Griechenland Neue Regierung kündigt „Kampf“ mit EU an

Der Konservative Samaras wird Premier, der Sozialist Venizelos hält ihm den Rücken frei - um Griechenland doch noch vor dem Euro-Crash zu retten. Die schwierigste Rolle fällt dabei dem Finanzminister zu.
Update: 20.06.2012 - 16:12 Uhr 37 Kommentare
Pasok-Chef Venizelos und der neue Premier Samaras auf einem Monitor vor der Athener Börse. Quelle: dpa

Pasok-Chef Venizelos und der neue Premier Samaras auf einem Monitor vor der Athener Börse.

(Foto: dpa)

In Griechenland ist die Einigung auf eine Koalitionsregierung unter Führung der Konservativen unter Dach und Fach. Neuer Ministerpräsident ist der Vorsitzende der konservativen Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras. Staatspräsident Karolos Papoulias erteilte dem 61-Jährigen am Mittwoch das Mandat zur Bildung einer Regierung. Gleich darauf wurde Samaras als Ministerpräsident des Landes vereidigt. Papoulias wünschte ihm viel Erfolg: „Die Probleme, die vor Ihnen liegen, sind viele, und sie sind sehr schwierig.“

Nach Unterzeichnung des Koalitionsvertrages soll am Donnerstag das neue Kabinett vorgestellt werden. Wahrscheinlich wird es sich aus konservativen Politikern sowie Technokraten zusammensetzen, die das Vertrauen der beiden kleineren Koalitionspartner haben.

Evangelos Venizelos von den Sozialisten (Pasok) und Fotis Kouvelis von der Demokratischen Linken (Dimar) wollen die Regierung aktiv unterstützen, aber keine Parteimitglieder ins Kabinett entsenden. . Die drei Parteien haben gemeinsam eine klare Mehrheit von 179 der 300 Abgeordneten im griechischen Parlament.

Samaras wolle etwa ein Drittel der Ministerposten mit außerparlamentarischen Technokraten besetzen, hieß es in Athen. Den Schlüsselposten des Finanzministers soll der 65-jährige Wirtschaftsprofessor Vassilis Rapanos übernehmen, der bisherige Präsident der National Bank of Greece, des größten privaten griechischen Kreditinstituts.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Bundesregierung will Bericht der Troika abwarten
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Griechenland - Bank-Chef soll Finanzminister werden

37 Kommentare zu "Griechenland: Bank-Chef soll Finanzminister werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • In Griechenland läuft ja alles wie geschmiert. Die Söhnchen reicher Eltern gehen in die Politik. Das Volk hat nichts zu sagen, der Kuchen wird unter einigen wenigen reichen Familien und ihrer Politikerkinder aufgeteilt.

    Wir haben ein mächtiges Problem mir der Korruption in Griechenland. Was hier faktisch passiert, ist doch, dass die Familien Samaras und Co. die verarmte Bevölkerung Griechenlands uns wie eine Geisel vor die Nase halten und nach mehr Geld buhlen, nur um hinter diesem Schutzschild so weiter zu machen wie bisher.

    Ich stehe zunehmend auf dem Standpunkt, dass wir die Griechen von dieser Politik ihrer Politiker befreien müssen.

  • Mein Respekt und meine neidlose Anerkennung gilt den Griechen, wie sie Angela Merkel und Pofalla-Bär vor sich hertreiben. Das ist Klasse, das ist Strategie, das ist knallharte Politik. Davon kann man lernen ..
    Ein Bürger und deutscher Steuerzahler!

  • Solange ich mich erinnern kann kamen immer nur dreiste Forderungen und keine nennenswerten Gegenleistungen. Ein Argument der griechischen "etablierten Parteien" ist, dass sie schliesslich das ganze KnowHow hätten und jetzt einbringen könnten. Mein Vorschlag für die Griechen: Kickt dieses KnowHow ganz weit aus dem Land. So kommt dann eventuell nicht nur was bei den Bonzen, sondern auch mal beim Volk an.

