Griechenland Haushaltslücke doppelt so groß wie erwartet

Die Haushaltslücke Griechenlands ist doppelt so groß wie bisher angegeben. Nach Erkenntnissen der Troika fehlen der Regierung rund 20 Milliarden Euro. Frankreichs Premierminister will den Griechen mehr Zeit geben.
Update: 23.09.2012 - 20:08 Uhr 84 Kommentare
Den Griechen fehlt viel mehr Geld als bisher angegeben. Quelle: dpa

Den Griechen fehlt viel mehr Geld als bisher angegeben.

(Foto: dpa)

Berlin/AthenDie Lücke im griechischen Staatshaushalt ist einem Medienbericht zufolge größer als bislang bekannt. Nach vorläufigen Erkenntnissen der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) fehlten der Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras derzeit rund 20 Milliarden Euro und damit fast doppelt so viel wie zuletzt eingeräumt, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Samaras soll laut dem Bericht bereits mehrfach angefragt haben, ob die öffentlichen Gläubiger bereit wären, auf die Rückzahlung von Schulden zu verzichten. Zuletzt wurde verstärkt über einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland spekuliert, der diesmal vor allem die staatlichen Gläubiger treffen würde.

Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault hat sich dafür ausgesprochen, Griechenland mehr Zeit für seine Reformen zu geben. Bedingung dafür sei aber, „dass Griechenland ehrlich ist bei seinem Engagement für Reformen“, sagte Ayrault am Sonntag dem Internet-Mediendienst „Médiapart“. Der Regierungschef beklagte, die Krise in Griechenland sei „strukturell, aber auch politisch“. Jedoch könne „ein Austritt Griechenlands aus dem Euro nicht die Lösung sein“.

Die griechische Regierung verhandelt derzeit mit Vertretern der Troika darüber, wie Einsparungen über 11,5 Milliarden Euro aufgebracht werden können. Ein Erfolg bei diesen Gesprächen ist die Voraussetzung dafür, dass Griechenland weitere 31,5 Milliarden Euro an dringend benötigten Hilfskrediten erhält. Bislang hat die Regierung der Troika zugestanden, das Renteneintrittsalter um zwei auf 67 Jahre anzuheben. Auch weitere Verschlechterungen für die Bevölkerung bei Sozial- und Rentenleistungen sind geplant.Wann die Troika ihren Abschlussbericht vorlegen wird, ist noch unklar.

Die massiven Kürzungen im sozialen Bereich sorgen für wachsenden Unmut bei der griechischen Bevölkerung. Eine überwältigende Mehrheit der Griechen sieht die neuen Sparpläne ihrer Regierung als sozial ungerecht an. In einer am Samstag in Athen veröffentlichten Umfrage erklärten 90 Prozent der Befragten, das neue Reformpaket gehe fast ausschließlich zulasten der ärmeren Teile der Bevölkerung. Nur 33 Prozent glauben zudem, dass die neuen Einschnitte ins soziale Netz nicht die Probleme des Landes lösen würden. Gleichwohl plädierten 67 Prozent der Befragten dafür, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt.

Die Regierung in Athen verhandelt derzeit mit der Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds über ein neues fast 12 Milliarden Euro umfassendes Sparpaket, das als Voraussetzung für die Auszahlung einer weiteren Milliarden-Tranche aus dem Hilfsfonds gilt.

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84 Kommentare zu "Griechenland: Haushaltslücke doppelt so groß wie erwartet"

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  • Nein nein. Die wissen alle, dass Griechenland pleite ist. Die wissen auch, dass Spanien und Italien pleite sind, von den bereits in Rettung befindlichen Kandidaten ganz zu schweigen. Intellektuell überfordert sind unsere Politiker mit der Findung von Alternativeb, da diese radikal sein müssten und sie sich nicht sicher sein können, dass sie ungeschoren davon kommen, wenn das ganze Ausmaß von Filz und Betrug im Zuge einer radikalen Lösung bekannt würde.

  • Griechenland hat es verdient dass man ihm hilft. Jedoch bedeutet helfen nicht einfach Geld geben. Auch Arbeit gehört dazu.

