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Griechenland im Aufschwung Durch die Talsohle – aber noch nicht über den Berg

Griechenland mausert sich beim Wachstum von Europas Sorgenkind zum Klassenprimus. 2015 will das Land fast ohne neue Schulden auskommen. Doch dem Aufschwung fehlt die Tiefe. Im neuen Jahr drohen bereits neue Turbulenzen.
21.11.2014 - 18:36 Uhr 4 Kommentare
Raus aus den Schulden: Der fast ausgeglichene Haushalt, den die griechische Regierung 2015 durchbringen will, soll ein weiterer Schritt aus der Krise sein. Quelle: Getty Images

Raus aus den Schulden: Der fast ausgeglichene Haushalt, den die griechische Regierung 2015 durchbringen will, soll ein weiterer Schritt aus der Krise sein.

(Foto: Getty Images)

Athen Griechenland will keine neue Schulden machen: Erstmals seit über 40 Jahren sieht der Haushaltsplan, den Finanzminister Gikas Hardouvelis am Freitag dem Parlament in Athen zur Beratung vorlegte und über den die Abgeordneten voraussichtlich am 7. Dezember abstimmen sollen, ein nahezu ausgeglichenes Budget vor.

Der angepeilte Fehlbetrag von 459 Millionen Euro entspricht gerade mal 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zur Erinnerung: Noch 2009 erreichte das Haushaltsdefizit schwindelerregende 15,6 Prozent des BIP. Kein anderes Euroland hat in so kurzer Zeit eine ähnlich große Konsolidierungsleistung erbracht.

In der Primärbilanz, die den Schuldendienst ausklammert, erwartet der Finanzminister 2015 sogar einen Überschuss in Höhe von satten drei Prozent des BIP – nach 1,8 Prozent in diesem Jahr. Auch bei den Staatsschulden kündigt sich eine Wende an: Die Schuldenquote soll von 177,7 Prozent des BIP 2015 auf 171,4 Prozent sinken.

Das alles könnte so kommen – vorausgesetzt, die Wachstumsannahmen, die diesem Zahlenwerk zugrunde liegen, erfüllen sich. Für 2015 erwartet die Regierung beim BIP ein Plus von stattlichen 2,9 Prozent, 2016 soll die Wirtschaftsleistung sogar um 3,7 Prozent zulegen.

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    Lange kamen aus Griechenland nur verheerende Konjunkturmeldungen. Seit dem zweiten Quartal 2008 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt. Es folgten sechs Jahre Rezession, in denen das Land ein Viertel seiner Wirtschaftsleistung verlor. Und nun das: Im Sommerquartal 2014 verzeichnete Griechenland das stärkste Wirtschaftswachstum aller Eurostaaten. Zwischen Juli und September legte das BIP gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent zu.

    Ist das die von den Geldgebern Griechenlands erhoffte und vor allem von den Griechen selbst so heiß ersehnte Wende? Für eine Antwort ist es noch zu früh. Dass ein Sorgenkind nun plötzlich beim Wachstum als Klassenprimus dasteht, hat auch damit zu tun, dass die anderen Schüler patzen und die Konjunktur in der Eurozone schwächelt.

    Bei genauerem Hinsehen fällt das griechische Wirtschaftswachstum überdies weniger robust aus als es den Anschein hat. Es geht vor allem auf den Boom im Tourismus zurück. 17 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr: Davon profitieren nicht nur Hoteliers und Tavernenwirte. So stiegen die Pkw-Neuzulassungen in den ersten zehn Monaten auch deshalb um 30 Prozent, weil die Mietwagenfirmen mehr Autos bestellten. Die Zulassungen neuer Reisebusse verdoppelten sich sogar.

    Den Unternehmen mangelt es an Innovationskraft
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    4 Kommentare zu "Griechenland im Aufschwung: Durch die Talsohle – aber noch nicht über den Berg"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "beim Wachstum von Europas Sorgenkind zum Klassenprimus"
      Ich wußte ja nicht das das HB so sarkastisch sein kann. Wie weiland der Focus. Das Titelblatt mit dem "Stinkefinger".

    • Meine Bank hat mir die Zinsen erlassen und die Tilgung für mein Haus wurde auf 99 Jahre gestreckt, mein Primärüberschuss ist nun gigantisch und geil.......

    • Griechische Raffinerien veredeln Öl, das u.a. aus Russland kommt, Jet fuel, Diesel und Benzin machen (2012) gut ein Viertel der Exporte aus. Billigeres Öl wird die Gewinnspanne noch erhöhen.

    • Griechenland. Klassenprimus? Der Brüller des Tages.
      Der Laden ist pleite. Keine nenneswerte Industrie respektive produzierendes Gewerbe.
      Mit dem € werden sie nicht auf die Beine kommen. Die Drachme muss wieder her. Dann können sie munter Auf- u. Abwerten. So lange ... bis sie final bankrott sind.

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