Griechenland-Hilfen IWF macht Schuldenerleichterung zur Bedingung

Der IWF will über weitere Gelder für Griechenland gar nicht erst nachdenken: Zuerst müssen die Vorbedingungen stimmen. Unterdessen trifft die EU-Kommission Vorkehrungen für den Fall, dass das dritte Hilfspaket scheitert.
Update: 14.08.2015 - 01:29 Uhr 27 Kommentare

„Griechenland wird aus dem Euro-Raum austreten“

Washington/BerlinDer Internationale Währungsfonds macht Schuldenerleichterungen für Griechenland durch die EU zur Voraussetzung für seine Teilnahme an dem dritten Hilfspaket für das hoch verschuldete Euro-Land.

Der IWF prüfe "die Gewährung zusätzlicher Finanzierungen", sobald die Regierung in Athen dafür erforderliche Reformmaßnahmen beschließe und außerdem "Maßnahmen zur Schuldenerleichterungen ergriffen" worden seien, erklärte die Leiterin der IWF-Mission in Athen, Delia Velculescu, am Donnerstag.

"Wir erwarten, mit den (griechischen) Behörden das (Reform-)Programm detaillierter auszuarbeiten und dass die europäischen Partner Griechenlands Entscheidungen über die Schuldenerleichterung fällen", führte die IWF-Vertreterin aus. Der IWF hatte sich mit der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Euro-Rettungsfonds (ESM) an den Verhandlungen an einem dritten Hilfspaket für Griechenland beteiligt, aber bereits deutlich gemacht, dass er sich an der Finanzierung erst beteilige, wenn Griechenlands Schulden "tragfähig" gemacht würden.

Besonders Deutschland stemmt sich gegen weitere Schuldenerleichterungen für Griechenland. Zugleich sieht die Bundesregierung ebenso wie andere Euro-Partner in der Beteiligung des IWF an dem Hilfspaket eine Grundvoraussetzung. Zuletzt hatte unter anderem Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) vom IWF ein klares Bekenntnis zu dessen Rolle beim möglichen neuen Hilfsprogramm gefordert.

In der Nacht zum Freitag sollte das griechische Parlament über die Bedingungen des Hilfspakets abstimmen. Das Land soll im Gegenzug zu weit reichenden Reform- und Sparmaßnahmen in den kommenden drei Jahren 85 Milliarden Euro erhalten. Nach der Abstimmung in Athen müssen am Freitag die Euro-Finanzminister in Brüssel entscheiden, ob sie grünes Licht geben.

EU-Kommission plant Brückenfinanzierung

Für den Fall, dass diese sich zu keiner Entscheidung durchringen können, trifft die EU-Kommission einem Medienbericht zufolge bereits Vorkehrungen. Demnach plant sie eine weitere Brückenfinanzierung über sechs Milliarden Euro für Griechenland, falls sich die Euro-Finanzminister am Freitag nicht auf das zwischen Geldgebern und Athen vereinbarte dritte Rettungspaket einigen.

Das berichtet die "Bild"-Zeitung vorab unter Berufung auf die Vorlage der EU-Kommission für die Sitzung der Eurogruppe. Danach soll der Brücken-Kredit 6,04 Milliarden Euro umfassen und maximal drei Monate laufen.

Davon benötigt Griechenland 4,37 Milliarden Euro, um Schulden bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu bezahlen. Der Rest sind Garantien für Nicht-Euro-Länder. Sie sollen gegen mögliche Verluste aus dem Kredit abgesichert werden, der vom EU-Rettungsfonds EFSM stammt. An ihm sind alle 28 EU-Länder beteiligt.

  • afp
  • rtr
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27 Kommentare zu "Griechenland-Hilfen: IWF macht Schuldenerleichterung zur Bedingung"

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  • Schäuble: Griechenland ist auf einem guten Weg
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    Schäuble: Ich bin zuversichtlich, dass sich die Finanzminister auf ein 3. Hilfspaket einigen werden.
    Merkel: Wir werden geschlossen für die Annahme stimmen, das ist "lternativlos"!
    Lagarde: Ich fordere einen Schuldenschnitt für Griechenland.
    Tsipras: Ich habe schon immer einen Schuldenschnitt gefordert!
    Juncker: Tsipraas ist mein bester Freund!
    Hollande: Tsiprs ist Kommunist, also einer von uns!

