Griechenland EU-Währungskommissar schließt Grexit nicht aus

Keine Entspannung in Sicht: EU-Währungskommissar Moscovici pflichtet Finanzminister Schäuble bei. Bei einem Euro-Austritt Griechenlands rechnet er mit großem Schaden. Ein Fünfer-Treffen soll zur Deeskalation beitragen.
Update: 18.03.2015 - 09:16 Uhr 18 Kommentare
Die griechische Regierung drängt angesichts des Schuldenstreits auf eine Lösung auf EU-Spitzenebene. Quelle: ap
EU-Währungskommissar Pierre Moscovici mit dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis

Die griechische Regierung drängt angesichts des Schuldenstreits auf eine Lösung auf EU-Spitzenebene.

(Foto: ap)

Berlin/BrüsselEU-Währungskommissar Pierre Moscovici schließt wie zuvor Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble einen Austritt Griechenlands aus dem Euro nicht aus. „Wir werden Griechenland nicht zu jedem Preis in der Euro-Zone halten, sondern zu strikten Bedingungen, die für beide Seiten akzeptabel sind“, sagte er der „Welt“.

Moscovici warnte in der „Welt“, ein Austritt Griechenlands würde der Euro-Zone „großen Schaden“ zufügen. Der Euro sei mehr als nur ein System fester Wechselkurs, er sei eine Einheitswährung. „Wird ein Teil davon herausgebrochen, nimmt der Währungsraum als ganzes Schaden, weil seine Integrität in Frage gestellt wird.“

Moscovici stellte Athen ein Entgegenkommen in Aussicht, sollte sich die Regierung kooperationsbereit zeigen. Allen Beteiligten sei klar, „ein mögliches drittes Rettungspaket muss anders aussehen als seine Vorgänger“, sagte der EU-Kommissar. Unterdessen dringt der griechische Regierungschef Alexis Tsipras angesichts des heftigen Streits im Schuldenstreit mit den europäischen Geldgebern auf eine Lösung auf EU-Spitzenebene.

Für den am Donnerstag beginnenden Brüsseler Gipfel beantragte er bei EU-Ratspräsident Donald Tusk ein Fünfer-Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsidenten François Hollande, dem Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, und EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, wie das griechische Staatsradio unter Berufung auf Regierungskreise in Athen berichtete.

Regierungschef Tsipras strebe dabei Klarstellungen zu den jüngsten Vereinbarungen der Euro-Gruppe an, sagte am Dienstag ein Regierungssprecher. Zudem werde die Regierung um Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität nachsuchen. „Wir streben an, die Vereinbarungen vom 20. Februar klarzustellen und die Frage zu beantworten, wie das von Liquiditätsmaßnahmen für die griechische Wirtschaft begleitet werden kann“, sagte der Sprecher. Zugleich sagte er, Tsipras werde bei seinem am 8. April geplanten Besuch in Moskau bei Russlands Präsident Wladimir Putin nicht um Finanzhilfen nachsuchen.

Aus Brüssel verlautete lediglich, dass EU-Ratspräsident Tusk angesichts der angespannten Finanzlage Griechenlands ein Extratreffen am Rande des Frühjahrsgipfels plane. Details wie die Teilnehmer der Runde blieben offen. Bereits in der Vergangenheit war Tsipras mit seiner Weigerung, nicht länger mit den „Technokraten“ der Geldgeber-Troika zu sprechen und stattdessen eine „politische Lösung“ der Schuldenkrise zu suchen, auf Ablehnung gestoßen.

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18 Kommentare zu "Griechenland: EU-Währungskommissar schließt Grexit nicht aus"

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  • Auf Wiedersehen und einen schönen Tag noch.

  • Lieben Sie mich?

    Das hätte nun wirklich nicht notgetan.^^
    Feine Restwoche noch bye

  • SIE sind gemeint, - mein Lieber.

  • Niemand hätte von Ihnen erwartet sich selbst so zu bezeichnen^^.

  • Nicht in Science Fiction Romanen treiben die ihr Unwesen, - nein in der Wirklichkeit und Realität.

    In Science Fiction Romanen leben nur die Euroutopisten und ideologisch vernebelten Realitätsverweigerer.

  • ..."1. und 3. Welt geht nun mal nicht zusammen. Die Realität und Wirklichkeit zeigt es tagtäglich. "...
    ______________________

    Sollte es sich bei der von Ihnen als 3. Welt apostrophierte Realität und Wirklichkeit gar um jene Spezies handeln, die fälschlicherweise als "Marsianer" bezeichnet in Science Fiction Romanen ihr Unwesen treiben sollten? ^^

  • Man ist a auch nicht gleich, sondern ganz verschieden. 1. und 3. Welt geht nun mal nicht zusammen. Die Realität und Wirklichkeit zeigt es tagtäglich.

    Alles andere offenbart sich als Krampf.

  • Wer nicht?

    Unter Gleichen sollte es eigentlich keine Einigungsprozesse geben, oder?

  • Wer will denn schon einen Einigungsprozess unter völlig Ungleichen ?

  • Einen Austritt vertraglich vorzusehen in einem Einigungsprozess wäre allerdings auch ein politischer Schildbürgerstreich gewesen.
    Und ein "Haftungspolster" GR's dabei auch noch zu erwähnen zeigt, wie weit der Weg nach Europa selbst für gestanden wirkende Europäer noch sein könnte.

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