Griechenland Papademos erreicht Ja-Wort beim Ministerrat

Der griechische Ministerrat hat das Spargesetz gebilligt. Ministerpräsident Lucas Papademos strebt angeblich eine Regierungsumbildung an. Die entscheidende Abstimmung im Parlament ist am Sonntag.
Update: 11.02.2012 - 02:52 Uhr 54 Kommentare
Der griechische Regierungschef Lukas Papademos. Quelle: dapd

Der griechische Regierungschef Lukas Papademos.

(Foto: dapd)

Düsseldorf/AthenDer griechische Ministerrat hat erwartungsgemäß das neue harte Sparpaket für die Rettung Griechenlands vor dem Bankrott gebilligt. Dies berichtete das staatliche Fernsehen (NET) am Freitagabend unter Berufung auf einen Regierungssprecher. Nach Angaben der halbstaatlichen Nachrichtenagentur ANA stimmte das Kabinett einstimmig für das Paket, das Griechenland vor der drohenden Staatspleite retten soll. Das griechische Parlament soll nun am Sonntagabend zur entscheidenden Abstimmung über das Sparprogramm zusammenkommen.

Die Billigung des Sparprogrammes ist eine der Voraussetzungen für weitere Hilfen von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Ohne das neue Sparpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro wäre Griechenland bis zum 20. März pleite.

Am Freitag, einen Tag nach der Einigung der Parteichefs auf neue Einschnitte, bröckelte die Regierung des parteilosen Ministerpräsidenten Lucas Papademos. Die kleine rechtsgerichtete LAOS-Partei verweigerte die Gefolgschaft und zog ihre Minister aus der Regierung ab. Die Mehrheit bei der entscheidenden Abstimmung im Parlament scheint jedoch noch sicher zu sein.

Papademos plant nach Informationen aus seinem Büro eine Regierungsumbildung. Diese soll nach ersten Informationen aber frühestens nach der Abstimmung im Parlament erfolgen. Am Samstag sollen die Streiks fortgesetzt werden das öffentliche Leben weitgehend lahmlegen.

Mit drastischen Worten hat der griechische Ministerpräsident das Parlament in Athen davor gewarnt, gegen die neuen Sparmaßnahmen für Griechenland zu stimmen. In einer sehr emotionalen Rede im Ministerrat schwor Papademos am Abend seine Regierung auf ein Ja zu dem Sparpaket ein. Mit eindringlichen Worten warnte der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB) vor den Folgen einer Staatspleite.

Es drohe für den Fall einer Ablehnung der Sparpläne, die von der Troika aus EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds gefordert worden waren, ein Zusammenbruch der Wirtschaft. Früher oder später würde das Land dann die Eurozone verlassen müssen.

„Der Staat würde Löhne, Renten nicht zahlen und die Krankenhäuser und die Schulen würden nicht funktionieren können.“ Daher sei es „absolut notwendig, die Bemühungen für eine Konsolidierung der öffentlichen Finanzen und eine Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen Erholung abzuschließen, die vor zwei Jahren begonnen haben“, sagte der 64-Jährige am Freitag auf einer angesichts wütender Proteste einberufenen Krisensitzung seines Kabinetts. Er werde alles Nötige dafür tun, dass das Sparpaket vom Parlament angenommen werde.

Ende der Rezession vielleicht in Sicht
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Griechenland - Papademos erreicht Ja-Wort zum Sparpaket im Kabinett

54 Kommentare zu "Griechenland: Papademos erreicht Ja-Wort zum Sparpaket im Kabinett"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Hardy:??? Gemeint war der polemische und kenntnisfreie Beitrag von an(onym)us kritiker... Egal, bin heute nicht in Form, viel Spaß noch.

  • die Griechen ändern sich nicht, auch wenn der korrupte Beamtenapparat 2 Monate keine löhne bekommen hat, das dauert mindestens 1 generation - 26 Jahre - bevor sich etwas ändert und viele, viele hungerjahre...hängen die korrupten Reichen von Griechenland, die 200 Mrd außer land geschafft haben, an den Laternen von Athen oder sitzen die in Londoner gut bewachten Hochhäusern?

