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Griechenland-Krise Immer wieder 5 vor 12

Tick tack, tick tack: Die Zeit läuft ab für Griechenland. Das tut sie seit Monaten. Doch auch heute wird nichts passieren. Das lehrt das griechische Drama seit 2009. Doch jetzt bekommt sogar die EZB kalte Füße.
30.03.2015 - 19:02 Uhr 32 Kommentare
... ab für Griechenland. Am 8. oder am 20. April droht erneut die Staatspleite. Quelle: Imago
Die Zeit läuft...

... ab für Griechenland. Am 8. oder am 20. April droht erneut die Staatspleite.

(Foto: Imago)

Düsseldorf In Griechenland liefen die Uhren auch schon mal anders. Im Land der Philosophen wie Aristoteles hatte jede Stadt lange ihre eigene Zeitrechnung. Die neuen griechischen Lenker stehen ihren antiken Vorgängern in nichts nach: Denn auch im Griechenland von Premier Alexis Tsipras und Finanzminister Yanis Varoufakis laufen die Uhren heute wieder anders als anderswo. Oder besser: Sie stehen still.

Seit Monaten ist es nach der neuen griechischen Zeitrechnung fünf vor zwölf. Und immer wieder aufs Neue gelingt dabei die Quadratur des Kreises: Die Zeit scheint Athen zwar davonzulaufen, doch die Zeiger auf der Uhr bewegen sich aber überhaupt nicht. Es ist ein Stillstand in Endlosschleife.

Soviel vorneweg: Auch heute wird sich das nicht ändern. Zwar sollte die Reformliste der Griechen in Brüssel heute endgültig vorliegen. Doch der 30. März wird, diese Prognose wagen wir, weder das Ende der Schuldenkrise markieren, noch das eines Euro-Griechenlands. Und doch steht er genau deshalb für das griechische Dilemma. Weil mal wieder nur das passiert, was schon seit Monaten, seit Jahren passiert:

Der Ton zwischen der neuen Regierung in Athen und ihren Gläubigern verschärft sich, der Ton entspannt sich. Man redet, man schimpft, man fordert, man droht – und einigt sich nicht. Höchstens darauf, sich nicht einig zu sein.

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    Der eine gießt Öl ins Feuer, der andere versucht zu löschen – und nächste Woche andersherum. Die Stimmung schwankt zwischen dem Varoufakis'schen „Stinkefinger“ und „vertrauensvollen Gesprächen“ (Merkel). Und wieder beginnt der ganze Reigen von vorn: Grexit- und Graccident-Szenarien, Deadlines, wann denn Griechenland nun wirklich die Pleite droht, Deadlines-Verlängerungen und letzten Ultimatum. Dem diesmal aber wirklich allerletzten.

    Rückblick,19. Februar, der gleichzeitig hätte ein Ausblick auf heute sein können: Langersehnte Post aus Athen. Doch Reformliste – Fehlanzeige. Griechenland bittet etwas umständlich formuliert um die Verlängerung der Euro-Finanzhilfen. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble poltert, das sei „kein substantieller Lösungsvorschlag“.

    Das dürfte vor allem Bürokraten und Entscheider der EU in Brüssel ärgern. Sie hätten heute wohl gern den Anfang des Endes der Schuldenkrise verkündet – mithilfe der umfassenden Liste. Doch der große Optimismus bei Briefen aus Athen dürfte den Geldgebern ohnehin schon vorher vergangenen sein: Yanis Varoufakis hatte bereits am 2. Februar einen Zeitplan vorgelegt. Demnach ist die Schuldenkrise bis Ende Mai gelöst. Bis Ende Februar brauche Athen, die Liste auszuarbeiten, hieß es damals.

    Am Wochenende nun – fünfeinhalb Wochen später – wieder Post aus Athen. „Jetzt endlich: die Reformliste“, mögen Leichtgläubige geglaubt haben. Doch Links-Rechts-Regierung zeigt seinen Partnern wieder die lange Nase. Und hat vorsichtshalber die Liste nicht mal aus dem Griechischen übersetzt. Mit den Sparvorschlägen hatte Athen die Finanzminister der Eurostaaten überzeugen wollen, einen Teil der 7,2 Milliarden Euro freizugeben, die das Land dringend braucht, um nicht in den Staatsbankrott zu schlittern.