    Wenn ein Kleinkind abgestillt wird dann schreit es. Es jammert um die Mutterbrust und muss nun selber essen. Sich bemühen zu essen denn es will leben. Dieses Schreien beim Enzug der Muttermilch/Geld müssen wir aushalten. Unterstützen wir Griechenland dabei ein vollwertiges, stolzes Mitglied der Union zu werden.

  • über GR, den ESM, Altersarmut in D und Steuererhöhungen wird wieder abzustimmen sein: im September kommenden Jahres. Dieses mal stimmt das Volk ab! Es gibt sie, die alternativen und vernünftigen Lösungswege.

  • Frechheit siegt – Griechenland triumphiert
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    "Weil die Griechen lange genug ihren „wirtschaftlichen Völkermord“ bejammert haben, will Angela Merkel sie jetzt wohl im Euro halten. Um jeden Preis – auch wenn das Land ein hoffnungsloser Fall ist."

    http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/doenchs-finanzen-frechheit-siegt-griechenland-triumphiert_aid_816691.html

    "Griechenland prüft Reparationsforderungen an Deutschland"

    Im Athener Finanzministerium werden die Bleistifte gespitzt. Bis Jahresende wird geprüft, ob das Land Reparationsansprüche an Deutschland geltend machen kann. Forderungen aus einem Kredit von 1942 wären Milliarden wert.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/schuldenstaat-griechenland-prueft-reparationsforderungen-an-deutschland/7156922.html

  • "Fordert nicht die Troika gerade den Abbau des Beamtensektosrs?"

    Und wie wird das umgesetzt?
    Bisher wurde noch kein Beamter entlassen, Sie wurden in den Vorruhestand versetzt oder in andere Staatsbetriebe umgesetzt!
    Sie erhalten auch weiterhin ihre 14 Pensionen/Gehälter plus Zulagen.

    "Welche skurrilen Prämien die Griechen kassieren"
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    "Für Hand-Hygiene erhalten Bahnmitarbeiter 420 Euro extra im Monat. Angestellte, die rechtzeitig zum Dienst erscheinen, kassieren bislang eine Prämie. Die Welt schüttelt den Kopf über absurde Zuschüsse in Griechenland."

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/staatsbetriebe-und-behoerden-welche-skurrilen-praemien-die-griechen-kassieren/4332060.html

  • Wir schreiben das Jahr 2050 ...
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    Wir schreiben das Jahr 2050 ©
    ... Griechenland erhält "alternativlos" das 200. "Rettungspaket". Alle Griechen werden nach ihrem Schulbesuch sofort "verbeamtet" und in Pension geschickt. Als Pension gibt es dann 5.000€ netto (Steuern kennen die Griechen ja nicht) mit einer jählichen Zuwachsrate von 10%.

    Die Deutschen arbeiten dann bis zu 85 und erhalten nur noch eine Mindestrente von 200€, zahlen 50% Steuern und neue Abgaben wurden "erfunden". (z.B. der "Griechensoli").

    Schöne neue Welt, bisher gab/gibt es das nur in "Endzeit-Filmen".

    "Im besten Fall sind lediglich die Milliarden weg, die Deutschland für die übrigen Euro-Länder und die mögliche Stützung des eigenen Bankensystems zur Verfügung stellen muss. Im schlimmsten Fall droht eine umfassende Euro-Krise, die auch die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen würde."

    Aber Griechenland wird laut Schäuble/Merkel jeden Cent zurückzahlen! ad calendas graecas

  • Leverage
    ========

    "Ohnehin plädierte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorvergangene Woche beim Treffen mit seinen Amtskollegen auf Zypern dafür, die Entscheidungen für Transferleistungen an notleidende Euro-Staaten im Paket durchs Parlament zu bringen - wenn möglicherweise auch über Hilfen für Spanien, Zypern und Slowenien abgestimmt werden muss."

    Und dafür soll der ESM gehebelt werden. Die Tinte ist auf dem Vertrag noch nicht trocken, und schon wieder wird er gebrochen.

