Griechenland-Krise Papandreous Widersacher fordert Showdown

Heute will Papandreou die neue Regierung vorstellen. Der Oppositionschef fordert indes Neuwahlen. Papandreous Erzfeind will das EU-Rettungspaket neu verhandeln - sein Aufstieg könnte Griechenlands Untergang bedeuten.
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Griechische Manöver

Athen/HamburgDer Vorsitzende der bürgerlichen griechischen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, hat vorgezogene Parlamentswahlen gefordert. Das Volk wolle dies, sagte Samaras am Donnerstagabend im Fernsehen. Die konservative Nea Dimokratia vertritt die Ansicht, dass das harte Sparprogramm der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou die Wirtschaft abwürge und deswegen geändert werden müsse.  

Am Vortag waren Gespräche zur Bildung einer großen Koalition mit den regierenden Sozialisten gescheitert. Das Land ist schwer defizitär und muss ein neues hartes Sparprogramm in die Tat umsetzen.  Der griechische Regierungschef Papandreou wollte am Abend seine Regierung umbilden und in den kommenden Tagen die Vertrauensfrage stellen. Die regierende Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok) verfügt über eine knappe Mehrheit von 155 der 300 Sitze im Parlament.

Nach Angaben aus Parlamentskreisen soll die Debatte über die Vertrauensfrage am Sonntagabend beginnen. Die Abstimmung selbst solle bis Dienstagabend abgeschlossen sein. Zunächst müsse die neue Regierung ernannt und vom griechischen Präsidenten vereidigt werden.

Papandreous Zeitplan ist ehrgeizig, aber er durchkreuzt dennoch die Planungen der Eurozone für ein neues Hilfspaket. Details sollten am Freitag bei einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Frankreichs Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy besprochen werden, für Sonntag ist ein weiteres Sondertreffen der Finanzminister der Eurozone geplant, am nächsten Freitag ein EU-Gipfel.

Doch nun verdichten sich in Brüssel die Anzeichen, das auf dem Gipfel nur eine Grundsatzerklärung zu Griechenland beschlossen wird. Die wichtigen Details zum neuen Rettungspaket und vor allem die höchst umstrittene Beteiligung der privaten Gläubiger könnten auf den Juli oder sogar noch später vertagt werden.

In Berlin gibt es offenbar gar Überlegungen, die Entscheidung über ein zweites Hilfspaket bis September zu verzögern. Deutschland wolle angesichts des Streits über die private Gläubigerbeteiligung Zeit gewinnen und werde dabei von den Niederlanden und Finnland unterstützt, sagte ein mit den Beratungen vertrauter EU-Diplomat. „Das Argument ist: Wir möchten Zeit kaufen, weil wir nicht wissen, was wir tun sollen.“ Gegen den Vorschlag gebe es aber großen Widerstand.

Für Griechenlands Opposition ist die Krise ein gefundenes Fressen. Papandreous Mehrheit im Parlament bröckelt, wegen des von der EU geforderten Sparprogramms ist der Regierungschef beim Volk in Ungnade gefallen. Samaras versucht nun offenbar, die Notlage für sich auszunutzen.

Denn die Forderung, das Sparpaket neu zu verhandeln ist im Volk überaus populär - auch wenn unabhängige Fachleute die Idee angesichts der desolaten Finanzlage des Landes für völlig illusorisch halten. Und dennoch: Samaras könnte bei Neuwahlen auf der Populismus-Welle reiten und so zum Regierungschef werden. Griechenland hingegen dürfte sich dann dem Staatsbankrott mit großen Schritten nähern.

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23 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Showdown in der Schuldenkrise"

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  • @ Island : Niemand, nicht eine einziger hier hat sich gegen humanitäre Hilfe für die ärmsten Griechen durch die EU ausgesprochen. Der antinationale Ton, den ich in Deinen Worten entdecke, ist volkommen daneben, denn gerade weil keine Rücksicht auf die nationalen und volksspezifischen Entwicklunsgbedingungen und Differnezen genommen wurde von der Hasardeurscliuqe der Anführer der EURO-Gruppe, ist es zu dieser Entwicklung gekommen! Aus kranken Nationen kann man kein gesundes Europa errichten!