    Was soll sich denn bis April 2012 in Griechenland ändern?

  • @deltaone

    Attac ...

    Nach der JU (1972, Wahlkampf _für_ Barschel _gegen_ Brand) und der FDP (Patt im Saarland ...) habe ich es nicht mehr so mit Parteien.

  • @deltaone

    Ich gehöre zu der Macht, die diese Regierung dazu zwingt, den Schwanz einzuziehen, bevor sie überhaupt auf der Strasse ist - gestern hat sie ACTA ad acta gelegt, bevor die - wie ich gerade höre - 16.000 alleine in München demonstrieren _konnten_.

    Ehrlich, da geht im Moment einigen der A**** auf Grundeis, oder?

    Andererseits: _die_, also diese ganzen Verwirrten hier, die bekommen in der Regel gerade mal 12, 13 Leute zu ihren "Demos", warum sollte sich die Regierung an so einem verwirrten Völkchen stoßen.

    Aber hey: DIE sind NATÜRLICH die schweigende MEHRHEIT.

    Wovon träumen die eigentlich _nachts_, nachdem Sie hier ihr Herrenmenschentum ausgetobt haben?

  • @IM_hardy

    Schon mal eine Millisekunde darüber nachgedacht, daß ich Programmierer sein könnte, der eben nachts arbeitet und seine Pausen damit verbringt, Schulbuben den Popo zu versohlen ...

    Muss halt nicht jeder 9 to 5 ran. Kleiner Tipp: Einfach etwas tun, was sonst keiner kann - und schon ist man Herr seiner Zeit.

    Daß ich "regierungstreu" sei hat übrigens bei mir einen mittleren Lachanfall ausgelöst - um mal die Tubes zu bemüheln "I was a punk before you were".

    Mit dem kleinen Unterschied, daß man eben dazulernt mit der Zeit. Was ich wähle, dürfte bekannt sein - ja _uns gehört das Land (behauptet jedenfalls Margritt1788).

  • @M_hardy

    "Er versucht die Meinungen anderer ins Lächerliche zu ziehen. "

    Ach, das ist nicht schwer - sie sind vorher schon lächerlich. Man muss Euch nur den Spiegel vorhalten.

    Und bevor sich noch jemand beschwert: Ich tue haargenau das, was Ihr hier sonst tut, wenn Ihr Eure Schulhofmanieren an Kommentatoren austobt, die sich nicht wehren können und sofort verschreckt wieder Leine ziehen angesichts eines Abgrunds an Vulgarität.

    Das mit mir zu probieren, dürfte sich als schwieriger erweisen, mein erster Flamewar fand irgendwann Mitte der 90er statt.

    "Neo-Stasi"

    Ach G*ttchen, wie blöd muss man sein.

    Niemand würde mich für das bezhalen, was ich hier tue. Sollte sich dann doch noch irgendeine geheimnisvolle Behörde finden, nur her mit dem Geld - ich hab' zwar gerade alles, was ich brauche, aber wenn mir die "Neo Stasi" den nächsten Urlaub bezahlen möchte:

    Meldet Euch einfach ;-)

  • Zeitzeuge, habe ich behauptet das "Gute" zu vertreten? Ich bin nur gegen das völlig undifferenzierte und abstrakte und hassgeifernde Bashing von ganzen Berufsgruppen/Branchen, das nur mit Emotionen und falschen Behauptungen und nicht mit Fakten arbeitet. Wenn schon eine Gruppe maßgebliche Verantwortung für das Staatsschulden-Fiasko trägt, dann sind es die Politiker. Und die nutzen nur allzu gerne die Banken als Sündenbock, um von der eigenen Verantwortung abzulenken. Haben sie sich schon mal angeschaut, was unsere Parlamentarier demnächst mit dem neuen ESM-Vertrag durchwinken werden? Nur so viel: Der ESM und seine Mitglieder werden von jeder strafrechtlichen Verfolgung vollständig abgeschirmt. Seine Mitglieder zahlen keine nationale Steuer. Und das Beste: Der ESM kann Bareinschüsse und Mittelaufstockungen an den Parlamenten vorbei bestimmen und abrufen. Dagegen sollte sich die Stimmung in diesem Land richten. Das ist Totalitarismus pur und das Ende der Demokratie. Ist allerdings mühsamer sich die Informationen zu beschaffen und sich damit zu beschäftigen als tumbe Hassparolen gegen Banker!

