Griechenland Schuhwurf hält Papandreou nicht auf

Giorgos Papandreou zeigt sich entschossen. Trotz erneuter Proteste und und einem Schuhwurf in seine Richtung am Samstag hat Griechenlands Regierungschef seinen Reformkurs bekräftigt. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte er. Zugleich aber warnte er, dass Griechenland weiter gefährdet sei.
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Griechenlands Premier Papandreou: "Wir sind auf dem richtigen Weg". Quelle: DAPD

Griechenlands Premier Papandreou: "Wir sind auf dem richtigen Weg".

HB THESSALONIKI. Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou hat am Sonntag das Festhalten am Reformkurs in dem vom Bankrott bedrohten Land bekräftigt. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte er. Zugleich aber warnte er, dass Griechenland weiter gefährdet sei. „Noch ist aber der Alarm(zustand) nicht vorbei. Entweder schaffen wir es alle gemeinsam (das Land zu reformieren), oder wir gehen alle zusammen unter,“ sagte Papandreou bei der Eröffnung einer Messe in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki.

Am Vorabend waren aus Protest gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung in Thessaloniki mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen. Unter dem Motto „Es reicht - Den Preis der Krise sollen die Reichen zahlen“ protestierten sie gegen Lohnkürzungen und Steuererhöhungen.

Am Rande der Protestaktion kam es zu Ausschreitungen. Als sich eine Gruppe von rund 500 Autonomen aus der Demonstration herauslöste und Steine auf die Polizei warf, setzten die Beamten Schlagstöcke ein und nahmen 35 Menschen in Gewahrsam. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand.

Ein 49-Jähriger, der am Samstagnachmittag einen Schuh in Richtung des griechischen Ministerpräsidenten geworfen hatte, wurde vorübergehend festgenommen. Der Werfer hatte sein Ziel verfehlt. „Ich kann nur sagen, wir sind gegen jede Form von Gewalt,“ sagte Papandreou.

Griechenland, das wegen seiner enormen Schulden unter Aufsicht des Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank steht, muss sein Defizit von fast 14 Prozent bis 2014 unter die Grenze von 3 Prozent drücken.

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4 Kommentare zu "Griechenland: Schuhwurf hält Papandreou nicht auf"

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  • Ron, beitrag 1

    Genau der richtige Lernprozess. Er könnte noch schmerzhafter sein, damit die Griechen lernen, dass ein nahezu sozialistisches System und Gewerkschaften, mit denen sie bei jedem Schritt und Tritt Firmen gedroht und aus dem Land vergrault haben, mit Forderungen, die ihrem Makrtpreis nicht entspricht, die Kühlschränke nicht füllen können.

  • Steinbrück ist immer noch ein Dummkopf, fordert den Haircut in Griechenland! Das geht so nicht, denn dazu müßte der Austritt des Landes aus dem Währungsverbund stattfinden. Abgesehen davon, daß Joe Ackermann und Co. nebst politischer befehlsempfänger (ehedem auch Steinbrück) nicht mitmachen. Und es ist weder in den Mitgliedsländern noch in der nicht gewählten (daher nicht legitimierten) EU- Funktionärsclique durchsetzbar. Zuviele vornehmlich südliche Länder werden sich nicht auf derartige Weise entblößen (lassen). Entsprechende leichte bemühungen einer gewissen Frau Merkel sind erwartungsgemäß (auch von ihr?) gescheitert. So wird der Rettungsschirm mit ein paar 100 Milliarden einspringen. irland steht dort bereits auf der Warteliste. Andere werden folgen. Es ist zu befürchten: schließlich auch Deutschland.

  • Der frühere bundesfinanzminister Peer Steinbrück forderte im "Spiegel" eine Umschuldung der griechischen Staatsschulden. "Griechenland wird ohne eine Umstrukturierung seiner Kredite nicht wieder auf die beine kommen", sagte er. "Es wäre ein schwerer Fehler, aus Rücksicht auf einige banken das Unvermeidliche zu Lasten der Steuerzahler immer weiter hinauszuschieben." Es führe kein Weg daran vorbei, dass die Gläubiger dem Land einen Teil seiner Schulden etwa durch Laufzeitverlängerungen oder Zinserlass abnähmen.

  • Papandreou, der Euro und der iWF werden Griechenlands bürger in die Verarmung treiben. Die Arbeitslosigkeit explodiert, Geschäfte und industriebetriebe schließen. Die Kürzungen und Einsparmaßnahmen würgen die Wirtschaft ab, Proteste geben dem Land, das vom Tourismus abhängt, den Todesstoß. Statt der erhofften Einnahmezuwächse in der Staatskasse, gähnende Leere. Die Wirtschaft schrumpft aktuell um 5, der Tourismus offiziell um 12 Prozent. Das große Ende kommt aber noch, wenn die Arbeitnehmer ihre derzeitigen Reserven aufgebraucht haben und auch der immobilienmarkt kollabiert. Dann sehen wir einen Exidus der einheimischen banken und noch mehr Fluchtkapital Richtung Ausland. Zypern wird sich freuen. Und warum das alles? Weil wir sinnloser Weise uns und die Griechen dazu verpflichtet haben, im Euro zu bleiben statt abzuwerten. Hier zum Ausschneiden und an die Wand hängen: Spätestens in 2011 wird das nächste Griechenlandrettungspaket aufgelegt. Die bundesregierung wird dafür mit mindestens 40 Milliarden zur Kasse gebeten. Kurz nach dem dann zweiten Griechenlandpaket kollabieren weitere Staaten. Unter ihnen irland und Portugal. Japan rutscht in eine Staatskrise und Gold verteuert sich auf über 3000 Euro.

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