Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Goulard-Ersatz Ex-Minister Breton soll EU-Kommissar werden – Macrons Vorschlag ist mehr als eine Notlösung

Frankreichs Präsident Macron lenkt im Zwist mit dem EU-Parlament ein: Die als EU-Kommissarin durchgefallene Kandidatin Goulard soll von Manager Thierry Breton ersetzt werden.
24.10.2019 Update: 24.10.2019 - 12:10 Uhr Kommentieren
Der ehemalige französische Wirtschaftsminister soll Frankreich in der EU-Kommission vertreten. Quelle: AFP
Thierry Breton

Der ehemalige französische Wirtschaftsminister soll Frankreich in der EU-Kommission vertreten.

(Foto: AFP)

Paris Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat einen Ersatz für die am Widerstand des Europaparlaments gescheiterte Sylvie Goulard gefunden. Der frühere Wirtschaftsminister und Chef von France Télécom, Thierry Breton, soll französischer EU-Kommissar werden. Breton führt heute das Technologieunternehmen Atos, ein Spezialist für die Digitalisierung der Industrie und Hersteller von Supercomputern.

Der 64-Jährige genießt nicht nur in Frankreich hohes Ansehen. Er hat seine Karriere beim Informationstechnologie-Unternehmen Bull begonnen, das später von Atos übernommen wurde. Nach Thomson führte er drei Jahre lang France Télécom und war von 2005 bis 2007 Wirtschafts- und Finanzminister unter Jacques Chirac. Er kommt also von den Konservativen, hat sich aber bereits vor dem ersten Wahlgang 2017 für Macron ausgesprochen.

Atos ist mit Siemens verbunden, dessen IT- Solutions die Franzosen 2010 gekauft haben. Im März 2018 verstärkten beide ihre strategische Allianz. „Wir verbinden unsere industriellen und technologischen Kenntnisse, um den digitalen Wandel unserer Kunden zu begleiten“, sagte Breton damals.

Der Franzose ist gut auf das breite Portfolio vorbereitet, für das er als Kommissar verantwortlich sein soll. Es reicht vom Binnenmarkt über Industrie und Digitalisierung bis hin zur Verteidigung. Da es aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit zu Interessenkonflikten kommen könnte, sagte der Elysée-Palast bereits am Donnerstag, Breton werde entsprechende Fragen der EU-Abgeordneten beantworten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Als Minister habe er das Thema „mit Entschiedenheit behandelt, indem er die Verantwortung für sämtliche Fragen, die früher von ihm geleitete Unternehmen betrafen, abgegeben hat“. Was das genau für seine Ressorts als Kommissar bedeutet, muss Breton in der bevorstehenden Anhörung klären.

    Macrons Kommissar erhält ein breites Aufgabenspektrum

    Der Vorschlag eines neuen Kandidaten bedeutet, dass Macron das Kriegsbeil mit Brüssel begraben hat. Er war äußerst erbost über die Ablehnung von Sylvie Goulard und hatte von „mangelnder Stabilität im Europaparlament“ gesprochen. Indirekt drohten Berater damit, es werde solange keinen neuen französischen Vorschlag geben, bis eine klare Mehrheit im Parlament bestehe – auch vorab für den neuen französischen Aspiranten.

    Das wäre ein Verstoß gegen die europäischen Regeln gewesen, hätte die Amtseinführung der neuen EU-Kommission verzögert und zu einem Fehlstart von Ursula von der Leyen, der neuen Kommissionspräsidentin, führen können. Doch Macron hat nun vorgezogen, die Situation nicht zuzuspitzen.

    Für ihn ging es auch darum, das ungemein breite Aufgabenspektrum zu behalten, dass von der Leyen für Goulard vorgesehen hatte. Im Parlament waren Stimmen laut geworden, die eine Aufspaltung verlangten.

    Der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, sagte vor zehn Tagen in einem Interview mit der französischen Zeitung „Le Figaro“ dazu: „Wir müssen sehen, wer vorgeschlagen wird, um beurteilen zu können, ob Person und Portfolio zusammenpassen.“

    Mehr: Der Wechsel von Juncker zu von der Leyen läuft alles andere als reibungslos. Nachdem ihre Kandidatin Goulard abgelehnt wurde, kann ihr Team nicht mehr pünktlich starten.

    Startseite
    Mehr zu: Goulard-Ersatz - Ex-Minister Breton soll EU-Kommissar werden – Macrons Vorschlag ist mehr als eine Notlösung
    0 Kommentare zu "Goulard-Ersatz: Ex-Minister Breton soll EU-Kommissar werden – Macrons Vorschlag ist mehr als eine Notlösung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%