Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Griechenland Ein Land in Auflösung

Seite 4 von 4:
Syriza bekommt Unterstützung aus allen Lagern

Nicht nur die Jungen und die von der sozialdemokratischen Pasok enttäuschten Linken entschieden sich im Mai für Syriza, sondern auch Konservative und Nationalisten, Ladeninhaber und Freiberufler, sogar Leute, die hinter Oleander und Glyzinien im vornehmen Stadtteil Kolonaki wohnen. Syrizas Wählerschaft ist noch heterogener als die Partei selbst. Vom Zorn profitierte ein linkes, in sich zerstrittenes, programmatisch unterbelichtetes Parteienbündnis, das 2009 nur 4,6 Prozent der Wähler überzeugt hatte. Syrizas Erfolg hängt am Kandidaten: Tsipras ist ein politisches Irrlicht in der Szene linker Splittergruppen, aber er ist frei von Verstrickungen in die Korruption. Das zählte. Wenn noch ein Rest von Vertrauen übrig war, dann galt es Tsipras.

Bisher ist die Verstaatlichung der Banken die einzige politische Maßnahme, die Tsipras vorschlägt, ausgerechnet jenes Wirtschaftssektors, der all die Jahre hochprofitabel und nicht in die internationale Finanzkrise verstrickt gewesen war. Wie die Banken ausgerechnet durch Verstaatlichung liquide und solvent werden sollen, verrät er nicht. Tsipras steht im Wahlkampf ein Spagat bevor. Seine Rhetorik ist nationalkommunistisch, aber viele seiner Wähler wollen den Euro behalten. Eine Polarisierung liegt nicht in seinem Interesse. Die großen Parteien legen in den Umfragen zu. Die Liberalen kooperieren mit der Nea Dimokratia, ebenso wie mit kleineren Abspaltungen. Am Ende müsste Tsipras womöglich mit abtrünnigen Rechtsnationalisten und Neonazis ein hässliches Anti-Euro-Lager bilden, während ND und Pasok doch noch regieren könnten. Aber in drei Wochen Wahlkampf kann viel geschehen.

Es ist die sichtbare Verwahrlosung ihres Lebensraumes, die eigene Verarmung oder jene von Freunden und Bekannten, es ist die Angst vorm Staatsbankrott und vor neuerlichen Gewaltausbrüchen, welche die Menschen in den Ballungsräumen dazu brachten, ihr politisches System zu zerstören, ohne die Aussicht, ein anderes dafür zu erhalten. Das Drama drückt sich nicht nur in Prozentzahlen aus. Wer nicht bereits festgelegt ist, der spürt, dass bei der nächsten Wahl der eigene politische Wille auf der Strecke bleibt, nur damit es wieder einen politischen Willen des griechischen Volkes gibt. Der Wirtschaftsanwalt und Pasok-Anhänger Petros Sfikakis bringt es auf den Punkt: „Ich hoffe jetzt, dass die Nea Dimokratia die stärkste Partei wird. Und das ist für einen Linken eine wirklich schmerzhafte Aussage.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Griechenland - Ein Land in Auflösung

17 Kommentare zu "Griechenland: Ein Land in Auflösung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Da sieht man es wieder, das Dilemma der Griechen. Sie denken immer noch, das gut wirtschaften privat konsumieren heisst.
    Sparen sollen die Griechen bei den Staatsausgaben, das sind nun mal bei so wahnsinnig vielen Beamten auch deren Löhne. Tun Sie doch nicht so, als hätten Sie das nicht verstanden.

  • Und kein Kommentar zu den 2.000 reichen Griechen???

  • Langweilig.

    Diese Entwicklung ist seit Jahren klar gewesen, ok natürlicht den Qualitätsmedien sondern den ach-so-kruden Untergangshysterikern.

  • Fotos von Bettlern besagen gar nichts.

  • wie bitte?ich verstehe die deutschen nicht!erst sollen wir massive sparen und dann wundern sie sich wenn nicht mehr konsummiert wird und die wirtschaft nicht anspringt! was denn nun????

