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Griechenland „Nicht für den Selbstmord stimmen“

Kurz vor der Schicksalsabstimmung des Parlaments macht die Finanzwelt Druck: Nur ein Ja könne Griechenland vor dem Kollaps retten, warnt die künftige IWF-Chefin Christine Lagarde. Der Notenbankchef wird noch deutlicher.
29.06.2011 Update: 29.06.2011 - 11:48 Uhr 22 Kommentare

Lagarde fordert „Ja” zu Sparprogramm

Athen Die designierte Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, wendet sich direkt an die Konservativen in Griechenland: „Die Opposition sollte im Sinne der nationalen Einheit die Regierung unterstützen. Es geht um das Schicksal des Landes“, sagte Lagarde am Mittwoch. Griechenland müsse seiner Verantwortung gerecht werden, fügte sie hinzu.

Noch drastischer äußerte sich der griechische Notenbankchef Giorgos Provopoulos. Ein Nein der Abgeordneten wäre ein „Verbrechen - das Land würde für seinen Selbstmord stimmen“, zitierte ihn die „Financial Times“. Der Chef der Bank of Greece kritisierte demnach, dass die schwere Krise seines Landes in den vergangenen Monaten von der Politik heruntergespielt worden sei. „Wir hatten in diesem Land eigentlich keine Debatte darüber, was falsch gelaufen ist“, bemängelte er.

Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, drohte Griechenland indirekt mit einem Ende der Hilfszahlungen, sollte das Land sein Sparprogramm nicht umsetzen. „Griechenland darf kein Fass ohne Boden werden. Das Land kann nicht erwarten, immer wieder von anderen unterstützt zu werden. Solidarität darf nicht überstrapaziert werden“, sagte Stark der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Weder EU noch der Internationale Währungsfonds (IWF) seien erpressbar. „Ich gehe davon aus, dass sie ihre Finanzhilfen nur unter der Bedingung fortsetzen, dass Griechenland die mittelfristige Strategie der Haushaltskonsolidierung wie auch umfassende Privatisierungsmaßnahmen umsetzt“, sagte der Zentralbanker.

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    Am deutschen Aktienmarkt sorgte Hoffnung auf eine Entspannung in der Griechenland-Krise vor der Entscheidung in Athen zunächst für deutliche Gewinne. Der Dax legte um 1,11 Prozent auf 7250 Punkte zu.
    Der Euro hielt sich zunächst knapp unter der Marke von 1,44 US-Dollar.

    Vor der entscheidenden Abstimmung im griechischen Parlament über das Sparprogramm zur Abwendung einer Staatspleite herrschten in Athen schwere Spannungen. Die Polizei riegelte die Zufahrtsstraßen zum Parlament ab. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Demonstranten. In der Nacht hatte es vor dem Parlamentsgebäude Straßenschlachten zwischen Autonomen und den Sicherheitskräften gegeben. Nach Angaben der Polizei wurden 42 Gewalttäter festgenommen.

    Die Parlamentssitzung soll am Vormittag beginnen. Die Abstimmung über das Sparprogramm wird für den frühen Nachmittag erwartet. Der Ausgang der Abstimmung blieb ungewiss.

    Die Ablehnungsfront im Parlament bröckelt
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    22 Kommentare zu "Griechenland: „Nicht für den Selbstmord stimmen“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Bürgeraufstand muß evolutiv und intelligent sein. Zerschlagen nutzt garnichts. Das Projekt GlobalVoter sieht eine Neue Demokratie vor, die über das Internet unabhängig vom System und der gescheiterten Parteienstruktur direkt die Macht demokratisch mitbestimmt. Wie ein Bypass für das kranke Herz, so wirkt die Direkte Demokratie des Internets. Macht durch machen!Diese neue demokratische Einrichtung schlüge den Versuch der Demokratur/Eurokratur mit den eigenen Waffen!

    • Wenn ich das richtig gelesen habe, hat Lagard ihre Studienfächer entweder gar nicht oder nur mit Ach und Krach bestanden. So frage ich mich nun, woher hat sie das Zeug, um dem IWF vorstehen zu können.
      Andererseits erinnere ich mich an den Fall Deutsche Bank ./. Jürgen Schneider, wo angeblich die Nutzflächen im 3-stelligen Bereich überzogen und dennoch kreditiert wurden. Selbst in einem so einfachen Fall, wo man nur die bebaute Fläche mal Anzahl der Geschosse abzüglich 25% zu rechnen hat, versagt die Beurteilsfähigkeit der Banker und für einen Architektur-Praktikanten reicht das Geld nicht.

