Griechenland-Krise Varoufakis schlägt EU-Ministern Moratorium vor

Die griechische Regierung hat laut Medienberichten einen Kompromissvorschlag ausgearbeitet, um die Eskalation des Streits zu vermeiden. Die wichtigsten Punke sind eine Verlängerung des Kreditprogramms und ein Moratorium.
21 Kommentare

Griechen-Premier: „Ich will eine Win-Win-Lösung“

Athen/BrüsselDie Arbeitsgruppe der griechischen Experten und der Geldgeber soll einen Kompromissvorschlag für das Eurofinanzministertreffen vorbereitet haben, wie die Nachrichtenagentur dpa und die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Kreise im Athener Finanzministerium berichten. Damit soll eine Eskalation der neuen Griechenland-Finanzkrise vermieden werden.

Die Geldgeber sollen sich danach bereiterklären, die restliche Tranche der Finanzhilfe für Griechenland in Höhe von 7,2 Milliarden Euro in kleineren Beträgen in den kommenden Monaten an Athen auszuzahlen. Gleichzeitig soll Athen die Zeit, die es braucht bekommen – etwa drei bis vier Monate nach eigenen Vorstellungen – um die eigenen Ziele in Sachen Konsolidierung der Wirtschaft und weitere Reformen anzupacken. Parallel sollen die „Institutionen“ (die umbenannte Ex-Troika) aus Kontrolleuren der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) in Brüssel prüfen können, ob Griechenland die Sparmaßnahmen einhält.

Auch aus den Reihen der Kreditgeber wird eine Verlängerung des laufenden Kreditprogramms als Kompromiss vorgeschlagen. Frankreichs Finanzminister Michel Sapin sagte am Montag vor Beginn der Beratungen mit seinen Amtskollegen aus den anderen Euro-Ländern in Brüssel, dies wäre die richtige Lösung. Ähnlich äußerte sich EU-Kommissar Valdis Dombrovskis. Er nannte eine Verlängerung des bestehenden Programms den realistischsten Weg, „um mehr Zeit für Verhandlungen zu ermöglichen“. Die Ausweitung könnte ein paar Monate bis ein halbes Jahr lang sein, ergänzte Dombrovskis. Die griechische Regierung müsse nun signalisieren, dass sie zu einem solchen Schritt bereit sei.

Die Euro-Finanzminister wollten ab dem Nachmittag über einen Ausweg aus dem Schuldenstreit beraten. Zum Ende des Monats läuft das aktuelle Hilfsprogramm der Euro-Partner für das Land aus. Ohne Kompromiss über den weiteren Kurs droht Griechenland eine Staatspleite.

  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Griechenland-Krise - Varoufakis schlägt EU-Ministern Moratorium vor

21 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Varoufakis schlägt EU-Ministern Moratorium vor"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Herrn Query

    Hören Sie mir auf mit dem Draghi-Bashing. Der ist in der Euro-Zone überhaut noch der Einzige der etwas macht. Die Anderen stecken ihren Finger in den A.

    Ich weiss nicht ob Draghi ein Mafioso ist, nur Kapitalinteressen und seinen früheren Arbeitgeber im Sinn hat. Ich glaube eher, dass er ein Mann ist der mit viel Wissen und Mut genau das tut was man von ihm verlangt, egal an welche Position man ihn setzt. Er hat den Euro mit seiner OMT-Ankündigung gerettet. Mit Stark wäre es jetzt schon am Ende.

  • Das ist ein sehr guter Vorhalt @ Beo Bachter, ich hätte das Gleiche schreiben können (zwar mit anderen Worten).

    Die Welt lernt nur aus ihren Fehlern. Deshalb denke ich, wir sollten das Projekt "Euro" mit allem Engagement fortführen bis jeder verstanden hat, warum es nicht möglich ist. Wir könnten es jetzt schon sagen, aber das reicht nicht.

  • Dann zahlen Sie mal schön die Hartz-4-Sätze an die Griechen von Ihrem Gehalt.
    Wissen Sie nicht, daß es bei uns genug Leute gibt, die nicht wissen, wie sie den Monat über die Runden kommen? Diese Leute wären zumindest dankbar, was man den ewig meckernden und fordernden Griechen wohl nicht nachsagen kann.

  • Eurowahn und Großmannssucht stehen jeder vernünftigen Entscheidung, wie der Wiedereinführung der Drachme entgegen. Draghi sorgt mit seinen Ela-Krediten dafür, daß der Staat finanziert wird., und diesen Betrag hat er gerade um 5 Mrd. auf 65 Mrd. erhöht. Wenn alle Stricke reißen: die Wahlgeschenke von der neuen Regierung werden somit finanziert und das geht gerade so weiter. Die Polkt-Eliten könnten eigentlich aufhören mit dem Theaterstück, welches heißt: Schwierige Verhandlungen.ck

  • "Mal ein bissl Sportsgeist, ja? Die Zivilisationsgeschichte der Menschheit schaut uns zu. Wir wollen uns doch nicht geschlagen geben bevor wir rein wirklich alles gegeben haben."

