Griechenland-Rettung Gläubiger geben Athen offenbar Schonfrist

Griechenland erhält laut einem Bericht von der EU-Kommission sechs Monate mehr Zeit, um sich mit den Gläubigern zu einigen. Der Vorschlag soll den Finanzministern vorliegen – Wolfgang Schäuble will davon nichts wissen.
Update: 10.02.2015 - 17:53 Uhr 29 Kommentare
Laut einem Medienbericht erhält die Regierung in Athen sechs Monate mehr Zeit, um ssch mit ihren Gläubigern zu einigen. Quelle: dpa

Laut einem Medienbericht erhält die Regierung in Athen sechs Monate mehr Zeit, um ssch mit ihren Gläubigern zu einigen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie EU-Kommission will Griechenland laut einem Medienbericht sechs Monate Zeit für eine Einigung mit den Gläubigern geben. Dieser Kompromissvorschlag solle am Mittwoch auf dem Treffen der Finanzminister der Eurozone vorgelegt werden, wollte die Nachrichtenagentur Market News International (MNI) am Dienstag von einem hochrangigen Kommissionsvertreter erfahren haben.

Die neue griechische Regierung lehnt bisher eine Fortsetzung der Spar- und Reformpolitik ab. Das aktuelle Hilfsprogramm läuft Ende Februar aus. Laut der Agentur will die EZB in der Übergangszeit wieder griechische Anleihen als Sicherheiten akzeptieren.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble wies die Berichte, es gebe bereits ein von Griechen und EU-Kommission verabredetes Konzept für eine Lösung des Konflikts, jedoch zurück. „Das muss falsch sein“, sagte er. Erstens sei ihm nichts davon bekannt und zweitens sei die EU-Kommission dafür nicht zuständig.

Die Hoffnung auf eine Annäherung in dem Streit riss den deutschen Aktienmarkt allerdings aus seiner Lethargie. Nach einem verhaltenen Start kletterte der Dax bis zum Nachmittag um 0,94 Prozent ins Plus auf 10 764,04 Punkte. Der Eurokurs stieg nach der Meldung kurzzeitig an, gab aber einen Großteil seiner Gewinne rasch wieder ab. Die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen gingen weiter zurück.

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29 Kommentare zu "Griechenland-Rettung: Gläubiger geben Athen offenbar Schonfrist"

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  • Vor ROT/GRÜN dachte ich noch, man hätte aus den Katastrophen im 20.Jahrhundert gelernt und verstanden !

    Gar nichts hat man, es wiederholt sich alles, durch GIER, Selbstüberschätzung und Kompetenzleere !

    Die Entwicklung in Europa ist beschämend und durch kranken, perversen Lobbyismus in ein gefährliches Fahrwasser gebracht !

    Das ist EUROPAfeindliche Politik !

  • Was soll Merkel machen: wenn sie wahrhaft europäische Interessen vertritt, kann sie die Syrianisierung der Ukraine, die mit den Waffenlieferung unumkehrbar wird, niemals zustimmen. Deutschland müsste notfalls unmitelbar den zum Kriegsbündis mutierten militärischen Teil der NATO sofort verlassen. Das wäre mindestens in dieser Frage ein Bruch mit dem übergeschnappten Uncle Sam. Dafür fehlt ihr aber die Souveränität und sietraut es sich nicht zu, auch weil ihr das Verständnis für Machtpolitik völlig abgeht (s. einfältige Brisbane Rede) und sie deshalb Putin falsch einschätzt.

    Bei Griechenland ist es ähnlich. Ihre Rettungspolitik ist gescheitert, spätestens jetzt müsste GR, wenn ihr Wort irgendwelche Substanz hätte, aus dem Euro ausscheiden. Das läsßt die internationale Finanzmafia um den nach eigenen Aussagen verlogenen ("wenn es notwendig ist...") und wahrscheinlich auch korrupten Ex-König des Bankenparadieses Luxemburg nicht zu. Also werden wider ihres Amtseides deutsche Ersparnisse und Altersvorsorge in die Euro-Lira abgewertet und damit teilvernichtet.

    Das alles zehrt an den Nerven. Eine sehr gute, tiefer gehende Analyse des Obama-Treffens findet sich hier:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/02/10/obama-und-merkel-ratlos-machtlos-und-voller-widersprueche/

  • Die "Gläubiger haben die Wahl:

    - entweder sie warten ewig auf ihr Geld
    - oder sie bekommen garnichts.

