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Griechenland-Krise Athens Reformliste – nur auf Griechisch, nur auf dem Tablet

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18 Maßnahmen sollen mindestens drei Milliarden Euro bringen

Grexit, Graccident oder noch ein Hilfspaket - Was wollen die Griechen?

Die aktuelle Reformliste mit rund 18 Maßnahmen soll Griechenland mindestens drei Milliarden Euro einbringen. Dabei geht es vor allem um den Kampf gegen Steuerhinterziehung, während Kürzungen von Gehältern und Renten nicht dazu gehören sollen. Dem Vernehmen nach geplant ist eine Erhöhung des Höchststeuersatzes auf bis 45 Prozent, eine neue Immobiliensteuer, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für Luxuswaren, der Kampf gegen Steuerhinterziehung durch die Verbindung aller Registrierkassen mit dem Steueramt, Privatisierungen sowie die Kontrolle aller Geldeinlagen von Griechen im Ausland.

Kurz vor Beginn der Verhandlungen hatte die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras den Druck erhöht und mit Zahlungsausfall gedroht. Tsipras forderte auch einen Schuldenschnitt. Nötig sei eine „Änderung der Rückzahlungsbedingungen der Schulden sowie deren Reduzierung“, sagte er der Athener Sonntagszeitung „Real News“. Gemeint sind niedrigere Zinsen, spätere Fälligkeiten und ein faktischer Verzicht der Geldgeber auf einen Teil ihrer Forderungen.

Unterdessen senkte die US-Ratingagentur Fitch ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit des pleitebedrohten Euro-Landes Griechenland um zwei Stufen auf „CCC“. Schon zuvor waren griechische Anleihen den Experten zufolge nur noch für Spekulanten geeignet („Ramsch“).

Die Griechen heben angesichts der schweren Finanzkrise immer mehr Geld von ihren Konten ab. Die Einlagen sanken nach Bankenangaben auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch der Schuldenkrise, berichtete am Samstag die konservative Zeitung „Kathimerini“. Knapp 44 Prozent der Griechen haben laut einer Umfrage Angst vor einem Austritt ihres Landes aus dem Euroraum („Grexit“). Das ergab eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts der Universität von Thessaloniki, die die Athener Zeitung „Kathimerini“ am Sonntag veröffentlichte.

Griechenland ist auf Notkredite angewiesen, die die EZB regelmäßig neu bewilligen muss. Griechenland kann die Staatspleite nach Überzeugung von Ökonom Carsten Brzeski derzeit nur dank der EZB-Hilfen verhindern. „Die EZB hält den Schlüssel für den Grexit in der Hand“, sagte der ING-Diba-Chefvolkswirt der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Die EZB halte die Banken des Landes am Leben, indem sie den Rahmen für Ela-Notkredite ständig erhöhe.

Unabhängig von der Reformliste geht das Tauziehen um 1,2 Milliarden Euro Banken-Hilfsgeld weiter. Athen macht geltend, es habe zu viel geparktes Hilfsgeld für die Bankenrettung an den Euro-Krisenfonds in Luxemburg zurückgezahlt und verlangt Geld zurück.

Brexit 2019
  • dpa
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43 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Athens Reformliste – nur auf Griechisch, nur auf dem Tablet"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Frau Margrit Steer,

    man kann kein Land, Griechenland nicht und Deutschland auch nicht, aus dem Euro entlassen.
    Es darf auch kein Land das den Euro schon hat den Euro aufgeben oder nur wenn es gleichzeitig die EU verlässt. Gerade dies ist die Tragödie. Welches europäisches Land könnte jetzt außerhalb der EU wirtschaftlich überleben? Der Euro ist so was wie eine Zwangsjacke die sich manche Länder verpassen lassen haben weil sie sich davon niedrige Zinsen auf dem Kapitalmarkt versprochen hatten, dies funktioniert jetzt für manche Euroländer auch nicht mehr und raus dürfen sie nicht. So die Verträge. Auch wenn ein Euroland zahlungsunfähig wird deswegen ist es noch nicht aus der Eurozone. Es ist erst mal nur pleite. Eine eigene Währung darf das Land laut Verträge trotzdem nicht einführen. So die Väter der Gemeinschaftswährung EURO, diese Währung gehört allen Euroländer gleichermaßen. Die EZB hat ihren Sitz in Frankfurt weil es doch irgendwo den Sitz haben muss und nicht weil Deutschland mehr zu sagen hätte als Griechenland.

  • Man soll doch Griechenland endlich aus dem Euro entlassen. Es ist auch für Griechenland besser, wenn sie wiedr die Drachme haben
    Abr Merkel hält an dem Euro fest wie eine Ertrinkende am Rettungsring und schädigt damit ganz Europa

  • " Österreich garantiert die Sparguthaben nicht mehr"
    Die Einschläge kommen immer näher.

  • Vollkommen RICHTIG! Genau wie der TEURO als solches. Und dann sagt jetzt unser Ex-Kanzler Kohl auch noch: "Wir wussten ja, dass wir eine Volksabstimmung über den Euro verlieren würden"......WIR (das Volk) interessieren die POLITIKER doch gar nicht mehr....es sei denn es ist WAHL und es geht um deren JOBERHALT!!! (und die damit verbundenen lukrativen Nebenpöstchen)

  • Trotz dieser wiederholten Mißachtung jeglicher Regelungen durch Griechische Politiker. Wird die Eurozone und damit auch Deutschland trotzdem wieder zahlen.
    Wer postuliert daß „um jeden Preis“ die Bankrotteure im Euro gehalten werden „müssen“, warum sollen die Helenen dann überhaut irgendwelche Anstrengungen unternehmen? Irgendwas aufs Tablet geschmiert, den Kreditgebern unter die Nase gehalten, reicht doch völlig.
    Es ist einfach nur beschämend von europäischen Politikern hier geleistet wird. Die tiefe Krise in Griechenland ist das Ergebnis gesamtgesellschaftlicher Verantwortungslosigkeit der letzten 20 Jahre durch Griechen.
    Von Griechischen Regierungen die warum auch immer gewählt wurden. Von Griechen immer wieder!

