Griechenland Rettung per Luftbuchung

Die Euro-Finanzminister haben Griechenland mehr Zeit für sein Sparprogramm gegeben - und damit eine riesige Finanzlücke gerissen. Die soll aber nur zur Hälfte geschlossen werden - für den Rest gilt das Prinzip Hoffnung.
17 Kommentare
Demonstranten protestieren in Athen vor dem Parlament gegen den Sparkurs. Quelle: dpa

Demonstranten protestieren in Athen vor dem Parlament gegen den Sparkurs.

(Foto: dpa)

Das Rätsel, wie die Euro-Zone die neuen Finanzlöcher bei der Hilfe für Griechenland füllen will, ohne erneut tief in die Tasche greifen zu müssen, klärt sich allmählich. Die Finanzminister beabsichtigen offenbar, nur die Hälfte der 31 Millarden Euro aus den verschiedensten Töpfen zusammenzukratzen - und die andere Hälfte ungedeckt zu lassen. Das erfuhr das Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) von EU-Diplomaten. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte eine an den Verhandlungen beteiligte Person: "Wir werden uns auf 2013 und 2014 konzentrieren. Dabei geht es um eine Summe von etwa 13,5 Milliarden Euro."

Das Griechenland-Hilfspaket reicht nicht aus, weil den Griechen zwei Jahre mehr Zeit gegeben werden soll, ihr Defizit unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken. Bis 2014 fehlen dadurch nach Berechnungen der Troika aus Vertretern der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des IWF 13,5 Milliarden Euro.

Allerdings ist allen klar, dass sich nach 2014 weitere Finanzlöcher auftun werden. Die Troika nennt dazu die Zahl von 17,6 Milliarden Euro bis 2016. Bis 2020 werde Griechenland noch mehr Geld brauchen, sagten EU-Diplomaten.

Die 13,5-Milliarden-Lücke bis 2014 wollen die Euro-Finanzminister mit mehreren Maßnahmen schließen. Die Option frisches Geld sei vom Tisch, hieß es in Brüssel.

Weiter diskutiert werden nach Aussagen aus deutschen Regierungskreisen mehrere Optionen.

Die griechische Reformbilanz im Überblick. Hier klicken.

Die griechische Reformbilanz im Überblick. Hier klicken.

Vier Optionen für die erste Tranche
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Griechenland - Rettung per Luftbuchung

17 Kommentare zu "Griechenland : Rettung per Luftbuchung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Den Griechen ist nicht mit ein "bisschen Geld" oder einer "Fristverlängerung" helfen. Die Griechen müssen ihre Einstellung zur Leistung und Steuerehrlichkeit ändern und da sehe ich die größten Probleme des Landes.
    Da wurde es dem Land durch die EU in den letzten 20 Jahren viel zu leicht gemacht, während in Deutschland die Daumenschrauben von Jahr zu Jahr angezogen wurden. Wer all zu große Freizügigkeit für Griechenland fordert, zahlt entweder in Deutschland keine Steuern oder hat von der griechischen Mentalität keine Ahnung. Ich würde all den uneingeschränkten Befürwortern Griechenlands empfehlen, für längere Zeit in dieses Land zu gehen, um einen Eindruck über die dortigen Verhältnisse zu bekommen. Wer viele Jahre im Wohlstand verbracht hat, dem ist auch zuzumuten, einige Jahre der Einschränkung und des Verzichts auf sich zu nehmen.

  • @Raimund1
    „Schimpft bitte nicht auf die Griechen, nur weil die Europäer zu dumm waren - sind - und offenbar bleiben.“

    Das finde ich sehr gefährlich, was Sie hier machen.
    Sie entwerten die Werte, indem Sie sagen „selber schuld, wer es halt mit sich machen lässt…“ Übertragen auf eine Körperverletzung (z.B.) könnten Sie dann ja auch behaupten, der Geschlagene sei selbst schuld, denn er sei ja so arglos gewesen und habe sich nicht gewehrt.
    Werte sind wichtig. Schafft man sie ab, dann bekommt man eine rundum rücksichtlose Gesellschaft. Oder auch einen Staat voller Betrüger – auch wenn Sie das nicht gern hören.
    Ich kenne hier inzwischen (leider) keinen, der nicht auf irgendeine Weise den Staat oder eine Kasse (Rente, Versicherung, Behindertenzulage usw. usw.) geschröpft hat.
    Ich sage „leider“, weil ich gern meinen Idealismus behalten hätte.