    - oder jemand anders zahlt (Kennzeuchen D).

    :-( Verarsche hoch 4.

  •  
    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • ein in Gr sehr bekannter Kommentator in einer der größten und renommiertesten griechischen Online- Tageszeitungen, To Vima, (also mehr Richtung SPON als BILD): unsere Kanzlerin habe nach dem Treffen mit Obama wie (fette Überschrift) ein "geprügelter Hirtenhund" gewirkt...
    wer´s im Original nachlesen möchte:
    http://www.tovima.gr/opinions/article/?aid=675588

  • Zum totlachen ,der Wettbewerb, darum , wer den "nacktesten Kaiser" hat....

  • Wahlen haben Konsequenzen. Jetzt muss Deutschland zahlen und zwar nicht zu knapp. Aber die Waehler wollten das so, auch das ist Demokratie.
    Das Beispiel Griechenland wird Schule machen, dann wollen andere auch eine Schonfrist und einen Schuldenschnitt. Warum auch nicht? Wenn es jemanden gibt der naiv genug ist das alles zu finanzieren sollte man zugreifen solange noch was da ist.

  • Frau Merkels Termin in Washington, amerikanische Wirtschaftsberater in Athen, Druck von verschiedensten Seiten (Obama Hand in Hand mit Podemos), zusätzlich eine antideutsche Propagandaschlacht übelster Sorte von Seiten der griechischen Regierung selbst, noch schlimmer natürlich von verschiedenen griech. Massenmedien, rund um die Uhr verbreitet und den Leuten ins Hirn gehämmert: Herauskommt schließlich, wen wundert´s, eine Fristverlängerung, was sehr wahrscheinlich den Beginn des berühmten "Schreckens ohne Ende" darstellt. Mit anderen Worten: Trotz Beleidungen, Drohungen und Angriffen jeder Art wird ein großer Teil Europas über den Tisch gezogen, und das Duo Tsipras/ Mr. Spock werden die nächsten Monate in GR als Volkshelden gefeiert, und über Deutschland und seine Politiker lacht man sich tot. Krugman u. a. werden sich bestätigt sehen, dass er Recht hat und Schäubles Ansichten von Makro- Ökonomie wohl leider nur in einen schwäbischen Haushalt passen.

  • "Sollte hier nachgegeben werden (Fristverlängerungen, Ewigkeitsanleihen, weitere Zinssenkungen, Verzicht auf Reformen und deren Kontrollen), so werde ich 2017 eine Partei wählen, die den Austritt Deutschlands aus dem Euroraum unterstützt!"

    Da kommen Sie leider 4 Jahre zu spät. Letzte Möglichkeit hier noch in letzter Minute Weichen zu stellen, war die letzte Bundestagswahl. Wer wollte, konnte auch schon damals sehen, wohin die Reise geht (mindestens seit dem staatskriminellen Bruch des Masstrichtvertrages und der Insolvenzverschleppung Griechenlands). Wenn wir 2017 nicht ganz andere Sorgen haben (z.B. Syrien-Szenarion in der Ukraine) werden 2017 auf jeden Fall alle Schulden zu solch einem gemeinsamen Matsch vermischt sein, das nichts mehr zu retten ist und die eigentlichen Verursacher nicht mehr haftbar zu machen und die Gewinner nicht mehr angreifbar sind. Die Ersparnisse & Altersvorsorge der Deutschen müssen Sie deshalb wertmäßig zu mindestens 30% abschreiben. Wenn sich die deutsche Finanzkultur nicht radikal mediterranisiert und wie bisher weiter auf Solidität, Nachhaltigkeit & Realwirtschaft setzt noch viel mehr.

  • @Herr Traustein

    Interessantes Gespräch, das ich mir gerade auf Ihre Empfehlung hin angeschaut habe.
    Tichy bringt wie gewohnt, die Dinge mal wieder auf den Punkt, wenn er die fatalen Auswirkungen der GrKO ohne wirkliche Opposition im BP anspricht.

    In diesem Gespräch kam viel auf den Tisch, von Pegida, Legida, AfD, Sozialdemokratisierung der Merkel-Union mit den entsprschenden Folgewirkungen, der Eindruck vieler Bürger Entscheidungen würden völlig an Ihnen vorbei getroffen werden u.s.w.

    Tichy ist einer der wenigen Journalisten in diesem Land, bei dem es sich wirklich lohnt zuzuhören und der dem üblichen journalistischen Einheitsbrei mit Sicherheit nicht angehört.

    I

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