Griechenland Notfallplan für Athen?

Noch gibt es eine letzte Chance für die Verhandlungen in der griechischen Schuldenfrage. Doch was, wenn alle Gespräche scheitern? Laut Medienbericht verständigten sich die Euro-Länder auf ein Notfall-Szenario.
Update: 16.06.2015 - 08:13 Uhr 29 Kommentare
Was, wenn alle Gespräche in der griechischen Schuldenfrage scheitern? Quelle: dpa
Akropolis

Was, wenn alle Gespräche in der griechischen Schuldenfrage scheitern?

(Foto: dpa)

AthenDie Euro-Länder bereiten sich bereits auf ein Scheitern aller Verhandlungen zur Rettung des hoch verschuldeten Landes vor. Zugleich bekräftigten die Verhandlungspartner ihren Willen, nach einer Lösung zu suchen. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) verständigten sich die Euro-Partner auf einen Notfallplan. Wie das Blatt berichtet, soll ein Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel einberufen werden, wenn den Euro-Finanzministern am Donnerstag keine Einigung gelingt.

Der Plan sehe vor, am Wochenende die Kontrolle des griechisch-europäischen Zahlungsverkehrs vorzubereiten, um einen Bankensturm zu verhindern. Solche Szenarien werden in Brüssel bereits seit längerem diskutiert. Die akute Finanznot Griechenlands dürfte am Dienstag auch Thema beim Treffen des luxemburgischen Regierungschefs Xavier Bettel mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin sein. Griechenland hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach die Euro-Länder sich auf einen Notfallplan verständigt hätten. Dies sagte ein Regierungsvertreter am Montag in Athen.

Ein Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker war am Sonntagabend gescheitert. Umstritten sind insbesondere Reformen bei den Renten oder der Mehrwertsteuer. Nach Angaben eines Kommissionssprechers liegen die Pläne der Geldgeber und Griechenlands um etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr auseinander. „Außerdem bleiben die griechischen Vorschläge unvollständig“, bemängelte der Sprecher.

Die griechische Regierung will bei der Sitzung der Finanzminister der Euro-Gruppe am Donnerstag keine neue Reformliste vorlegen. Finanzminister Yanis Varoufakis lehnte dies in einem am Dienstag veröffentlichten „Bild“-Interview ab. Die Euro-Gruppe sei nicht „das Forum, Positionen und Vorschläge zu präsentieren, die zuvor nicht auf unterer Verhandlungsebene diskutiert und verhandelt worden sind". Varoufakis bekräftigte aber, Griechenland stehe „jederzeit bereit, eine umfassende Lösung mit unserer Partnern zu finden“. Voraussetzung sei, dass die Vertreter von Europäischer Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU „mit einem klaren, harten Mandat an den Verhandlungstisch kommen“. Er sagte, die von den Gläubigern Griechenlands geforderten Sparmaßnahmen führten zur Auflösung Europas. Sie böten keine Lösung der Finanzkrise, sondern eine Erniedrigung der Griechen, sagte Varoufakis am Montagabend in einer Rede auf der Insel Kreta.

Die Gläubiger forderten Griechenland „mit Sadismus“ auf, diejenigen Bürger finanziell zu belasten, die bereits schwer von der Krise getroffen seien, sagte Varoufakis. Griechenland werde weiterhin logische Gegenvorschläge machen. Aber wenn es drauf ankomme, dürfe Athen einen Bruch nicht ausschließen. „Wenn sie (die Gläubiger) unsere Erniedrigung wollen, dann werden sie die Auflösung Europas ertragen müssen“, sagte Varoufakis.

Die Zeit drängt
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29 Kommentare zu "Griechenland: Notfallplan für Athen?"

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  • Am Donnerstag treffen sich die Finanzminister ein allerletztes Mal, danach wird es noch einallerallerallerallerletztes Mal geben. wer wettet dagegen?
    Ich lach mich tot......................

  • @Jordache Gehrli:
    Muss auch unter uns bleiben - absoluter Geheimtipp!

  • Nur der Grexit kann Europa retten.

    Das ist mittlerweile meine feste Ueberzeugung.
    Ohne den Grexit und mit einer dauerhaften Transferunion, die Syriza will, wird Europa vor die hunde gehen und erneut die Stunde der Nationalisten schlagen.

