Griechenland Deutsche Politiker wollen Hilfe stoppen

Erst bestimmen Sparkurs-Gegner die Wahlen, dann kommt die Regierungsbildung nicht aus den Startlöchern: Unter deutschen Politikern wächst die Skepsis gegenüber Griechenland. Setzen sie einen Hilfe-Stopp durch?
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Griechen vor einem Geldautomaten in Athen. Quelle: dapd

Griechen vor einem Geldautomaten in Athen.

(Foto: dapd)

BerlinUnter deutschen Politikern wächst der Unmut über die schleppende Regierungsbildung in Griechenland. In der "Bild"-Zeitung brachten führende Politiker von SPD und FDP einen Stopp weiterer Hilfszahlungen für das von der Pleite bedrohte Land ins Gespräch.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte: "Wenn sich in Griechenland keine Regierung der Vernunft bildet, stehen die Chancen sehr schlecht, dass die Troika im Juni weitere Hilfen gewähren kann." Die Griechen hätten es selbst in der Hand.

Auch der SPD-Politiker Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, mahnte die Griechen, schnell eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Eine stabile Regierung, die sich an die Absprachen halte, sei Grundvoraussetzung für weitere Unterstützung der Eurozonen-Länder.

Der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke erklärte: "In Griechenland dürften alle wissen, dass eine Abkehr vom verabredeten Sparkurs auch eine Abkehr von unserem Unterstützungskurs bedeuten muss."

Zuvor hatten bereits mehrere deutsche Politiker an Griechenland appelliert - allerdings etwas verhaltener. "Die Verträge sind einzuhalten. Ich glaube, dass diese Vereinbarungen nicht neu verhandelt werden können oder sollten", sagte der deutsche Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), am Dienstag in Berlin.

Auch die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt verband weitere Hilfen und sogar den Verbleib des Landes in der Währungsgemeinschaft mit der Einhaltung der Zusagen. "Es bleibt bei unserer Haltung, dass Hilfen nur gewährt werden können, wenn auch die Auflagen erfüllt sind", sagte die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag in Berlin.

Auch in der EU riefen Politiker am Dienstag die Mitglieder der Währungsunion zur Einhaltung ihrer Verpflichtungen auf. "Es muss bei den vereinbarten Reformen bleiben. Sie stehen jetzt nicht zur Disposition", erklärte Bundesaußenminister Guido Westerwelle.

Auch Kommissionspräsident José Manuel Barroso forderte die Euro-Mitgliedsländer zur Umsetzung der vereinbarten Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen auf. Beide sprachen aber auch die Möglichkeit neuer Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums an.

Wie geht es weiter mit der Eurozone?

  • dapd
  • rtr
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52 Kommentare zu "Griechenland: Deutsche Politiker wollen den Geldhahn zudrehen"

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  • Sie schulden uns mehr als Geld und wenn sie lieber den Euro wollen statt der Drachme dann tun sie ENDLICH was dafür.

  • ja und alles auf unsere Kosten!!!

  • Schauen Sie sich die Dokumentation auf der ZDF-Mediathek von Gestern an. Auch Sie werden große Ohren machen, wer mit dem Mist angefangen hat von wegen Stabilitätspakt und so.....

    Im Übrigen gebe ich Ihnen absolut Recht. Es handelt sich nich um humanitäre Zahlungen an GR sondern um Rettung eines fehlerhaften Geldsystems, da ist das Geld in D besser aufgehoben.

  • Jetzt werde ich mal ganz offen: Als Deutscher ist es mir ziemlich egal, was in Griechenland passiert. Es geht mich im Grunde genommen nichts an und wenn sie irgendwelche Esel wählen, dann ist und bleibt dies ein griechisches Problem auf das man keinen Einfluss hat.

    Was mich allerdings schon was angeht, ist die Verwendung der deutschen Steuergelder und da hat man als deutscher Steuerzahler schon einen Anspruch drauf, dass diese im Sinne des deutschen Grundgesetzes verwendet werden. Und genau das passiert nicht.
    Ich möchte, dass die Steuergelder denen zufliessen, die es sich erarbeitet haben und die dadurch auch ein Recht drauf haben. So einfach ist das. Und die Griechen haben keinerlei Recht auf das deutsche Steuer.

    Ich fordere die Einhaltung der Maastrichtnormen.




  • Zitat: Es wäre ein Leichtes die Einkünfte und Vermögen auch der Milliardäre global einheitlich zu besteuern.

    Ganz leicht, wäre das. Wie leicht sowas geht, sieht man ja bei der Fiskalunion, wo sich 27 Staaten ja schon so einig sind. Bei einer weltweiten Steuer ginge dies noch viel einfacher. Wird sicher gemacht.