    Die Nerven liegen blank
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    32 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Immer wieder 5 vor 12"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Da haben Sie Recht - die EZB muß den Stecker ziehen, denn die Politik liegt schon lange in völliger Agonie. Das war ja auch der Grund, warum seit 2010 die Männer der Group 30 der Rockefeller-Foundation hier das Ruder in die Hand nahmen, conta legem, zunächst Trichet, dann Draghi, fehlt nur noch Geithner, aber der ist wohl in USA gebunden. Diese alle haben den Grundsatz des Bankengurus Greenspan eingesogen: Konjunkturen und Krisen sind nur eine Frage der Geldmenge - d´ont worry about. Und an die Spitze der EU haben sie den amtlichen Steuerhehler Juncker gesetzt - der hat für dieses System mit den Stichwörtern Eigenrentabilität und Eigennutz sehr viel Verständnis - so gehts rasch nach Utopia - Europa.

    • Es war schon seit 1988 5 vor zwölf in Europa, nur hats kaum jemand gemerkt. Gegen den Irrsinn einer europäischen Einigungspolitik, wie er 1988 von Kohl und Mittrrand mit dem Kungel um deutsche Einheit = Währungsunion = europäische Union eingeletet worden ist, helfen auch keine antiken griechischen Philosophen, denn politischer Schwachsinn hat keinen Stellenwert im philosophischen Kanon.

    • Keine Angst liebe Leute. Das Vögelchen wird eben noch ein bisschen zappeln. Das Genick ist schon fast durch. Am Ende werden WIR recht bekommen. Darum geht es uns doch oder?

      Denn wenn es uns darum ginge das (zu Unrecht) geliehene Geld zurückzubekommen, dann würden WIR ganz genau hören, was SYRIZA vorschlägt: Reformen ja, aber nicht zu JEDEM Preis.

      Wir sollten bitte nicht vergessen. Das Fingerzeigspiel nur unter Verlierern gespielt wird.

    • Wieso "5 vor 12"? ich denke die Russen zahlen jetzt die nächsten 5 Jahre....

    • Hier ist doch das Schwarze Peter Spiel im Gange. EZB will ihn nicht, die Euro-Länder wollen ihn nicht, Brüssel will ihn nicht, Tsipras nicht, Merkel schon mal gar nicht. Ich vermute, dass die EZB ihn letztlich bekommt. DIe EZB zieht den Stecker. Sie entscheidet, weil es von den gewählten Politikern keiner wagt oder weil sie es nicht wegen gegenseitiger Blockaden nicht können. Die EZB ist das undemokratische Organ in der EU, wer hätte gedacht, dass die mal so viel Macht haben.

    • Tsipras geht auf Betteltour - ?? Er läßt da wohl ehr die Schwatzpappen aus Europa antanzen und teilt ihnen seine Forderungen mit. Schließlich geht es darum, sich und seinen Politganoven die üppigen Pfründe zu erhalten - ist schließlich straflos gestohlenes Geld.
      Übrigens - es lebe die Demokratie !

    • @Frau Anna Buschmann:
      Sehr lange, sehr lange noch. Gr bleibt im Euro egal wie und egal was es kostet.
      Wir haben diese Regierung gewählt, so müssen wir mit diesen Ergebnissen leben.
      Das ist alles nur Geplänkel, nach Ostern fliessen die Euronen nach Griechenland.

    • „Mit mir wird es keinen Grexit geben! (Merkel)“

      Dies hat Bundeskanzlerin Merkel auch schon bei der „Maut“ behauptet!
      https://www.youtube.com/watch?v=IYUhD2-oXdg

      Merkel: „Mit mir wird es keine PKW-Maut geben, ich glaube, dass habe ich schon sehr lange und in vielen Interviews gesagt, ich glaube nicht, dass es richtig wäre, die Autofahrer weiter zu belasten ... blablabla!“

    • m.E. gibt es nur zwei Möglichkeiten:
      1. die Gläubiger akzeptieren die "Wunschliste" aus Griechenland und tun so, als ob diese Zahlen belastbar wären und geben die Gelder frei (bis zum nächsten Kreditbedarf) oder
      2. spätestens am griechischen Osterwochenende werden die Banken geschlossen, eine Kapitalverkehrskontrolle eingeführt und am Dienstag oder Mittwoch geht es für Zahlungen innerhalb Griechenland mit der Drachme weiter. Schaun wir mal, wer das Pokerspiel gewinnt.

    • Das ganze Hin und Her ist reine Taktik!

      Das gehört zum Spiel der jetzigen griechischen Regierung und damit wollen sie alle Beteiligten in die Irre führen, besser gesagt an der Nase herumführen!

      Warum? Um beim versehentlichen Grexit die Gläubiger als schuldigen anklagen zu können!

      Wenn man wie Merkel oder Juncker schon mal alle Karten aus der Hand gibt und ständig betont, dass Griechenland im Euro bleibt, koste es was es wolle, dann grenzt das an bodenlose Dummheit und Unverschämtheit!

      Diese Unverschämtheit solcher Aussagen richtet sich gegen alle Steuerzahler in dieser Eurozone!

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