  • Man kann es drehen wie man will. Griechenland ist pleite und bleibt pleite! Die geplante 130 Milliarden Hilfe ist a) zu wenig und b) wird die Pleite nur verschieben und letztendlich verteuern. Solange in dem Fass ohne Boden kein Boden sichtbar ist und sich die Struckturen nicht ändern ist es unverantwortlich unser sauer erarbeites Steuergeld in dieses Fass ohne Boden zu versenken. Dies kommt einer Konkursverschleppung gleich. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!!!

  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!
    Was erkannt werden muß, ist die rasante Auflösung des Schein-Parlamentarismus in Griechenland. In Summa glaube ich nicht mehr an ein sich schnell drehendes Personalkarussel in Griechenland.
    Andererseits lesen alle hier doch wohl eine deutsche Wirtschaftszeitung mit dem Anspruch, deutsche Wirtschaftsinteressierte zu erreichen, oder?
    Dieser deutsche Wirtschaftsinteressierte muß für sein Land wahrnehmen, daß seine Regierung noch immer mit dem Gedanken spielt über Rechts- und Verfassungsbruch Staatsgelder, die der Sicherung der eigenen Nachfolgegeneration zu dienen haben, vergeudet zu werden.
    Selbst eine Überlassung von 130 Mio. Euro an Griechenland sehe ich als eine erbärmliche Veruntreuung deutscher Staatsgelder an.
    Was indes dem Handelsblatt überhaupt nicht gut steht:
    Die tägliche Verdrehung und das Weissmachen von Tatsachen zum griechischen Unglück, die einfach so nicht vorliegen. Tägliche Behauptungen hier, daß Entscheidungen eines griechischen Parlaments europaweite Bedeutung hätten, sind infantiles Gedankengerüst und unausgereifte Berichterstattung. Als Herausgeber würde ich mir diesbezüglich einmal ganz neue Gedanken machen.
    A B E R D R I N G E N D !
    Auch kann ich dem Prosperitäts-Gekluckse nicht folgen. Da scheint man in Griechenland die Rezession schon überwunden zu haben, während der Rest Europas sich gut festhalten muß, vor den zu erwartenden rezessiven Wirtschaftsfolgen.

  • Zitat Papademos:
    „Der Staat würde Löhne, Renten nicht zahlen und die Krankenhäuser und die Schulen würden nicht funktionieren können.“

    Ja, das könnte der Beginn einer konstruktiven Lösung sein!

    Ich hoffe, dass
    1. Griechenland nicht pleite geht
    2. Griechenland in der Euro-Zone bleibt
    3. das 130 Mrd-Hilfspaket von der EU nicht verabschiedet wird

    Der von der EU und Angela Merkel bevorzugte Weg, Griechenland innerhalb der EURO-Zone zu retten ist gut
    und könnte auch funktionieren, WENN DENN die GRIECHEN WOLLTEN...

    a) die Korruption wird nicht massiv bekämpft
    b) der Beamtenapparat wird nicht geschrumpft
    c) die Verwaltung wird nicht effizienter gemacht

    Karatzaferis und wohl noch viele andere Interessengruppen
    möchten lieber pokern und versuchen, dass die EU weiter
    Milch gibt, ohne dass sich im Griechenland etwas ändert.

    Ich denke, ein, zwei Monate ohne Geld für die Beamten
    dürfte die Lust am Pokerspiel trüben.
    Erst, wenn die Abgeordneten und Beamten nach dem deutschen
    Spar- und Wirtschaftsaufbau-Kommissar rufen, dürften die
    Griechen bereit für eine konstruktive Reform sein ...
    und dann kann es auch in der EURO-Zone klappen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%