Griechenland Athen will bei EZB-Anleihekäufen dabei sein

Wenn die Europäische Zentralbank Staatsanleihen ankauft, will auch Griechenland dabei sein. Finanzminister Hardouvelis erklärt im Interview, Athen sei geradezu der „ideale Empfänger“ für ein solches Programm.
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Der griechische Finanzminister Gikas Hardouvelis will, dass auch Griechenland von den Anleihekäufen der EZB profitiert. Quelle: Reuters

Der griechische Finanzminister Gikas Hardouvelis will, dass auch Griechenland von den Anleihekäufen der EZB profitiert.

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DüsseldorfKurz vor der erwarteten Verkündung des neuen Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank macht Griechenland Druck, nicht davon ausgenommen zu werden. „Wir sind das Land mit der höchsten Deflation, mit der höchsten Verschuldungsquote und den höchsten inländischen Zinssätzen“, sagte der griechische Finanzminister Gikas Hardouvelis in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Theoretisch sind wir aufgrund der Deflation und des Ziels der Preisstabilität der EZB der ideale Empfänger des Programms.“ Ein Ausschluss zum jetzigen Zeitpunkt sei seiner Ansicht nach „nicht korrekt“.

Im Vorfeld des EZB-Programms, von dem erwartet wird, dass EZB-Chef Mario Draghi es am morgigen Donnerstag in seinen Einzelheiten vorstellt, war über eine Ausnahmeregelung für Griechenland diskutiert worden
Die EZB solle ihre geldpolitischen Ziele nicht mit den politischen Entwicklungen in Griechenland verbinden, sagte Hardouvelis. In Griechenland wird an diesem Sonntag ein neuer Regierungschef gewählt. Derzeit liegt der Linkspolitiker Alexis Tsipras in den Umfragen vorn. Ob es für ihn zu einer Regierungsbildung reicht, ist aber noch unklar

Hardouvelis warnte, wer immer nach den Wahlen neuer Regierungschef werde, werde mit erheblichen Beschränkungen konfrontiert sein und müsse sofort handeln. Unter anderem läuft das 240 Milliarden Euro schwere Rettungsprogramm von EU und Internationalem Währungsfonds für Griechenland nur noch bis Februar. Die neue Regierung, egal ob unter dem jetzigen Regierungschef Samaras oder unter Tsipras, dürfte eine Verlängerung beantragen. In Brüssel wird bereits darüber diskutiert. Hardouvelis sagte, er würde es begrüßen, wenn die Gläubigertroika aus EU, EZB und Internationaler Währungsfonds eine Verlängerung gewähren würden.

Das vollständige Interview mit Gikas Hardouvelis finden Sie hier zum Download.

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9 Kommentare zu "Griechenland: Athen will bei EZB-Anleihekäufen dabei sein"

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  • Athen wird bei EZB-Anleihekäufen wegen der neuen Regierung nicht dabei sein.

  • Herr Bertram!

    Sie haben Deutschland vergessen. Deutschland hat ebenso hohe Staatsschulden wie Frankreich oder Italien. Werden auch deutsche Politiker den Anleihekauf deutscher Staatsanleihen einfordern, wie die Griechen? Was sonst?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Na dann mal los, weiter Geld drucken und den maroden Staaten des Geld in A. schieben. Zurück gezahlt wird sowieso nie, das wertlose Paper wird bei der EZB gelagert, ähnlich Atommüll. Immer in der Hoffnung, dass es nie ans Tageslicht kommt.
    Interessant auch manchmal die Vergleiche mit ähnlichen Aktionen der US-Notenbank, der Notenbank von England oder Japan. Der große Unterschied ist aber, dass es immer (wenn auch hier sinnlos) um Aufkäufe von eigenen Staatsanleihen geht, also US-Notenbank = US-Staatsanleihen. London hat nicht einmal den EURO. Hier in Europa geht es um Staatsanleihen unterschiedlicher Staaten, mit unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Zielen, mit einer schönen Gemeinschaftshaftung. Die presse verschweigt dies immer schön in den Beiträgen bzw. erzählt nur die Hälft dazu.

  • wer - wenn nicht Griechenland?
    wer - wenn nicht Italien?
    wer - wenn nicht Frankreich?
    wer - wenn nicht Spanien?
    wer - wenn nicht Portugal?

    Die "Großen" habe ich - der "Rest" wäre zu viel Aufwand

  • >> Athen will bei EZB-Anleihekäufen dabei sein >>

    Natürlich ist Athen dabei ! Denn für Länder wie Griechenland ist der Anleihenankauf doch gedacht !

    Die Hauptziele der Aktion ist doch die weitere Möglichkeit zur Schuldenerhöhung , insbesondere für hochverschuldete Staaten,

    sowie das Geldfluten, um den € weiter in den Keller zu treiben !

    Alles ganz im Sinne der Deutschen Wirtschaft !

    Europäisches Lügen-Fäkal-Pack !

  • Was meint Herr Hardouvelis?
    Kauft die EZB jetzt die verbürgten Anleihen von sich selbst? Wer hält die 240 Milliarden, die bis Ende Februar laufen? Erwarten die Griechen also doch direkte Staatsfinanzierung durch die EZB? Die Reformen in Griechenland konzentrieren sich also ausschließlich darauf, die 240 Mrd. Euro an die EZB abzutreten und in gleicher Höhe neues Geld auch von der EZB zu erhalten, oder? Sonst scheint man nicht, viel zu sehen, oder?

  • Gikas Hardouvelis?

    Wer griechische Anleihen kauft, gehört entweder in die Irrenanstalt.
    Oder man will uns nach Kräften Schaden zufügen, ein feindlicher Akt also. Dann gehört denen das Handwerk gelegt.

  • Die EZB macht Euro-Zone ohne Mitwirkung der Parlamente zu Schulden-Union.

    Es ist unfassbar und das größte Verbrechen des neuen Jahrtausends unter dem Beifall und der Tolerierung der Bundesregierung.

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