  • Jetzt reichts! Deutschland muss endlich aus dem Euro austreten! Diese Politiker in Griechenland ist ein korruptes Betrügerpack, das zu feige ist, die Steuern bei den eigenen Landsleuten einzutreiben und bei dem nicht mal irgendeine Pfeife dabei ist, die bereits ist, für das Finanzministerium gerade zu stehen. Deutschland muss aus dem Euro austreten und dann können Herr Samaras und Herr Venizelos gerne mit dem großzügigen Herrn Hollande über weitere Hilfszahlungen verhandeln.
    Ich protestiere dagegen, dass auch nur ein Cent meiner Steuern verwendet wird, um diese Betrüger und die fortgesetzte Steuerhinterziehung in Griechenland zu alimentieren. Für die Einrichtung einer funktionierenden Steuerverwaltung braucht das Land keinen Aufschub. Für die Konfiszierung der illegal erworbenen griechischen Vermögen in der Schweiz auch nicht! Diese Pseudoregierung will keinen Aufschub, die wollen uns verarschen!
    Die EU ist zu einer reinen Erpresser Union verkommen. Frau Merkel: Treten Sie sofort aus dem Euro aus! Der Austritt ist auf jeden Fall billiger als diese Dauererpressung!

  • D wartet den Troikabericht ab...
    Kleiner Tipp:
    Wenn ich zu einem Sch*-Haus gehe, und es von außen nach Sch* riecht,was werde ich wohl drinnen vorfinden:
    einen Goldfasan ?

  • Ich bin dafür, wir sagen den Griechen jetzt auch den Kampf an und zerreißen unsere Schecks. Die sind doch nicht ganz dicht....

  • das spiel ist aus! der euro ist tot! die kerle können sich selbst verarschen!

  • Fußball ist ein Proll-Sport, da benötigt man keine Kenntnisse, schon gar keine zum Thema Demokratie, auf Gerechtigkeit gegründetes Recht, freie Selbstbstimmung, Zivilcourage. Da zählen solche Weisheiten, wie "Der Ball ist rund" und "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel"...

  • Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert!

  • Herr Casiraghi, wir haben ein ziemlich gutes BIP, eine moderate Bankenschuldenquote, eine moderate Verschuldungsquote in der Bevölkerung, nur in Teilbereichen Deutschlands eine Immobilienblase, ein Renteneintrittsalter mit 65 Jahren, unsere Nettoneuverschuldung im Staatshaushalt tendiert gegen null.

    ...und wenn ich das momentan richtig beurteile, dann haben wir eine sehr funktionsfähige Politik in Deutschland, bei deren Opposition man gelegentlich zwar heftige Zweifel an deren Glaubwürdigkeit hat, die aber letztlich auch nicht blöd ist.

    Und wo Licht ist, da ist halt auch Schatten. Daran arbeiten wir aber. Wir werden diesen gottverdammten Karren aus dem Dreck ziehen, verlassen Sie sich darauf.

    Die Griechen haben jetzt glaubhaft etwas gegen die Korruption in ihrem Land zu tun und zu beweisen, dass das auch funktioniert. Sie haben glaubhaft zu belegen, dass sie eine effiziente Verwaltung organisieren und ein funktionsfähiges Steuer!>abgaben<!system.

    Wenn diese Rahmenbedingungen nicht stimmen, dann brauchen wir uns über mehr als Hartz IV nicht zu unterhalten.

    Ich sehe ja überhaupt nicht ein, dass sich hierzulande die unteren Einkommensschichten abschuften und die Herrschaften in Griechenland sitzen gemütlich auf dem Sofa, um Griechenland auf dem Sofa zu repräsentieren, was ihnen offensichtlich aber ganz egal ist, sonst hätten sie sich mal darüber Gedanken gemacht.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%