    Wenn man auf dem falschen Weg ist und umkehrt, gibt man sich nicht geschlagen. Wir haben es mit einem massiven Elitenversagen zutun, welches glaubt mit ihrem Modellen aus dem Elfenbeinturm einen Zentralstaat erwzingen zu können, der der menschlichen Natur in dieser gleichmacherischen kopflastigen Form widerspricht. Der Konflikt, der hier ausbricht ist im Kern nicht nur politisch sondern existenziell menschlich: der evolutionär junge Verstand, glaubt die Kontrolle zu haben und versteigt sich, gemäß dem Motto, dass wir immer nur noch mehr davon bräuchten, um das Problem zu lösen, immer mehr in dieses realitätsferne Wunschdenken, je mehr er von den tatsächlichen Verhältnissen ad absurdum geführt wird. Solange es hier keinen realistischeren Kurs gibt, ist der Sportsgeist nur ein nutzloser Volkssturm der das Leiden verlängert.

  • "Denn: Hellas wird immer im Euro bleiben - garantiert."

    Ich habe Honecker auch nicht geglaubt, als er die Mauer auch noch für 50 weitere Jahre stabil bezeichnete und sie ein paar Monate später implodierte. Mit "immer" kann man immer nur falsch liegen - garantiert. Nichts dauert ewig.

    Wie lange man Realitäten ignorieren und mit Hirngespinsten aus Wolkenkuckuksheim übertünchen kann, weiß natürlich niemand. Denn die menschliche Phantasie und wie Einstein festsstellte auch Dummheit sind ja unendlich.

    Die einzige Möglichkeit den Euro zu halten wäre, dass die Griechen deutscher und die Deutschen griechischer werden und sich beide Kulturen (inkl. Guthaben und Schulden!) in einer homogenen Einheitssauce auflösen. Das will aber niemand und es von elitären Spinnern gegen den Willen der Bevölkerungen durchzudiktieren, wird in einem gewaltigen Chaos enden.

  • Herr Kaminski,

    besser griechische Staatsanleihen Kurs 76 + 3,4% Kupon = Rendite auf 3 Jahre Laufzeit ca. 19%. Sind Sie mutig, greifen Sie zu wenn Sie an Griechenland glauben.........Hellas soll weiter leben!.

    Also nicht Dax sondern A1ZL72, aber bitte mit Ihrem Geld......

  • @Herr Werner Wilhelm

    >> Wir haben uns eine Braut angelacht von der wir wussten, dass sie nicht zu uns passt. >>

    Die Frau war zu sehr getürkt....durch den Mafiosi Draghi, der damals Chef von Godman & Sachs war ( dieser Verein hat das Gutachten für die Aufnahme Griechenlands erstellt ).

    Der hat die Braut so geschminkt, dass wir all ihre Falten, gehäßlichen Züge, etc. wie geblendet übersehen haben. Jetzt thront dieser Falschspieler in Frankfurt über den €. Aber die Flut wird auch diesen Halunken wegreißen.

    Und das "Sparschweinchen im Wägelchen" wird endlich auch seinen richtigen Weg finden.

  • Das ist ja Porno hier...
    Frau Suding wird schon wieder breitgetreten...

    Statt zu diskutieren, ein kleiner Tipp: Kaufen Sie noch heute DAX-Aktien.
    Denn: Hellas wird immer im Euro bleiben - garantiert.

    Schönen Tag noch

  • @ Herrn Queri

    Ich hasse Vergleiche und dachte mir schon, dass dies wieder mal ins Auge geht. ;-)

    Wir haben uns eine Braut angelacht von der wir wussten, dass sie nicht zu uns passt. Noch schlimmer: Es gibt keine Scheidungsmöglichkeit.

    Nun heisst es sich alternativlos zusammenzuraufen. Ich habe eine sehr differenzierte Meinung zum Euroland und greife nur mal einen Aspekt heraus:

    Dass die Vorstellung einer Gemeinschaftswährung in Europa eine Jahrhundertaufgabe ist, war klar. Dass die strukturellen Probleme Griechenlands mehr als eine Generation brauchen auch. Mal ein bissl Sportsgeist, ja? Die Zivilisationsgeschichte der Menschheit schaut uns zu. Wir wollen uns doch nicht geschlagen geben bevor wir rein wirklich alles gegeben haben.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%