  • Die gesunkenen Lohnstückkosten sind ein Witz vor dem Hintergrund, dass kaum noch „Stücke“ produziert werden und dass potentielle Investoren ganz gezielt weggeekelt werden.
    Sowohl die Gewerkschaften als auch die SYRIZA (Tsipras) drohen den Investoren, dass sie hier in GR kein Bein auf die Erde bekommen und haufenweise Geld verlieren werden.
    Alle Hilfsmaßnamen werden einfach so versickern und hinterher sind wir alle unser Geld los.
    Den Griechen hilft man nur, indem man sie mit ihrem Kram eine Weile allein lässt und erst dann wieder mit Know How und vielleicht etwas Geld eingreift, wenn wirklich etwas „auf dem guten Weg“ ist.
    Hier in GR fehlt eine gehörige Portion Bescheidenheit und Realismus.

  • Die eu ist ein Völkergefängnis, so wie seinerzeit die Sowjetunion und Jugoslawien, wie die Tschechoslowakei, auch wie das Habsburger Gerümpelimperium.

    Und wer mag schon Gefängnisse?

  • http://denkbonus.wordpress.com/2012/07/06/griechisches-gas-und-die-lizenz-zum-sterben/

    Griechisches Gas und die Lizenz zum Sterben
    Veröffentlicht 2012

    Griechenland wird systematisch vom IWF in den Ruin getrieben. Ein möglicher Grund dafür: Griechenland sitzt auf riesigen Öl- und Gasvorkommen, genügend für eine geopolitische Umwälzung

  • Vier Optionen liegen auf dem Tisch, um wenigstens die bis 2014 benötigten 13,5 Milliarden aufzutreiben.

    An diesen Optionen sieht man deutlich, wie Deutschland vom Euro profitiert.
    Wunderbar!
    Weiter so!
    Der Untergang kommt spät, aber er kommt!

  • @Betruegerischer_Grieche: Das kauft ihnen keiner mehr ab ^^ Entweder sind Sie sehr ungebildet oder ein schlecht bezahlter Systemschreiber. Die Parasiten Europas sitzen in Brüssel. Selbst die Faschisten von Golden Dawn haben inzwischen begriffen, dass Merkel & Co. nur Darsteller sind. Entscheiden können die nichts mehr.

    Die faulen parasiten sitzen in den Zentral-Banken und in den EU-Finanz-Komitees. Die haben noch nie und werden auch nie arbeiten, die wissen überhaupt nicht was arbeiten ist.

  • ich halte die Griechen nicht für faul oder gar betrügerisch - ich halte sie für listenreich, wie weiland Odysseus.

    Betrügen kann man nur denjenigen, der sich betrügen lässt. Und das waren die EU-Staaten, die Griechenlands Zahlen einfach geglaubt haben.

    Schimpft bitte nicht auf die Griechen, nur weil die Europäer zu dumm waren - sind - und offenbar bleiben.

    Schimpft nicht auf die "kleinen Leute", die ihre ohnmächtige Wut bald in mächtigen und wahrscheinlich sehr zerstörerischen Zorn verwandeln werden.

    Der Euro ist eine Kunstgeburt, genauso wie es manche Staaten waren, die künstlich zusammengehalten wurden und dann doch zerbrachen, zuletzt mitten in Europa; Jugoslawien hieß das Land einmal

  • @hafnersp: Sie fragen warum Rohstoffe Griechenlands nicht in der Presse erwähnt werden? Na, welche Kriminelle würde den mit seine Beute prahlen wollen wenn er diese noch nicht sicher hat?

    Das Prinzip: Griechenland hat bei privaten Banken Schulden, da Griechenland zahlungsunfähig ist, fordern die Banken Liquidierung lukrativer Staatsunternehmen (z.B. Öl, Gas, Energie, Wasser, etc.). Da alle wissen das Griechenland in Not ist, sind die Preise entsprechend günstig. Da findet sich leicht ein privater Investor (Käufer). Und so wird sichergestellt, dass Griechenland auch in Zukunft zahlungsfähig bleibt, da es keine Einnahmen mehr hat. Jetzt noch ein paar Kredite oben drauf und schon ist das Land praktisch im privat Besitz der Banken. Die Regierung ist dann nur noch Makulatur. Das kennen Sie? Stimmt, in Deutschland wurde das schon gemacht, jetzt wissen sie warum unsere Regierung den ESM-Vertrag unterzeichnet hat - sie hatten keine Wahl. Als nächstes kommen die privaten Besitzer dran, ja genau, ihr Haus und ihr Sparguthaben.

  • @ Brasil: Nein, soweit wird es nicht mehr kommen. So viele Knüppel haben die auch nicht um mehrere Millionen Bürger blutig zu schlagen. Bei den Systemschreibern müssen sie inzwischen auch auf weniger gebildete Leute zurück greifen.

    Es wird eng - aus der Traum von der parasitären Finanzherrschaft. Naja, wir haben die Schlingel in Brüssel ja lange genug genährt. ^^

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%