    Es ist schade um die Griechen, aber sie haben ihre Regierung selbst gewaehlt, und Tsipras macht genau das, was er vor der Wahl angekuendigt hat.

    Insofern haelt mein Mitleid sich in Grenzen, die Menschen in Griechenland werden bei der faelligen Staatspleite leiden, v.a. die Armen, die kein Vermoegen ins Ausland bringen konnten.

    Es wird Europa gut tun, die Konsequenzen unsolider Politik einmal zu sehen, und es ist besser das dies am Beispiel eines kleinen Landes mit nicht mal 2% des BIPs passiert als an einem grossen.
    Der Grexit wird Europa und die Finanzmaerkte auf den Boden der Tatsachen zurueck holen.

    Ich hoffe, das es am Ende nicht doch noch zu einer fadenscheinigen Einigung kommt, den Syriza/Tsipras hat klar gemacht, das sie Reformen eh nicht umsetzen werden. Damitwuerde das Problem nur weiter verschoben werden, und es waere innerhalb 1 Jahres wieder auf dem Tisch.

    Griechenland ist insolvent und es ist an der Zeit das auch technisch so zu sehen.

  • Gemach, gemach, die direkte Staatsfinanzierung kommt noch.
    Theater ist es wirklich, denn wer z.Z. nur nach Girechenland schaut, ist auf 1 1/2 Augen blind.
    Richtig zur Sache geht es nämlich im Reich der Mitte, wo vermutlich die Immo-Blase angestochen wurde und darüber hinaus die Liquidität knapp wird.
    In der Folge liquidieren die chinesischen Anleger alles, was nicht niet- und nagelfest ist - insbesondere auch europäische Staatsanleihen in rauen Mengen...

  • Theater für"s Volk......
    Die EZB könnte Griechenland einfach mit Fiat-Money weiter füttern....
    Die dummen Steuerzahler werden dafür bluten müssen....

  • Zitat (Reuters):
    Varoufakis lud Bundeskanzlerin Angela Merkel ein, in Griechenland eine "Rede der Hoffnung" zu halten. So könne Merkel Führung übernehmen – "nicht nur für Griechenland sondern für ganz Europa".
    ist doch witzig !

  • da wäre ich nicht drauf gekommen.... :-)

  • Aber natürlich.... mit Zigaretten macht man nichts falsch....ich weiß noch, dass vor 40 Jahren die Packung Kippen 2 DM gekostet hat....heute 5,40 €, umgerechnet also 10,50 DM....Rendite 525 % = pro Jahr 13,12 %....das mach ich, dabei kann nix schief gehen ;-)

  • In der Union gibt es weit und breit nichts. Röttgen, Kauder, inakzeptabel, von der Leyen wäre eine Katastrophe, Merz wird sich kaum mehr aktivieren lassen.
    Schäuble zu alt und verschlissen.

    SPD, nada nichts. Über die Kleinparteien muß man in Sachen Kanzler nicht reden.

  • "Notfallplan für Athen?"
    Die Überschrift ist nicht korrekt gewählt, ist suggestiv.

    Richtig muss es heißen "Notfallplan wegen Athen?"

    Aus den Medien haben wir immer wieder erfahren, dass auf Seite der griechischen Politiker nie etwas geliefert wurde. Demnach ist es doch so, dass das Problem auf der Seite der europäischen Politiker liegt, die dafür sorgten, dass Griechenland nicht schon lange Pleite ist. Deshalb ist die Not nicht auf der griechischen sondern auf der hiesigen Seite bei den Politikern.

    Sie haben Milliarden von Euros an Steuergeld der Bürger veruntreut und nichts damit erreichen wollen. Ihr Ziel war es erklärter Maßen mit den Milliarden Zeit kaufen zu wollen. Dieses Ziel haben sie erreicht. Einer Lösung sind sie nicht näher gekommen. Deshalb ist heute Panik in der Hütte der europäiswchen Politiker, weil einer dem Volk erklären soll, dass sie "nach bestem Wissen und Gewissen" aber ohne Sachverstand Politik betreiben.

    Da rollen Köpfe, d.h. das Köpfe rollen müssten. Aber welcher europäische Politiker gibt schon freiwillig seinen Kopf her. Deshalb ist die richtige Überschrift "Notfallplan wegen Athen".

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