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Golf-Staaten Investitionen gegen die Revolution

Die Staaten am Golf investieren kräftig in ihre eigene Infrastruktur. Damit kurbeln sie die heimische Wirtschaft an - hoffen, sich so gegen den ägyptischen Virus zu wappnen.
  • Mathias Brüggmann
09.07.2011 - 10:58 Uhr 3 Kommentare
Eine Baustelle in Dubai. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Finanzkrise überstanden. Quelle: Reuters

Eine Baustelle in Dubai. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Finanzkrise überstanden.

(Foto: Reuters)

Berlin Führende westliche Investmentbanken schrauben die Wachstumsprognosen für die Golf-Staaten hoch. Dabei sind nicht nur die wieder stark gestiegenen Ölpreise der Auslöser, sondern insbesondere die Rebellionen in vielen arabischen Ländern. Aus Furcht vor einem Übergreifen der anhaltenden Proteste vor allem in Nordafrika, Syrien und Jemen auf ihre Länder, haben die Golf-Staaten massive Investitionsprogramme aufgelegt, die die Wirtschaft massiv ankurbeln.

"Die gewaltigen Ausgabenprogramme für Infrastrukturvorhaben sind der Schlüsselfaktor für Wirtschaftswachstum am Golf", sagte der Chefökonom für den Mittleren Osten und Nordafrika (Mena) bei der Großbank HSBC, Simon Williams. Er rechne trotz der erheblichen Wachstumsschwächen in Ägypten, Tunesien und Libyen mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Mena-Region um 4,5 bis fünf Prozent im laufenden Jahr.

Wie die Golf-Staaten auf die arabischen Unruhen reagieren
Formel 1 Bahrain
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Im Königreich Bahrain herrschen seit Februar Unruhen. Das führte nicht nur dazu, dass das Formel-1-Rennen nicht stattfand, sonst hemmt insgesamt die Wirtschaft. Für 2011 wurde für Bahrain ein Zuwachs von 3,1 Prozent erwartet, im nächsten Jahr gehen die Experten derzeit von einem Rückgang um 2,2 Prozent aus. Damit landet Bahrain auf dem letzten Platz unter den Golf-Staaten.

(Foto: dpa)
To match Feature FRONTIERS/GULF
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Der kleine Golf-Staat Kuwait bezieht über 90 Prozent seiner Einnahmen aus der Erdölförderung und steht auf Platz 11 der reichsten Länder der Welt. Für 2012 wird für das Land ein Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent erwartet.

 

(Foto: Reuters)
Dubai World einigt sich mit Gläubigern
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Die Krise haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) überstanden, aber nun könnten steigende Lebensmittelpreise zu sozialen Unruhen führen. Um diesen vorzubeugen, haben die VAE vor kurzem trotz Protest von Konzernen die Preise für Nahrungsmittel eingefroren. Wirtschaftlich geht es mit moderatem Zuwachs weiter aufwärts. Für 2011 wird ein Wachstum von 3,3 Prozent vorhergesagt, 2012 sollen es immerhin noch 2,8 Prozent werden.

(Foto: dpa)
mare TV
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Selbst das kleine Sultanat Oman boomt, dem Erdölexport sei dank. Für 2012 rechnen Experten mit einem Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent. Sein Volk von 2,5 Millionen hält Sultan Qabus derzeit noch unter Kontrolle. Damit das auch so bleibt, werden in den nächsten fünf Jahren 78 Milliarden Dollar in Infrastruktur-Programme gesteckt.

(Foto: picture-alliance/ obsNDR)
Riad Kingdom-Tower
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Auch Saudi-Arabien hat hohe Wachstumsraten vorzuweisen. Das Land erlebt derzeit das stärkste Wachstum seit einer Dekade. Für 2011 rechnet der IWF mit einem Zuwachs von 7,5 Prozent. Auch 2012 dürfte der Wüstenstaat mit erwarteten 4,9 Prozent auf Platz 2 der am schnellsten wachsenden Golf-Länder stehen. Saudi-Arabien versucht derzeit, seine Bevölkerung mit Infrastrukturprojekten ruhig zu stellen und lässt 200 Krankenhäuser und Wohnungen für 67 Milliarden Dollar bauen.

(Foto: dpa)
Treffen der Libyen Kontaktgruppe in Doha
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20,0 Prozent Zuwachs erwartet der IWF für 2011 für die Wirtschaft in Katar und auch für 2012 steht Katar mit einem prognostizierten Wachstum von 7,5 Prozent an der Spitze der Golfstaaten. Der weltgrößte Produzent von Flüssiggas richtet 2022 die Fußballweltmeisterschaft aus und baut derzeit für vier Milliarden Dollar neue Stadien. 57 Milliarden investiert Katar im Zuge der WM in den Ausbau seiner Infrastruktur.

(Foto: dpa)

"Und die Golf-Staaten haben sogar eine noch stärkere Dynamik", ergänzte Shady Shaber von Standard Chartered. Vor allem, da dort auch die Privatinvestitionen und die Kreditvergabe durch Banken wieder anziehe.
Mit Katar wird sogar ein Golfstaat mit einem erwarteten BIP-Zuwachs von 20 Prozent laut Internationalem Währungsfonds (IWF) dieses Jahr Wachstums-Weltmeister. Doch auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben die Krise inzwischen abgeschüttelt - nicht nur dank der wieder gestiegenen Ölpreise.

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    3 Kommentare zu "Golf-Staaten: Investitionen gegen die Revolution"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der eine Kameltreiber stellt sich für die Erlöse seiner Bemühungen einen Porsche in die Garage, der andere zusätzlich noch den Turm zu Babel in den Wüstensand.

      Macht weiter so und legt noch einen Zahn zu. Nur so kriegen wir euch von von der Erdoberfläche getilgt.
      .

    • Vor allem ist man dann gerne Kameltreiber, wenn man selbst an den Bauten am meißten verdient. Daß man auch auf diesem Ast sitzt, scheint den hiesigen Kameltreibern nur ein nebensächliches Ereignis zu sein.
      .

    • Auf diesem Bild wird das Sprichwort "das Geld in den Sand gesetzt" buchstäblich. Warum gebietet diesen Kameltreibern keiner Einhalt. Aber man kann sie größtenteils entschuldigen, sie sind gefangen in eurem sogenannten Wertesystem.

      Daß sie selbst am am weitesten fortgeschritten sind bei der Bemühung, wie säge ich am schnellsten den Ast durch auf dem ich sitze, scheint ihnen aufgrund ihres Kameltreiberdaseins nicht aufzufallen. Aber an Kameltreibern herrscht weltweit kein Mangel.

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