Griechenland Regierung fordert mehr Zeit

Reformen ja, aber nicht so schnell. Das ist die Kurzformel der Strategie, mit der die Regierung Griechenlands aus der Krise kommen will. Heraus kam gerade, dass die bisherigen Ziele nicht erreicht wurden.
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Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras ist zu weiteren Reformen bereit, will aber dafür mehr Zeit aushandeln. Quelle: AFP

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras ist zu weiteren Reformen bereit, will aber dafür mehr Zeit aushandeln.

(Foto: AFP)

AthenDie Regierung hat von den internationalen Gläubigern mehr Zeit zur Erfüllung der Sparauflagen gefordert. Es gehe nicht um eine Änderung der Ziele, sagte der neue Ministerpräsident Antonis Samaras am Freitag in einer Rede vor dem Parlament. Er wolle aber über die Strategie verhandeln und benötige mehr Zeit. "Wir müssen die Dinge ändern, die uns hindern, die Ziele zu erreichen. Wir wollen die Rezession bekämpfen", sagte der Regierungschef. Er versprach zugleich, Privatisierungen schneller voranzutreiben, sowie eine Steuerreform und den Abbau von Bürokratie. Griechenland soll zudem für Investoren attraktiver werden.

Ohne neue Zahlungen der Gläubigertroika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission könnte Griechenland innerhalb von Wochen seine Rechnungen nicht mehr bezahlen. Das Land ist aber unter anderem wegen der zwei Parlamentswahlen mit den vereinbarten Schritten im Rückstand.

Griechenlands Premierminister Antonis Samaras spricht zu den Abgeordneten im Athener Parlamentsgebäude. Quelle: AFP

Griechenlands Premierminister Antonis Samaras spricht zu den Abgeordneten im Athener Parlamentsgebäude.

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Samaras, dessen Regierung sich am Sonntag einer Vertrauensabstimmung stellt, räumte in seiner Rede ein, die Sparziele verfehlt zu haben. Zugleich äußerte er scharfe Kritik an Vertretern anderer Euroländer, die den Rückkehr zur Drachme gefordert hatten, sollte Griechenland die Auflagen nicht erfüllen. Die ausländischen Vertreter dürften die Anstrengungen des Landes nicht untergraben, betonte Samaras. "Das muss aufhören."

Viele Staats- und Regierungschefs der Eurozone haben klargemacht, dass es bei den Auflagen wenig Verhandlungsspielraum gibt und Griechenland aufholen muss, um weitere Zahlungen zu erhalten. Samaras traf sich am Donnerstag mit den Vertretern der Troika. Regierungskreisen zufolge ging es dabei vor allem darum, in welchen Gebieten das Land hinter dem Zeitplan liegt. Finanzminister Yannis Stournaras kommt am Montag mit seinen Amtskollegen zusammen, um über die Krise zu sprechen.

  • rtr
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32 Kommentare zu "Griechenland: Regierung fordert mehr Zeit"

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  • Wenn die Bundesregierung einer Änderung des Stabilisierungsprogramms zustimmen sollte müssen sich die Abgeodneten der Koalitionsparteien wohl daraufeinstellen dem nächsten Bundestag nicht mehr anzugehören.

    Es sei denn, sie schaffen noch rechtzeitig die 5%-Hürde ab.

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    Schon jetzt sind 49% der Deutschen dafür daß Griechenland "den Euro verläßt". Und diejenigen die dagegen sind wählen sowieso sozialgrünokratisch.

  • Griechenland wird und kann es nie und nimmer aus eigener Kraft schaffen. Ich versteh nicht weshalb in Europa nicht wirklich zusammengearbeitet wird. wir haben hier doch die Experten in Deutschland welche die dortigen Strukturen in den griechischen Behörden (Finanzämter usw.) verbessern könnten. andererseits fallen ja nun auch schon die anderen südlichen Länder um. Ich denke es wird dem Euro in seiner jetzigen Struktur nicht mehr allzu lange geben. Die Politiker handeln einfach zu zögerlich und gestehen sich keine Fehler ein. Die werden uns am Ende alle in den Abgrund reißen.