  • Die Schuldsuche ist zwar wichtig, dringend ist aber eine dauerhafte und vor allem wirksam Lösung mit GR. Die besteht nur in einer schnellen Insolvenz, jede Verschleppung wird zunehmend teurer, vor allem für den Hauptzahler Deutschland. Denn dass die Bürgschaften in Zahlungen münden, ist ganz klar. Die ökonomischen und finanzpoltischen Mentalitäten zwischen Süd- und Mittel/Nordeuropa sind selbst in 10 Generationen nicht anzugleichen. Alle Auflagen und Ratschläge sind nur für den Augenblick, je härter umso mehr wird getrickst, wie schon beim EURO-Eintritt bewiesen. Extrem schlimm ist der Aufkauf der faulen GR-Staatsanleihen durch die EZB. Ein Fall von Pflichtverletzung, aber stattdessen gibts den Karlspreis in Aachen. Als Betroffene sollte die EZB ihre fachliche Meinung zurück stellen, am Besten den Mund halten, denn Neutralität ist etwas anderes in diesen teueren nationalökonomischen Fragen. Nur Vertragsbrüche in der EU: Lissabonvertrag, Maastricher Schuldenabkommen und jetzt noch Dänemark mit dem Schengenabkommen. Von Solidität kann keine Rede sein. Kein Wunder, wenn die EU-Sympathie bei den Bürgern drastisch abnimmt, und für den EURO gleich mit.

  • An: Klaro_M

    Winter hat in der kürze Recht. Die EU ist ein Club der Verlierer und Mitglied dieses Clubs zu sein ist von Nachtteil für unser Volk und unseren Staat. Die Subventionierung unserer „Nachbarn“ ist nicht in unseren Interesse besonders weil diese Geldmittel der eigenen Volkswirtschaft entzogen wird.

    Für die Empfänger (Bettler) ist diese Subventionierung auch nicht optimal. Griechenland (9 Millionen Einwohner) hat z. b. letztes Jahr über 6 Mrd. Euro (Subventionen) erhalten. Die Griechische Volkswirtschaft hat durch den Euro einen enormen Zinsgewinn erhalten.

    Griechenland hat einen erleichterten Zugang zu den Westeuropäischen Märkten (Gemeinsame Zollpolitik)

    Trotzdem steht Griechenland am Rande des Staatsbankrottes!

    Das heißt diese Politik ist gescheitert!

    Wir haben alleine letztes Jahr 22 Mrd. Euro an Brüssel VERSCHENKT

    Dieses Geld hätten wir doch besser verwenden können!

    Oder?

  • An Egal:
    Einen Staatsbankrott bedeutet nicht das Ende des Staates!

    Es bedeutet nur das die Gläubiger erst einmal keine Zinszahlungen erhalten und evtl. auf ihre Schulden verzichten. Wie gesagt Griechenland hatte schon sehr häufig einen „Staatsbankrott“ und der Lerneffekt war doch sehr gering.

    Die Türkei stand vor ein paar Jahren vor einen Staatsbankrott und sie haben sich erholt. Argentinien hatte seine Zahlungen eingestellt ebenso Russland.

    Die Liste lässt sich weiterführen mit Ländern wie Frankreich, Spanien, Portugal etc.

    Gab es ihn diesen Ländern eine Anarchie?

    Nein!

    Sie dürfen nicht jeder Propaganda glauben!

    Ein Blick in den Geschichtsbüchern kann doch sehr erhellend sein!

    In den Zusammenhang verstehe ich nicht warum sie auf das Wort „Volkshetze“ verwenden.

    Ich empfehle Ihnen einen Blick den DUDEN!

    Bildung kann nicht schaden!

    Ein Tipp am Ende:

    Schauen sie sich die Wirtschaftspolitik vom Reichskanzler Brüning an!

    Die Griechische Regierung verfolgt eine ähnliche Politik!

    Der Verdacht liegt nahe das die GRIECHISCHE Regierung die Schulden nicht bezahlen möchte.

    Griechenland könnte seine Schulden begleichen!

    Griechenland hat übrigens ein wenig GOLD und andere Aktiva!

  • Sowas ähnliches gab es vor ein paar Jahren in Italien. Der reiche Norden wollte sich vom armen, mafiaverseuchten Süden abspalten.

  • Eigentlich sollte man gar nicht diskutieren. Hier gibt es doch nur eine Lösung: die Einhaltung des § 125 (No Bail-out Klausel). Das hätte von Anfang an geschehen müssen. Griechenland ist mit dem derzeitigen Zustand nicht geholfen und uns auch nicht.