  • WIR diskutieren hier über die eigenen FEHLER, die unsere "Volksvertreter" aus welchen Gründen auch immer (profitable Vorteilsnahme/Kompetenzleere...) verusacht haben !!!

    Die Deregulierungen im Arbeitsrecht, Finanzwesen und ein fataler Richtungswechsel im Steuerrecht, da wurden erst diese fiesen Machenschaften möglich in D + in der EU !!!
    Unsere Politik ist gefesselt durch den selbst verursachten und gewollten kranken, perversen Lobbyismus !
    Geboren durch ROT/GRÜN, mit dem Anführer Schröder !
    Die nachfolgenden Koalitionen nahmen diese Steilvorlagen dankend an, oder diese wurden mies und gewollt weiterentwickelt !

    Und viele unsere Kommunen sind in der gleichen Lage wie Griechenland, ohne Perspektive und Pleite !

    Unsere geschmierte Politik und viele Lobby-Gruppen haben unser Land stark geschädigt und incl. Europa in ein schweres, unsicheres Fahrwasser gesteuert !

    Durch das Politikerversagen ist die EU-Gemeinschaft und der Friede gefährdet !
    Die unschuldige EU-Bevölkerung leidet !

    Die selbsternannte "Denkfabrik" Bertelsmann Stiftung hätte gerne eine halbe Million jährlich Arbeitssklaven in Deutschland importiert ! Laut einer STUDIE, bestimmt einer von der FDP "erforscht" ?
    Was will diese Lobby-Gemeinschaft, Bürgerkrieg ?
    Diese ART von fragwürdigen Gemeinschaften gefährden unsere Demokratie und Frieden !!!
    Und fesseln unsere Politik !!!


  • @ Herr Michael Müller,

    erlauben Sie bitte eine kleine Berichtigung, "Geld, damit sie bezahlen können" hatten die Griechen schon vorher als Kredit von deutschen und französische Banken bekommen weil das Restaurant Ihnen gehört und erst dann haben die Griechen konsumiert) Panzer, U-Boote und andre Luxus Spielzeuge und bezahlt haben Sie mit dem Kredit so dass der Ober (Kraus Maffei, etc., etc., ) sein Geld für die Speisen doch bekommen hat, die Bank auch übrigens weil der Trichet (EZB) so nett war und die Schuldscheine der Banken übernommen hat.
    Witzig, meinen Sie nicht? Jetzt muss die EZB versuchen diese Schuldscheine loszuwerden, sonst müssen die EU-Steuerzahler dafür aufkommen. Irgendwie erinnert mich das an das Spiel "Der schwarz Peter"!

  • @ Herr Wagner:
    Ich glaube, ich bin da grundsätzlich optimistischer als Sie, weil:
    "Und was passiert hier in Deutschland, wenn die Südländer tatsächlich irgendein Modell entwickeln würden, welches sie in die Lage versetzen würde, direkt mit Deutschland um Standort- und Wettbewerbsvorteile zu konkurrieren?"
    Das wäre meiner Meinung nach kein "konkurrieren" in dem Sinne, daß D was weg genommen würde. Die Wirtschaft würde sich dadurch einfach nur weiter entwickeln. Die Südländer würden am Wohlstand partizipieren (durch ihre Arbeitsleistung) und jedem würde es besser gehen: Wohlstand für alle!
    In der Theorie ist das so. Aber ich sehe natürlich, daß die Realität anders aussieht: Man müsste halt arbeiten wollen.
    Wenn z.B. Herr Domenico wirklich glaubt "Kein[er]... wird je seine Schulden tilgen können, es sei denn man klaut es von den anderen, entweder durch Gewalt oder über Leistungsbilanzüberschuss." stellt er die Zusammenhänge auf den Kopf.
    Zuerst belügt er sich selbst, weil Leistungsbilanzüberschuss kein Diebstahl ist. Es ist auch so, daß grundsätzlich jedes Land einen Überschuss erwirtschaften könnte - bis auf die Amis. Und in diesem Szenario frage ich: wer lebt dann auf Kosten von wem: der Defizitäre oder der Überschüssler?
    Am Ende ist doch derjenige mit Überschuss der Dumme, nicht der Profiteur!

  • @Nelly Sachse
    Immer schön unterscheiden zwischen "Die Deutschen" als Gesellschaft und "Die Deutschen" als Politiker.
    Die Politiker haben uns da reingeirtten. Genauso wie die Politiker, die verantwortlich für "Die Deutschen" zeichnen uns die Energiewende (EEG) aufs Auge diktiert haben, so haben die Politiker uns auch den ESM alternativlos aufdiktiert.

  • Natürlich sind die Deutschen Schuld, wie immer. Sie haben die Griechen in den Euroraum gezwungen, haben ihnen deutsche Waren und Kredite aufgezwungen und bestehen jetzt kriminellerweise auf Reformen. Am besten Klage beim Europäischen Gerichtshof einreichen!

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