischer Akt gegen sie.“ Bereits auf dem Flug nach Saudi-Arabien hatte er gesagt, es spiele keine Rolle, dass die jemenitischen Huthi-Rebellen erklärt hätten, sie hätten den Drohnen-Angriff am Wochenende ausgeführt. „Das war ein iranischer Angriff“, sagte Pompeo. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, die Sanktionen gegen den Iran „bedeutend (zu) verstärken“. Er habe Finanzminister Steven Mnuchin angewiesen, das in die Wege zu leiten, erklärte Trump am Mittwoch auf Twitter.

US-Außenminister Pompeo traf kurz nach einer Pressekonferenz des saudischen Militärs ein, das in der Schuldzuweisung an den Iran nicht so weit wie er ging. Militärsprecher Turki al-Malki präsentierte Teile von Drohnen und Marschflugkörpern, die nach dem Angriff gefunden und als iranische Waffen identifiziert worden seien. Er zeigte auch die Videoaufnahme einer Drohne, die sich von Norden näherte.

„Dieser Angriff kam nicht vom Jemen aus, trotz aller iranischer Anstrengungen, es so aussehen zu lassen“, sagte Al-Turki. Er verwies darauf, dass die verwendeten Marschflugkörper eine Reichweite von 700 Kilometer hätten, was bedeute, dass sie nicht im Jemen abgefeuert worden sein könnten. „Der Angriff wurde von Norden gestartet und zweifellos vom Iran unterstützt“, sagte er. Die bei dem Angriff benutzten Drohnen seien außerhalb der Reichweite der Drohnen, die die Huthis benutzten. Bei dem Angriff auf die Ölraffinerie in Abkaik seien 18 Drohnen eingesetzt worden, bei der Attacke auf die Ölanlagen in Churais insgesamt sieben Marschflugkörper. Vier der Raketen hätten ihr Ziel erreicht, drei weitere seien vorher auf den Boden geschlagen.

Zuvor hatten Saudi-Arabien und die USA bereits ihre Vorwürfe gegen den Iran nach den Angriffen auf zentrale Ölanlagen im Königreich verstärkt. Es sei so gut wie sicher, dass der Iran die Attacken unterstützt habe, sagte der saudi-arabische Botschafter in London, Prinz Chalid bin Bander, am Mittwoch der BBC.

Die Islamische Republik wies die Vorwürfe entschieden zurück. Wie Saudi-Arabien beteuerte sie ihr grundsätzliches Interesse an einer Deeskalation. Ali Schamchani von Obersten Nationalen Sicherheitsrat des Iran warnte aber zugleich laut einem Bericht der Zeitung „Etemad“, sein Land sei darauf vorbereitet, „Aggressoren mit einer vernichtenden und umfassenden Antwort auf mögliche böse Aktionen zu überraschen“.

Prinz Chalid bin Bander sagte, Saudi-Arabien wolle nicht übereilt handeln. „Denn das Letzte, was wir brauchen, ist ein weiterer Konflikt in der Region.“ Sein Land versuche gemeinsam mit den USA, Großbritannien, den Vereinten Nationen und anderen Partnern aufzuklären, woher die Angriffe gekommen seien. Frankreich kündigte die Entsendung eigener Experten nach Riad an, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Die Bundesregierung will gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien zu einer Bewertung der Anschläge kommen. Dazu würden die bisherigen Informationen mit eigenen Erkenntnissen abgeglichen, sagte Außenminister Heiko Maas. Russlands Präsident Wladimir Putin forderte nach Angaben des Kreml in einem Telefonat mit dem Kronprinzen eine sorgfältige und unvoreingenommene Untersuchung der Angriffe.

Irans Verteidigungsminister Amir Hatami sagte laut einem Bericht der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tasnim, der Iran habe bei den Angriffen am Wochenende keine Rolle gespielt. Die Lage sei klar: Der Konflikt herrsche zwischen zwei Ländern, dem Jemen und Saudi-Arabien. Die Huthi-Rebellen im Jemen haben die Angriffe, bei denen fünf Prozent der globalen Erdölproduktion ausgeschaltet wurden, für sich reklamiert. Die Miliz wird von Irans geistlichen Führern unterstützt. Militärische oder finanzielle Hilfen fließen nach Angaben Teherans aber nicht.

Wer steckt hinter den Angriffen auf die Ölraffinerie?

„Wir wollen keinen Konflikt in der Region“, sagte Irans Präsident Hassan Ruhani in einem von iranischen Medien verbreiteten Video. „Wer hat den Konflikt begonnen? Nicht die Jemeniten. Es waren Saudi-Arabien, die Emirate, Amerika, bestimmte europäische Länder und das zionistische Regime (Israel), die den Krieg in dieser Region begonnen haben.“

Ruhani hat erklärt, der Angriff der Huthis sei eine Warnung der Miliz gewesen nach Angriffen auf Krankenhäuser, Schulen und Märkten im Jemen, die der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition zugeschrieben worden seien. Saudi-Arabien kämpft mit einer breiten Militärallianz an der Seite der international anerkannten, von den Huthis aber weitgehend entmachteten Regierung des Jemen.

Mehr: Saudi-Arabien will die Ölproduktion bis Ende September wiederherstellen

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  • dpa
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