  • Hier eine chronologische Nachzeichnung aller relevanter Entwicklungen in den letzten Monaten
    http://fortunanetz-forum.xobor.de/t2f2-Austritt-Griechenlands-aus-dem-Euro.html

  • ND, PASOK, KK und nicht zu vergessen die orthodoxe Kirche, der alle Parteien recht waren - es macht keinen Unterschied Wer das Problem über Jahrzehnte verursacht hat, wird es auch nicht lösen. Zu stark sind die Bindungen - Seilschaften zwischen der Politelite in Athen und Brüssel. Wenn Griechenland aus dem EURO geht, wäre die nächste Option sich nach Russland zu orientieren. Das Risiko will USA, Deutschland, Frankreich und England sicher nicht eingehen. Um nicht die Interessen Israels nicht zu vergessen. Irgendwie wird man versuchen gerade Griechenland aus geostrategischen Gründen an der finanziellen Leine zu halten. Ich glaube für Russland und China wäre 'Griechenland' locker zu stämmen und allein Geostrategisch von höchsten Interesse.

  • Texteinschub: Ist ein Euro-Austritt Griechenlands möglich?
    Anstieg von Altschulden

    Zitat: „Bei Einführung einer neuen Währung wäre besonders schwerwiegend, dass für Griechenland die in Euro aufgenommenen Altschulden infolge der Abwertungseffekte drastisch steigen würden.“

    Hier wird suggeriert, die Griechen würden auf jeden Fall ihre Verbindlichkeiten in € belassen und nicht in Drachmen umstellen.
    Stellen die Griechen aber die Verbindlichkeiten um, so stünden sie folglich keinesfalls vor einem Berg nicht zu bewältigender Schulden.
    Deswegen stimmt das Schreckenscenario auch nicht.
    Vielmehr würden die ausl. Banken und Versicherungen, die meist die Gläubiger Griechenlands sind, einen großen Teil (50%?) ihrer Gelder verlieren. Darum und NUR darum geht es. Hier soll den Griechen Angst vor der für sie günstigeren Drachme gemacht werden, damit die Banken kein Geld verlieren. Denn wenn GR im € bliebe, würde ja auch das Geld der europäischen Steuerzahler weiter fließen. Wenn aber nicht, fließt auch kein Geld mehr und die Gläubiger bleiben womöglich auf einem Teil der Schulden sitzen.

  • Zitat: Petros Sfikakis bringt es auf den Punkt: „Ich hoffe jetzt, dass die Nea Dimokratia die stärkste Partei wird. Und das ist für einen Linken eine wirklich schmerzhafte Aussage.“
    Das ist überhaupt keine schmerzhafte Aussage, Herr Sfikakis. Denn wenn man bedenkt, dass Sie mit der angeblich linken, angeblich sozialdemokratischen PASOK jahrelang einen guten Schnitt gemacht haben und vermutlich wie die allermeisten Ihrer Kollegen auch keine/kaum Steuern gezahlt haben, dann ist für Sie die ND tatsächlich die einzige Alternative.
    Denn es ist Ihre Schicht, die etwas zu verlieren hat. Vom Marktbeschicker verlangt man Quittungen, vom Kafeneoninhaber ebenfalls. Auch vom Kleinsthöker wird es erwartet. Rechtsanwälte und/oder Notare jedoch drücken sich davor. Vor meiner Nase liegen jede Menge Jachten, die allesamt notleidenden Ärzten und Rechtsanwälten gehören, die dem Finanzamt Einkommen von unter 15.000,-€ melden. Wer so etwas ermöglicht (wie z.B. die PASOK), sollte sich weder links noch sozialdemokratisch nennen dürfen.

  • der euro muss weg. griechenland muss abwerten, und wohl auch italien, spanien, portugal. das ist fuer alle beteiligten das beste. die ewige transfererei bringt nix

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%