    "Unterdessen wollen die Euroländer einem Magazinbericht zufolge die Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds ESM vervierfachen. Statt der bisher vorgesehenen 500 Milliarden Euro sollten im Ernstfall über eine Hebelung mehr als zwei Billionen Euro verfügbar sein, um auch große Länder wie Spanien und Italien retten zu können, berichtet „Der Spiegel“ weiter.berichtet „Der Spiegel“ weiter. (...)
    Der Rest des Geldes soll demnach von privaten Kapitalgebern kommen, die dann nur eingeschränkt ins Risiko gehen müssten."

    Leverage nennt man das, was unsere Rettungseuropäer hier vorhaben. Und natürlich ist der (noch) Steuerzahler wieder der Dumme.
    Seit seiner Einführung liegt der Euro auf der Intensiv-Station und muß immer wieder gerettet werden.
    EFSF, EFSM, ESM, ELA, Target2, Bazooka, ...
    Zu Zeiten einer stabilen DM gab es das nicht, aber wir sind ja alle "gute Europäer"!

  • Wer hätte das gedacht!!!
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    Griechenland ist doch auf einem guten Weg!!!
    Das sagen jedenfall unsere Eurokraten! (Schäuble/Merkel, Juncker, Rehn, Barroso, ...).

    "Samaras soll bereits mehrfach angefragt haben, ob die öffentlichen Gläubiger bereit wären, auf die Rückzahlung von Schulden zu verzichten. Zudem hofft er, zwei Jahre mehr Zeit für die Erfüllung seiner Sparziele zu bekommen."

    Dann würden wohl weitere 20 Milliarden Euro an Hilfe fällig. Griechenland ist ein Faß ohne Boden. Sie wollen/können nicht sparen, wollen aber weiterhin von uns alimentiert werden."

    "Vor allem an der sozialen Unausgewogenheit nehmen die Griechen Anstoß. In einer am Samstag in Athen veröffentlichten Umfrage erklärten 90 Prozent der Befragten, das neue Reformpaket gehe fast ausschließlich zu Lasten der ärmeren Teile der Bevölkerung. Nur 33 Prozent glauben zudem, dass die neuen Einschnitte ins soziale Netz die Probleme des Landes nicht lösen würden. Gleichwohl plädierten 67 Prozent der Befragten dafür, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt."

    Das zeigt die ganze Schizophrenie der Griechen.

  • ueber 20% der Waehlerstimmer sind tuerkischer und anderer Abstammung.
    Deutschland befindet sich schon im freien Fall. Viel Spass beim Aufschlag!!!
    Gruss aus Kanada

  • 'Eurowahn' sagt
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    Da sieht man es, das Lügen, Tricksen und Verschleiern geht in Griechenalnd unvermindert weiter. Und Frau Merkel und Herr Schäuble bitteln und betteln, damit Griechenland ja in der Eurozone bleibt.
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    So ein Blödsinn - kein Mensch bittelt und bettelt daß Griechenland in der Eurozone bleibt - sicher auch nicht Merkel und Schäuble.

    Jeder Deutsche der noch bis Drei zählen kann wäre vielmehr froh wenn die Griechen sich schnellstmöglich in die Zone verfügen würden in der der Pfeffer wächst.

    Im Grunde kann uns der Aufenthaltsort diese liebenswerten Völkchens mit dem einnehmendem Wesen aber schnurzpiepegal sein.

    Worauf es vielmehr ankommt ist so schnell wie möglich die Kleptokratenfinanierung einzustellen:

    * KEINE Veränderungen der Bedingungen vom März.

    * Demzufolge KEINE weiteren Zahlungen aus dem Hilfspaket.

    * Sofortiges Verbot der ELA (Emergency Liquidity Assistance) durch den EZB-Rat.

    Letzteres erfordert eine 2/3 Mehrheit.

    Umso irrwitziger die Forderungen der Griechen werden desto eher ist die zu erreichen.

    Wichtig ist aber, daß das SCHNELL geschieht, denn sonst verschieben die Griechen noch mehr Geld auf Konten bei deutschen Banken, und vergrößern so die Risiken aus der ELA für die EZB, für die letztliche der deutsche Steuerzahler zu 27% aufkommen muß.

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