      Aus dieser Sichtweise erklärt sich die weltweite Finanzkrise und hat nur die Staaten verschont, bei denen wenigstens die Finanzaufsicht funktionierte und frei von politischer Begierde war.
      Das Griechenland-Abenteuer kann auf diesem Hintergrund nicht funktionieren.

      http://www.bps-niedenstein.de/content/view/168/2/

    • Electromagnetic Warfare ist real. "HAARP" ist die ultimative Waffen des 21. Jahrhunderts. Der leichtgläubige, bis ins letzte manipulierte Bürger besitzt nich einmal mehr die Vorstellungskraft, um zu begreifen, was heute tatsächlich vor sich geht. Lieber stellt man sich "abschalten, abschalten"-brüllend auf die Straße, fühlt sich dabei noch als ach so revolutinär, obwohl man doch nur genau den Plan der Weltenlenker erfüllt. Hauptsache keiner ahnt, dass WW3 längst im Gange ist...

      http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/26773/

    • agreed.

      Es beschleicht einen der Eindruck, daß selbst auf der Brücke kein Kurs existiert: so allerdings steuert man sich in Untiefen.

    • @ globalvoter.org,
      Noch viel zu oft übersehen, der dritte Mitspieler an der Misere.
      Mich beschleicht schon länger der Verdacht, dass die meisten dieser Global Player / primär Export fixierten Börsenspieler nicht wirklich über selbsttragende, zukunftsfähige "Geschäftsmodelle" verfügen? Plus jedwede eigene Investition in ihre Betriebsmittel seit Längerem sträflich unterlassen (Bahn, Telekom). Was immer üppigeren Manager-Gehältern, Boni, Dividenden, Abfindungen für Insiderkreise doch enorm zu gute kam.
      Selbst für die Auftragseinholung zu Gunsten der Konzerne ist unsere Politik laufend als Key Account Manger/in unterwegs. Oder diente der chinesische Besuch Anderem als Wirtschaftsinteressen? Den Eindruck hatte ich bei den Presseberichten nun aber wirklich nicht. Beim lästigen Nebenbei durfte sogar die Simultanübersetzung versagen. Das zur Prioritäten-Setzung unserer "Volksvertreter". Da bleibt natürlich keine Zeit mehr, für einen funktionierenden Binnenmarkt zu sorgen, oder gar einen Gedanken an den ehemals so viel gelobten, sozialen Frieden im eigenen Lande zu verschwenden. Dazu dann noch die vielen lukrativen Pöstchen nebenher ...
      Außerdem erinnern sich "deutsche", börsennotierte Konzerne nach meinem Empfinden primär an eine Heimat, sobald es dort Subventionen abzugreifen gibt. Sobald sie mit ihren Steuern zum Erhalt von Infrastruktur, Bildung, freier Forschung beitragen sollen, sehen Länder weltweit, - statt am Staat beteiligter, integrierter Unternehmen, - rasende Roadrunner und deren Staubwolken. Diese Unternehmen sind großteils heimatlos. Sowohl von der Aktionärsstruktur, wie von den gestellten Arbeitsplätzen plus ihrem Steuerbeitrag. Und davon lässt sich ein Staat laufend erpressen? Von Reisenden, die mit den derzeitigen Nichtregeln des so genannten "freien Marktes" eh' Keine/r aufhalten kann?

    • die delegieren ihre Kriege inzwischen.

      Aber ganz saubere Mülltrenner.

      Die katholische Kirche is nix gegen diese Bigotten.

    • Wie erreicht man die totale Kontrolle der Weltbevölkerung ohne das sie es merken???


      http://www.klimaforschung.net/haarp/haarp.pdf


      Warum berichten die privaten Konzernmedien nicht darüber?

      Wem gehören eigentlich weltweit die Medien AGs???

      Wer die Information kontrolliert, kontrolliert alles!!!

    • Lasst nicht zu, dass unser Parlament unsere finanzpolitische Souveränität an eine Supranationale Organisation überträgt, es geht hier um unseren Wohlstand und um den politischen Gestaltungsspielraum.

      Nein zur Transferunion! Bitte zeichnet diese Petition mit, wenn ihr gegen den ESM (Europäischen Stabilitätsmechanismus) seit.
      https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18123

    • Kollaps, Zusammenbruch, Selbstmord - den Leuten, denen es zu gut geht, fehlt jede Beziehung zu diesen Worten. Wir haben den 2. Weltkrieg überstanden. Der fiannzielle Zusammenbruch Griechenlands - wenn er denn passieren sollte - wird eine Sonntagsnachmittag Party gegen die Leiden, die wir in und nach dem 2. Weltkrieg haben erleben müssen. Lehnt Euch zurück und betrachtet in Ruhe die Finanzwelt, wie sie schreit und zetert.
      Dürer hätte seine wahre Freude, diese aufgetakelte Phänomen mit Monstern und Teufeln zu zeichnen.

    • The time is right...

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