Griechenland-Gipfel Merkel ist zu Kompromissen mit Athen bereit

In Brüssel läuft der EU-Gipfel. Ganz oben auf der Tagesordnung steht der Schuldenstreit mit Griechenland. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dabei Kompromissbereitschaft signalisiert.
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Angela Merkel hat vor dem Treffen in Brüssel Kompromissbereitschaft signalisiert. Quelle: dpa
Gipfel zu Griechenland

Angela Merkel hat vor dem Treffen in Brüssel Kompromissbereitschaft signalisiert.

(Foto: dpa)

BrüsselBundeskanzlerin Angela Merkel hat im Schuldenstreit mit Griechenland Kompromissbereitschaft signalisiert. „Europa ist darauf ausgerichtet, und das ist auch der Erfolg Europas, einen Kompromiss zu finden“, sagte Merkel am Donnerstag vor Beginn des informellen EU-Gipfels in Brüssel, auf dem sie zum ersten Mal den neuen griechischen Regierungschef Alexis Tsipras trifft. „Kompromisse geht man ein, wenn die Vorteile die Nachteile überwiegen. Deutschland ist dazu bereit“, fügte Merkel hinzu.

Allerdings beruhe die Glaubwürdigkeit Europas darauf, dass Regeln eingehalten würden und man verlässlich zueinander sei. Nun werde geschaut, welche Vorschläge die griechische Regierung mache, die dann von den Euro-Finanzministern am Montag erörtert werden sollten. „Noch haben wir ja ein paar Tage Zeit, deshalb freue ich mich heute auf die erste Begegnung“, ergänzte Merkel.

Ein cooler Typ
Lässiger Finanzminister
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Yanis Varoufakis gibt sich gern lässig. Der neue griechische Finanzminister fährt mit dem Motorrad zur Arbeit, trägt gern Lederjacke, offenes Hemd und Syriza-typisch keine Krawatte. Auch beim Gipfeltreffen der Finanzminister in Paris, hier mit Frankreichs Finanzminister Michel Sapin.

Promovierter Ökonom
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Varoufakis, der außer der griechischen auch die australische Staatsbürgerschaft besitzt, studierte Mathematik und Statistik, bevor er in Großbritannien an der University of Essex in Ökonomie promovierte.

Global Player
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Lehraufträge führten Varoufakis um die ganze Welt. Seit 1998 unterrichtete er Ökonomie an Universitäten in Sydney, in Athen und in Texas. Er beriet von 2004 bis 2006 die Regierung Papandreou und wurde dann einer ihrer lautesten Kritiker. Während der Weltwirtschafts- und Eurokrise trat er als smarter Experte gern international im Fernsehen auf.

Putzfrauen und Economy Class
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Mit den Lehraufträgen aus den USA hielt Varoufakis sich denn auch über Wasser, als die Finanzkrise ihn 2012 persönlich traf. Neu im Amt stellte er die Putzfrauen wieder ein und entließ dafür die Berater der alten Regierung. Für seine Tournee zu den europäischen Finanzministern nahm er nicht den Privatflieger, sondern buchte Economy Class.

Aktiv im Internet
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Varoufakis ist auch ein eifriger Twitterer und Blogger. Seine Aktivitäten in den sozialen Medien werde er als Minister zwar zurückfahren, kündigte Varoufakis an, ganz einstellen aber nicht.

Reizbarer Intellektueller
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Varoufakis, der neben griechisch und englisch auch fließend französisch spricht, gilt als Intellektueller, einer mit dem man über Kunst reden kann, der aber auch gerne auf sein Publikum herabdoziert und leicht aus der Haut fährt.

Bewusst Provokant
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Auf die Bitte von Kollegen, als Minister zurückhaltender zu reagieren und sein Temperament zu zügeln, antwortete Varoufakis „Ich habe vor, diesen Rat zu ignorieren.“ Als gekonnter Redner macht er dieser Einstellung mit Worten wie dem vom „fiskalischen Waterboarding“ bisher auch alle Ehre.

