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Griechenland-Krise und weltweite Reaktionen „Der Juni 2015 wird zum Juli 1914“

Die Welt schaut auf Athen: Von Finnland über Spanien bis zu den USA wächst die Sorge, dass die Griechenland-Krise nicht mehr zu lösen ist. Besonders harte Worte findet der Ex-US-Finanzminister Larry Summers.
29.06.2015 - 19:07 Uhr 16 Kommentare
Der ehemalige US-Finanzminister geht hart mit den Beteiligten der Griechenland-Krise ins Gericht. Quelle: Reuters
Larry Summers

Der ehemalige US-Finanzminister geht hart mit den Beteiligten der Griechenland-Krise ins Gericht.

(Foto: Reuters)

Der Ex-Finanzminister der USA nimmt am Montag kein Blatt vor den Mund. Im Griechenland-Streit geht Lawrence H. Summers mit allen Beteiligten schwer ins Gericht. „Ich fürchte, dass wir in fünf Jahren den Juni 2015 so sehen werden wie wir heute den Juli 1914 sehen“, sagte der Starökonom auf der Finanzkonferenz der NZZ in Bern. Im Juli 2014 taumelte Europa dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs entgegen. Wie damals würden heute Beteiligten nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Dadurch würde verhindert, dass die Beteiligten ihre gemeinsamen Interessen im Auge behielten.

Die griechische Regierung habe sich in einer sinnlosen Konfrontations-Strategie verrannt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) nehme eine Krise in Kauf, nur um einige Zehntelpunkte bei einer geforderten Rentenreform durchzudrücken. Und die Europäer wüssten längst, dass Griechenland niemals seine Schulden werde zurück zahlen können. „Warum handelt Europa dann nicht danach?“, fragte Summers.

Seit fünf Jahren nun würde das Griechenland-Problem immer auf Sicht für die nächsten zwei Monate gemanagt, ohne aber eine nachhaltige Lösung anzugehen. „Das Risiko einzugehen, dass Griechenland die Euro-Zone verlässt, wäre so, als ob wir uns mit geschlossenen Augen vorangehen würden. Dieses Risiko sollten wir nicht eingehen“, warnte Summers.

Durch einen Austritt Griechenlands würde die Währungsunion für immer ihren Charakter verändern. Ihre Unauflösbarkeit wäre zunichte gemacht. „Eine Familie wird nie mehr dieselbe sein, wenn ein Kind die Familie verlässt.“, sagte Summers.

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    Doch nicht nur der US-Ökonom treibt die Sorge um das griechische Schuldendrama um. Rund um den Globus preschen Staats- und Regierungschefs vor und beschwichtigen, drohen und appellieren – je nach eigener Verflechtung in der Krise.

    Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos etwa bekräftigt, dass sein Land „gepanzert“ sei gegen die griechische Krise. Spanien sei etwa durch die berbesserte Lage der spanischen Banken oder die Verringerung der Staatsverschuldung gewappnet, zudem weise das Land heute das höchste Wachstum in Europa auf. Mit Blick auf die drohende Staatspleite in Griechenland zeigte er sich zuversichtlich: „Es ist immer noch Zeit, weil das Programm am Dienstagabend ausläuft und man nicht ausschließen kann, dass es eine Einigung gibt.“

    Man versuche in Madrid, weiter darauf zu vertrauen, dass der gesunde Menschenverstand zurückkehre. „Spanien ist ein solidarisches Land und bereit, zu reden, aber es fordert, dass Griechenland die Regeln erfüllt, die sich Europa gegeben hat.“

    „Es geht um die Mitgliedschaft in der Euro-Zone“
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    16 Kommentare zu "Griechenland-Krise und weltweite Reaktionen: „Der Juni 2015 wird zum Juli 1914“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Im Juli 2014 taumelte Europa dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs entgegen."
      Ne oder?

    • Ausgerechnet ein Ami spricht von "eigenen Interessen vertreten". Ich kenne kein Land der Welt das so ohne Rücksicht auf Verluste seine eigenen Interessen vertritt.
      Hat sicher niemand was dagegen wenn die USA die Griechen retten. Also nicht dumm daher labern, sondern machen bitte!

      Echt der Hammer diese Einmischerei!

    • Europa muss erwachsen werden!

      1. Unabhängigkeit von der US-Finanzkrake durch Austerität
      2. Aufbau einer europäischen Identität (ein Horror für den US-Terroristen)
      (...)

      Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • Der größte Kriegstreiber der Welt, meldet sich zu Wort und gibt eine Standpunktbeurteilung zur aktuellen Sachlage ab.

      Das dass bei HBO überhaupt gebracht wird, wissend das ausschließlich subtile Kriegshetze dahintersteht ist schon ein starkes Stück.

      Den USA glaubt im Volke so gut wie keiner mehr, - außer natürlich die Bundesregierung und allen voran die Kanzlerin. Aber selbst die zählen nicht in einer objektiven Beurteilung der Sachlage.

    • Im gegensatz zu deutschland haben die Bürger dort aber ein Mitspracherecht über einen Volksentscheid. Somit sind wir wieder bei der Demokratie, die es in Europa sonst wohl nur noch in der Schweiz gibt!

    • Naja, die USA setzen auf Krieg in Europa. Und da käme ein Zerfall der EU, oder ein Fortbestand unter dem Diktat des Geldes doch recht.

    • Was kann Amerika zum Thema "Schulden" und zur sozialen Gerechtigkeit betragen?
      Genauso hoffnungslos, wie man sich als Student des griechischen Finanzministers auf eine Stelle bewirbt?! Nichts verstanden - keine Chance! (Höchstens bei den Grünen oder den Linken)

    • Ein Rückgriff auf die Geschichte ist meistens erhellend. Bei Griechenland, das sich gern als die Wiege der Demokratie betrachtet, kann man durchaus die Meinung vertreten, daß es sich um das Land handelt, welches die Demokratie erfunden und rund dreitausend Jahre später ad absurdum geführt hat.

    • Nachtrag : gemeint ist natürlich die Ukraine - Krise.

    • Die Warnung von Herrn Summers erscheint arg überzogen, zumal die Ukraine ein wesentlich größeres Risiko vor allem für Europa darstellt, als das Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion oder aus der EU.
      Bekanntlich existiert kein Patentrezept für die Bewältigung von Krisen, wohl gibt es jedoch einfache Grundregeln zur Kommunikation. Dazu gehört, daß auch im Medienzeitalter Verhandlungen nicht gleichzeitig und noch dazu mit widersprüchlichen Inhalten auf zwei Ebenen geführt werden können. Genau das hat die Regierung Tsipras indes getan. Ihr war der mediale Auftritt in der griechischen Öffentlichkeit bei gleichzeitiger Bedienung von Emotionen von vornherein wichtiger als die Überzeugung der Gläubiger von dem, was für Griechenland realistisch ist und dem Interesse des Landes entspricht. Hinzukommt, daß die Regierung Tsipras - man mag zu ihr stehen wie man will - selbst keine konkreten Vorstellungen für das Vorankommen des eigenen Landes entwickeln konnte.

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