    Allerdings hat unsere Regierung nicht mal die kleinsten Anstalten gemacht, auf diesen Vertragspunkt zu bestehen. Lieber sollten wir doch die eigenen Banken retten, als die halbe EU. Von unseren eigenen Banken könnte man später auch Geld zurück fordern. Alles nur eine Sache der Verträge. Allerdings muss man die auch einhalten!

    Die Brüsseler Eurokraten haben doch nur Angst um ihre schönen, gut dotierten Jobs. Deutschland soll für alles zahlen. Die EU hat uns bis heute 2500 Milliarden Euro gekostet. Der deutsche Handelsbilanzüberschuss ist in's Ausland gegangen. Merkel und Schäuble wollen uns das als alternativlos verkaufen.

    Nieder mit dieser EU und raus aus dem Euro!

  • Jawohl, Herr Kommandant!!! Führer befiehl - wir folgen dir! Das einzige Lied, das ihr auswendig könnt und eure Kinder immer können werden. Gratuliere, du fleißeiger Mitteleuropäer!

  • Du verweigerst dich der Realität. Es bedeutet nicht, dass die Lichter dort ausgehen. Wie nennst du das, wenn keine Renten mehr gezahlt werden können, wenn es keine Polizei mehr gibt, keine Justitz keine Richter, keine Gerechtigkeit. Anarchie nennt man das. Es wird keiner Hungern?? Weil die Arbeitslosen kein Geld mehr zum Essen bekommen. Weil der Staat sich nicht refinanzieren kann.
    Es gibt kein Land auf der Welt, dass keine Schulden hat. In Griechenland dürfen keine Schulden mehr refinanziert werden mit neuen Schulden, da durch Fehler das Vertrauen verloren gegangen ist.
    Ich wundere mich, dass bei euch für eure Volkshetze noch kein Staatschutz an der Tür geklingelt hat. Diese Rechte scheisse kann ich nicht mehr lesen.

  • Diese „Währungsunion“ war eine Union der gleichen (Gleiches Volk, Geschichte, Kultur, Kapitalistisches System)

    Die „Währungsunion“ der BRD und der DDR war es nicht. Der richtige Währungsumtausch lag bei 1 zu 20 und nicht 1 zu 1. Damit hatte die Wirtschaft in der DDR keine Möglichkeit zum überleben.

    Natürlich sollte die D-Mark die Leitwährung in den „Zwergstaat (DDR+BRD)“ sein. Dabei wäre es aber wichtig gewesen eine Regionale Währung in Mitteldeutschland einzurichten damit die „Strukturschwachen Gebiete“ eine flankierende Währung erhalten damit diese gefördert werden.

    Das ist nicht passiert und Mitteldeutschland ist ausgeblutet.

    Diesen Vorgang sehen sich auch in anderen Teilen der EU mit der EINHEITSWÄHRUNG

  • Sie beziehen sich auf die Kleindeutsche Lösung. Die verschiedenen Deutschen Staaten ohne Luxemburg, Schweiz, Lichtenstein und den Deutschsprachigen Teil Österreich-Ungarns mit Slowenien (aus den Geografischen Gründen das Österreich einen Seezugang benötigt)

    Die Einigung wurde zum einen durch den Deutschen Zollverein zwischen Preußen, Bayern, Württemberg, Sachsen und den Thüringischen Staaten gefördert.

    Desweiteren durch die Einigungskriege. Der Krieg Österreich-Ungarns und Preußen gegen Dänemark führte zum Erwerb von Nordschleswig (bis 1918 und dann bis 1945) und der Angriffskrieg der Franzosen gegen Preußen und seinen Verbündeten führte nach den Sieg über Franreich zu der Rückübertragung Elsaß-Lothringens (bis 1918 und dann bis 1945) nach „Deutschland“.

    Durch die Kleindeutsche Lösung erlebte das Deutsche Reich einen wirtschaftlichen und Politischen Aufschwung. Dabei spielte auch die gemeinsame Währung seine Rolle, dabei dürfen wir nicht vergessen das diese Währung mit Gold abgedeckt wurde (Goldstandard) damit stand diese Währung im Kontext mit andern Währungen des Goldstandards.

    Damit waren die Währungen bis zum ersten Weltkrieg stabiler als wir es heute kennen. Durch den Goldstandard waren auch größere Handelsungleichgewichte ausgeschlossen, das liegt am System des Goldstandards.

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