  • Und dann kommen die Griechen und lernen den Deutschen, wie sie bessr mit ihrem Geld umgehen können. Ist es das, was sie sagen wollen? Tut mir leid, aber Sie haben die Situation der deutschen Bürger noch immer nicht im Geringsten begriffen. Aber solange nur in D gespart wird und es Griechenland betrifft, hat man da wahrscheinlich kein Problem damit. Da wird dann nur gesehen, dass man nicht mit dem Geld um sich schmeisst, was man einen groben Fehler findet. Und es würde in D auch mehr Kinder geben, wenn man sich endlich mal um die Versorgung derselbigen kümmern würde. Aber das Geld ist ja für Griechenland bestimmt. Und so ist man zweimal der Depp: einmal, weil man zahlt ohne dass es etwas bringt und das zweite Mal, weil man sich dann auch noch anhören kann, dass man keine sonderliche Lebensqualität hat.
    Nicht nur die Demokratie wurde in Griechenland erfunden. Auch die Demagogie.

  • Geld kennt keine Beleidigungen.
    Die Menschen sind es. Ich war und bin immer ein Vertreter von Toleranz, Leben und Leben lassen, und vor allem die südliche Mentalität ist mir näher als die Deutsche. Aber ich kann trotzdem ohne Geld, Sparsamkeit, umsichtiges Anlegen und ohne Arbeit nicht leben, nicht meinen Kindern ein gute Ausbildung geben, sie zum Arzt schicken wenn sie krank sind, usw.
    Ob die Griechen, Spanier, Italiener oder Portugiesen deswegen nun beleidigt sein müssen, es ist nicht mein Problem. Und das Problem des Geldes primär auch nicht. Es ist das Problem Eurer Regierung, die ihr gewählt habt. Diese hat zugelassen die Millarden der Millardäre aus dem Land zu schaffen, Gemeinden mit Papiermenschen zu überfrachten und Eure Steuern nicht zu zahlen. Es sind doch EURE Steuern, für EUER Land, für EUER Wohlergehen. IHR selbst müßt Euer Land so gestalten, das Ihr Eure Lebensweise erhalten könnt.
    Andere zu beschimpfen ist immer leicht, aber bei sich selbst schauen, im eigenen Land, im eigenen Haushalt ist schwerer. Das ist überall so. Auch in Deutschland, Frankreich etc.
    Aber dafür gibt es das demokratische System, eines was Eure Vorfahren mit erfunden haben. Konzentriert Euch auf EUER Land, und beschimpft nicht Leute die eben anders arbeiten, anders sind und ihre Kohlen selbst aus dem Keller holen.

  • Die Griechen schulden also niemand Geld. Interessant.

    Und sie wollen kein Geld von den deutschen Nazis. Ich denke schon, dass man dies so umformulieren darf. Vielleicht sollte die deutsche Politik das endlich mal zur Kenntnis nehmen und den Leuten nicht immer irgendwelches Geld aufzwängen, das sie nicht wollen.

  • Guten Morgen aus Frankfurt,

    ich werde mich der Verallgemeinerung von Schuldfragen und gegenseitiger Beleidigungen nicht anschließen. Gleichwohl will ich auch meinen Senf dazu geben.

    Als Grieche finde ich es unfassbar dass wir Nationalisten in unser Parlament gewählt haben, damit kann ich mich 0% identifizieren - die Reaktion der Wähler bestätigt aber die Regel, dass wenn man in die Enge gedrängt wird jedes Mittel recht ist.

    Unsere Politiker sind allesamt Ideen und Konzeptlos, weil sie jetzt noch mehr als vorher Marionetten der Geldgeber geworden sind. Einzig die kriminelle Energie, die in ihnen steckt ist noch vorhanden.

    Ich stelle mir aber darüber hinaus noch weitere Fragen:

    - Wie soll unter diesem Spardiktat die Wirtschaft angekurbelt werden?

    - Wieso hat die D-Regierung auf Teufel komm raus die GR Regierung unterstützt? (Jetzt und auch damals, wider besseren Wissens) Nächstenliebe? Wohl kaum.

    - Wir wissen wieviel auf Geld des dt. Steuerzahlers (und auch meines) auf dem Spiel steht, was wurde bisher gezahlt? Welche Verluste hatte D schon und weswegen? (Stichwort HRE)

    - Wenn so viele Bürger in D den Euro und die EU-Politik so misstrauisch sehen, wo bleiben dann die Reaktionen?

    - Kann eine Drohung in diesem Wortlaut wirklich ernst gemeint sein?

    - Noch sehen sich die viele Deutsche als Opfer und ewige Zahlmeister, was z.T. auch stimmt - wie reagiert D wenn nach GR andere kommen? Isoliert sich das Land nicht mit seiner Politik und Geldinterventionen?

    Und noch etliche Fragen mehr.

    Ein Wort noch zu den Gegenseitigen Beschimpfungen: Aktion = Reaktion, Ergebnis = Unmut und Unverständnis. Wer sich wirklich Gedanken macht lässt sich auf derartige Spielchen nicht ein, denn am Ende des Tages zieht man daraus fast immer nur falsche Schlüsse.

  • ich weiss nicht, ob das so toll ist, um in so einem System zu leben, das total korrupt ist. Vielleicht ist das ihr Traum, der meine sicherlich nicht.

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