Greifen Sanktionen? Offenbar Waffenruhe in Libyen

In der Nacht verhängten die USA als erster Staat Sanktionen gegen Libyen. Während Uno und EU noch über Strafmaßnahmen beraten, schweigen in dem nordafrikanischem Land derweil die Waffen.
Update: 26.02.2011 - 10:44 Uhr 1 Kommentar
Wie die Nationen ihre Staatsbürger nach Hause holen
Libyan Unrest
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Mit drei Tagen Verspätung trafen am Freitag auf der Fähre "Maria Dolores" hunderte US-amerikanische Evakuierte auf Malta ein.

Libyan Unrest
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Wegen rauer See musste die Fähre zunächst zwei Tage im Hafen warten.

Unmittelbar nach der Evakuierung der letzten US-Bürger aus Libyen haben die USA als Reaktion auf die brutale Gewalt gegen Demonstranten Sanktionen gegen Tripolis verhängt.

huGO-BildID: 21063183 Britain Royal Navy
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Auch andere Nationen handelten bereits. Neben Flugzeugen setzte Großbritannien ein Schiff der Royal Navy ein, um Britische Bürger aus Libyen zu holen.

huGO-BildID: 21063182 Passengers disembark from
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Die HMS Cumberland verließ mit 207 Passagieren den Hafen von Malta, darunter 68 Briten. Weitere 42 Briten seien auf einer US-Fähre verschifft worden, so das Außenministerium.

Chinese evacuees from Libya wait to disembark at the port of Heraklio on the island of Crete
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Auch mehrere tausend Chinesen sind inzwischen aus Libyen nach Kreta in Sicherheit gebracht worden. Am Samstag erreichte eine griechische Fähre mit 2911 Chinesen und 13 EU-Bürgern die kretische Hafenstadt Iraklion.

Chinese evacuated from Libya arrive in Greece
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Eine andere Fähre mit 1900 Chinesen an Bord wird noch erwartet In der libyschen Hafenstadt Bengasi befndet sich eine dritte griechische Fähre, die am Abend auslaufen sollte, so das Staatsfernsehen.

Chinese evacuated from Libya arrive in Greece
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Bereits am Donnerstag waren knapp 4.600 Chinesen aus Bengasi evakuiert und nach Kreta gebracht worden. Insgesamt sollen rund 15.000 Chinesen auf diesen Weg Libyen verlassen. Sie sollen mit Sonderflügen von Kreta nach China gebracht werden.

Tripolis/Washington/BrüsselUSA frieren libysche Konten ein - Ruhe auf Tripolis' Straßen.

Die Zahl der Getreuen des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi schrumpft mit jedem Tag offenbar mehr. Am Samstag kontrollierten seine Truppen nur noch wenige größere Städte. Neben der Hauptstadt Tripolis waren dies unter anderem Gadames, Sebha und Gaddafis Heimatstadt Sirte.

Nach Angaben von Augenzeugen war es am Samstag früh ruhig in der Hauptstadt nachdem es am Freitagabend zu vereinzelten gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern Gaddafis gekommen war.

Die Gaddafi-Familie hatte zuvor widersprüchliche Signale gegeben. Einmal sprach Muammar al-Gaddafi davon, „das Volk“ zu bewaffnen und sein Sohn Saif al-Islam kündigte eine Offensive im Osten des Landes an, wo die Gaddafi-Truppen keinerlei Präsenz mehr haben. Dann wieder war von „friedlichen Lösungen“ und Verhandlungen die Rede.

Wie Gaddafis Sohn Saif al-Islam am Freitagabend in Tripolis mitteilte, wolle die Armee ihre Angriffe auf Aufständische aussetzten, um Gespräche zu ermöglichen. Er kündigte zugleich die baldige Wiederherstellung der staatlichen Kontrolle in den Städten im Osten des Landes an, die aber mittlerweile von Aufständischen beherrscht werden. Sein Vater hatte zuvor noch zum Kampf aufgerufen.

„Wir können jeden Angriff abwehren und das Volk bewaffnen“, drohte Gaddafi bei einem überraschenden Auftritt auf dem Grünen Platz in Tripolis. Er rief seine Gefolgsleute auf, protestierende Regimegegner zu töten.

Oppositionelle veröffentlichten im Internet derweil weitere Videos, auf denen angeblich afrikanische Söldner zu sehen sind, die Demonstranten angegriffen haben sollen. Auf einem dieser Videos ist ein Afrikaner in Uniform zu sehen, der in einer Blutlache am Boden liegt. Einige Libyer verhindern, dass ihn andere Demonstranten lynchen.

In den vergangenen Tagen hatten sich noch weitere Weggefährten Gaddafis von ihm losgesagt. Unter ihnen sind Ahmed Gaddaf al-Dam, ein Cousin des libyschen Staatschefs, und Abdulrahman Schalgam, der Botschafter Libyens bei den Vereinten Nationen in New York.

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1 Kommentar zu "Greifen Sanktionen?: Offenbar Waffenruhe in Libyen"

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  • Es läuft doch wieder mal darauf hinaus, dass die USA das Land / ÖL für sich vereinnahmen will.

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