  • @Friedrich Lubumba

    Ja auch,
    weil fiele Verwante in Afrika.

  • Bekommen nur dise Griechen Geld oder auch arme Afrikaner. Fiedrich fiele
    Verwante in Afrika.

  • Det IWF fordert einen Schuldenschnitt
    ----------------
    Die Eurokraten lehnen das mehrheitlich ab.
    Für sie wäre es einfacher, die "Kredite" weiter zu strecken und die Zinsen zu senken /nd/oder zu erlassen.

    Griechenlands Schulden liegen inzwischen bei über 300 Milliarden Euro. Noch im Jahr 2008 lag die Staatsverschuldung nach Angaben der Ratingagentur Standard & Poor's nur bei 109,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Für dieses Jahr rechnet sie mit 177,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Grund für den Anstieg sind auch die massiven Hilfskredite der Euro-Partner.

    Jetzt sollen also noch einmal 91,7 Milliarden hinzukommen. Dann lägen die Schulden bei 211% des BIP.

    Sollte das "Hilfspaket" scheitern, denken die Eurokraten schon über eine weitere "Brückenfinanzierung von 6,04 Milliarden nach.

  • Diese "Griechenland Rettung" ist ein Verbrechen, sowohl gegenüber den Griechen
    wie auch den europäischen Steuerzahler. Ein perfekter Merkel-Deal nur
    Schäden in Europa und lachende Amis.

  • Einen Schuldenschnitt sollte es nur geben, wenn Griechenland endlich versuchen darf, ohne den Euro wieder auf eigenen Füßen zu stehen, und nicht noch weitere 86 Mrd Euro Darlehen erhält, die später ebenfalls erlassen werden müssen. Deutschland ist schon mit über 100 Mrd im Risiko, ES REICHT!!!

  • Er ist nicht "blöd". Er kümmert sich nur nicht in seiner übergrossen Mehrheit um Dinge, auf die er eh keinen Einfluss hat. Wir leben eben nicht in einer basisdemokratischen Ordnung mit Volksabstimmungen und Volksbegehren im Unterschied zur Schweiz, sondern wenige "bestimmen" für alle.

    Der Wähler weiß das, deshalb kümmert er sich in erster Linie um seine privaten Dinge und nicht um komplexe Politik, wie EU und Euro, die seinen persönlichen Horizont bei weitem übersteigt.

  • Varoufakis, der gewesene griechische Finanzminister hat klar erkannt,dass es ohne Schuldenschnitt nicht geht, da die griechische Schuldentragfähigkeit nicht gegeben ist, noch in absehbarer Zukunft gegeben sein wird.

    Frau Lagarde, die für klare Worte bekannt ist, zweifelt die Schuldentragfähigkeit Griechenlands ebenso an und fordert diesen Schuldenschnitt.

    Herr Schäuble, mit dem Frau Lagarde "gut kann", lehnt einen Schuldenschnitt bisher kategorisch ab. Wenn sich der IWF zurückziehen sollte, wäre die Position Schäubles, der einen tempörären Grexit nicht ausschließt, gestärkt, deshalb jetzt auch die verstärkte Diskussion um eine Brückenfinanzierung sollten die bevorstehenden parlamentariscnen Prozesse, nicht in Deutschland, aber woanders, nicht in der gewüschten Weise ablaufen.

  • @Herr Schmitt,
    ist er das etwa nicht, blöd?
    "Manchmal weiß man wirklich nicht, für wie blöd der Bürger gehalten wird".

  • Ich bin eigentlich nur nach auf einen Tag gespannt:

    Die Zinsen werden irgendwann wieder steigen. Und wenn Deutschland dann höhere Zinsen zahlen muss als es von Griechenland für Kredite bekommt, dann wird es lustig :-)

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