  • Wieviel Zeit ist genug Zeit? Ein Monat? Ein Jahr? Zehn Jahre? Vermutlich keins davon, solange diese korrupten Elitan an der Macht sind.

  • Die Griechen kriegen natürlich soviel Zeit sie wollen. Gab doch schon heute eine Kabinettssitzung die das vermutlich beschlossen hat.

    Merkel ally (Brüderle) says give Greece more time
    Siehe: http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite1_1_07/07/2012_451024

  • ...''oh selig, wer noch hoffen kann, aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen''... WIR SELBST und unser Euro-Wahn waren es doch, die das Chaos angerichtet haben: Die Einigung Europas über den Geldbeutel! Bestrafen die griechischen Goetter solche Hybris nicht seit langem?...

  • Die wollen nicht! Und erpressen die anderen Eurostaaten, den IWF und die EZB immer wieder von Neuem. Da gibt es nichts hoffen, den Griechen steckt das Bescheißen und die Korruption in den Genen.

  • @ Lefort
    Das greift etwas zu kurz. Es gab vermutlich keinen teuflischen Zirkel, der die Griechen plündern wollte, sondern viele kleine (griechische) Bankangestellte und sonstigen Finanzproduktverkäufer, die alle prächtig über Jahre ihre Provisionen verdient haben. Der griechische Staat hat sie gewähren lassen.
    Nun zu sagen, die bösen Banken (und Sie meinen ja wohl die aus Deutschland und Frankreich) seien schuld, greift wie gesagt zu kurz. Oder unterstellen Sie den normalen Griechen, dass sie alle Vollpfosten sind und wie ferngesteuert Kredite abgeschlossen haben?

  • Jeder Schuldner muss Sicherheiten liefern, die bei Nichterfüllung der Zahlung eingelöst bzw. verpfändet werden. Was wäre im Falle Griechenlands realistisch? (nur so klappts)

  • so eine gottverdammte scheiße! das kann doch gar nicht wahr sein. wir alle sehen, dass der kaiser nackt ist, aber die lügen uns noch immer ins gesicht.

  • Durch die Erweiterung der Europäischen Union ist Griechenland zu einem Giganten in der europäischen Handelsschifffahrt aufgestiegen.
    Insgesamt 58,34 % des Volumens der EU-Handelsflotte (nach Großtonnage - GT) werden von Cargos und Tankern unter griechischer und zypriotischer Flagge gestellt, und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ein überaus großer Anteil an den Flotten Zyperns von griechischen Reedern kontrolliert wird, beherrschen letztere insgesamt 46,15 % des Volumens der EU-Handelsflotte.
    Zu den insgesamt rund 70 Mio GT griechischen Volumens unter EU-Flaggen kommen noch weitere 39 Mio GT, die unter Nicht-EU-Flaggen fahren
    Von insgesamt 51 Staaten ziehen die griechischen Reeder weltweit die Flaggen auf. Ende Mai diesen Jahres kontrollierten die Griechen auf internationaler Ebene rund 9 % aller eingesetzten und bestellten Schiffe. Basierend auf der relativ hohen Anzahl von Öltankern und anderer großer Schiffe entspricht dies einem Anteil von 15,9 % an der weltweiten Großtonnage. Ein Viertel aller Tanker weltweit werden von Griechen kontrolliert - nach Anzahl und Volumen. Das von ihnen kontrollierte Öltanker-Volumen beläuft sich auf insgesamt 22,4 Mio. Der Anteil der von den Griechen kontrollierten Container-Schiffe am weltweiten Volumen liegt bei rund 5 %.
    Dazu schreibt dann.
    Blickpunkt Balkan
    Griechische Schiffsmagnaten haben gedroht, das Land zu verlassen, falls sie von der kommenden Regierung mit höheren Steuern belangt werden sollten. Die Großreedereien zeigten sich empört von der Ankündigung des Syriza-Bündnisses linksradikaler Partei, die Schiffsmagnaten stärker zur Kasse zu bitten, falls es die Wahlen gewinnen sollte. Die Reederlobby hatte bereits Ex-Finanzminister Evangelos Venizelos eine Abfuhr erteilt, als er mit den Reedern in Dialog treten wollte, damit sie stärker zum Überlebenskampf des Landes beitragen.

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