Tsipras gab bei seiner Ankunft in Brüssel nur eine knappe Erklärung ab: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine grundlegende Lösung finden, um die Wunden der Austerität zu heilen, die humanitäre Krise in der EU zu bekämpfen und Europa zurück zu Wachstum und sozialem Zusammenhalt zu bringen“, sagte der Chef der linksgerichteten Syriza-Partei, der die bisherigen Sparauflagen der internationalen Geldgeber ablehnt.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker äußerte sich „sehr besorgt“, über die Lage, die eingetreten sei. Der britische Premierminister David Cameron mahnte sowohl Griechenland als auch die Euro-Länder, die Pattsituation so schnell wie möglich zu beenden, weil sonst die britische Wirtschaft leiden würde.

Ein Treffen der Euro-Finanzminister war in der Nacht zum Donnerstag ergebnislos auseinander gegangen, nachdem der griechische Finanzressortchef Yanis Varoufakis seine Zustimmung für eine gemeinsame Erklärung wieder zurückgezogen hatte.

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8 Kommentare zu "Griechenland-Gipfel: Merkel ist zu Kompromissen mit Athen bereit"

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  • Jedes Zugeständnis an Griechenland ist ein schlag für ehrlich arbeitende deutsche Steuerzahler!!!!

  • Na, geht doch!

    Mit einer Charmeoffensive versucht Varoufakis das Ruder herum zu reißen. "Angela Merkel ist die mit Abstand scharfsinnigste Politikerin in Europa", sagte er, und scheint damit Merkel an der richtigen Stelle getroffen zu haben. Wenn man die richtigen Worte findet wird selbst die eiserne Angie weich.

  • Na, geht doch!

    Mit einer Charmeoffensive versucht Varoufakis das Ruder herum zu reißen. "Angela Merkel ist die mit Abstand scharfsinnigste Politikerin in Europa", sagte er, und scheint damit Merkel an der richtigen Stelle getroffen zu haben. Wenn man die richtigen Worte findet wird selbst die eiserne Angie weich.

  • Zitat: "Der britische Premierminister David Cameron mahnte ... die Pattsituation so schnell wie möglich zu beenden, weil sonst die britische Wirtschaft leiden würde."

    Och, die britische Wirtschaft ist das Letzte das mich interessiert. Und die muss auch die Euro-Länder nun wirklich nicht groß interessieren. Aber GB darf gerne Griechenland auslösen und einfach die Schulden übernehmen. Dann gibt es keine Pattsituation mehr - und der britischen Wirtschaft geht es sicher viel besser.

    Die spinnen die Britten :-)

  • Griechenland ist seit Beginn der Finanzkrise um 2008 Pleite, da beißt keine Maus den Faden ab. Allerdings wird die gescheiterte EU, geführt von realtätsgeprägten und gedankenlosen "Immerweiterso-Eurokraten" aujch weiter in den Griechen die Milliarden in den Rachenstopfen. Und wir Deppen Steuerzahler müssen es ausbaden.

  • Griechenland ist seit Beginn der Finanzkrise um 2008 Pleite, da beißt keine Maus den Faden ab.

  • Bevor man Griechenland aus der EU entlässt, wird man, darauf wette ich, sämtliche Vereinbarungen über Bord werfen. Die Frage ist nur, wie trickreich man dies dem deutschen Michel präsentiert. Die Lösung wird so aussehen, daß man ihm einerseits verkauft, alle blieben standfest, anderseits werden die Geldschleusen geöffnet. Draghi hat bereits mit den Milliarden an "Notkrediten" begonnen.

  • >> „Europa ist darauf ausgerichtet, und das ist auch der Erfolg Europas, einen Kompromiss zu finden“, sagte Merkel am Donnerstag vor Beginn des informellen EU-Gipfels in Brüssel >>

    Der GREXIT ist alternativlos ! Es ist nur noch eine Frage WIEVIEL, oder wie die Griechen zu sagen pflegen :

    How much FAKELAKI ?

    Die vorgesehenen 1,2 Bio. € als QE vom Draghi werden kaum reichen !

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