Griechenland Die Hellas-Rettung wird zur Herkules-Aufgabe

Kann Griechenland noch gerettet werden? Die Gläubiger bedrängen die Regierung in Athen, das Geld in der Staatskasse schwindet – antieuropäische Kräfte reiben sich die Hände und hoffen auf einen Zusammenbruch.
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Nur wenige Wochen nach Antritt der neuen Regierung unter der Führung von Alexis Tsipras versinkt Athen im Chaos. Griechenlands Reformvorschläge kritisieren die Gläubiger als „verschwommen und nicht ausreichend”. Quelle: AFP
Alexis Tsipras

Nur wenige Wochen nach Antritt der neuen Regierung unter der Führung von Alexis Tsipras versinkt Athen im Chaos. Griechenlands Reformvorschläge kritisieren die Gläubiger als „verschwommen und nicht ausreichend”.

(Foto: AFP)

AthenDas Wirrwarr in Athen nimmt kein Ende. Minister warnen, das Land werde seine Verpflichtungen gegenüber dem Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht erfüllen können, weil die Geldgeber im August den Geldhahn zugedreht haben. Minuten später versichert die Regierung, Athen werde alle seine Schulden rechtzeitig zahlen. Wem soll man glauben? Wie nah ist ein Griechenland-Zusammenbruch? Und wem wird sich dann Athen zuwenden? Es gibt viele Fragen - aber wenig Antworten.

Sicher ist: Damit der Pleitefall nicht eintritt, hat sich Athen die letzten Geldreserven zahlreicher staatlicher Unternehmen und Rentenkassen geliehen. Das hat aber ein Ende. „Im April wird es noch gehen. Was ist aber im Mai?“, fragte sich Panos Skourletis, Minister für Arbeit und Soziales unter dem linken Premier Alexis Tsipras, am späten Mittwochabend im griechischen Fernsehen. Das Athener Boulevardblatt „Ethnos“ titelte am Donnerstag: „Alarm! Die Sanduhr ist bald leer.“

Chaotisch scheint die Lage auch rund um die Gespräche zwischen Athen und den Kontrolleuren der früher „Troika“ genannten Institutionen zu sein. Athen schickt Listen mit Reformvorschlägen, die die von den Geldgebern geforderten Kürzungen von Renten und Gehältern sowie Einschnitte im Bereich Soziales ersetzen sollen. „Verschwommen und nicht ausreichend“ seien sie, lassen die Kontrolleure an die Presse durchsickern. „Die Liste ist wie Treibsand“, sagt ein Diplomat in Athen, der mit den Verhandlungen vertraut ist. Maßnahmen kommen und gehen.

Mal hat die Liste 15 Seiten, dann kommen neue Maßnahmen - und die Liste wächst auf 26 Seiten. Mal will Athen mit seinen Maßnahmen 3,7 Milliarden Euro eintreiben. Zwei Tage später wird die Summe mit 6,1 Milliarden beziffert. Zentrale Aussage Athens ist, der Großteil der Gelder soll von der Bekämpfung der Steuerhinterziehung kommen.

Hat die Austerität nun doch kein Ende?
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