Griechenland Tsipras geht das Geld aus

Die griechische Regierung kratzt ihr Geld zusammen: Öffentliche Institutionen sollen ihre Einlagen abgeben. Ministerpräsident Tsipras hat offenbar bereits einen Hilferuf an Brüssel abgesetzt.
Update: 06.03.2015 - 11:54 Uhr 89 Kommentare

„Athen handelt weltfremd“

Berlin/AthenGriechenland steht schneller als erwartet vor akuten Zahlungsproblemen. Auch der kleinste Fehler könnte zum Zahlungsverzug führen und eine Pleite auslösen. Im März muss Athen Verpflichtungen im Umfang von gut 6,85 Milliarden Euro erfüllen. Die Regierung hat Rentenkassen und andere öffentliche Institutionen aufgerufen, ihre Geldeinlagen an den Staat zu geben. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen.

Athen habe bereits im Februar nicht alle Staatsbediensteten bezahlen können, hieß es in der Zeitung weiter. Erstmals hätten etwa Hilfslehrer kein Gehalt bekommen.

Die Führung der EU-Kommission sei bereits über den Stand der Dinge informiert worden, hieß es. Am Freitagmorgen traf sich Regierungschef Alexis Tsipras mit dem Chef der Zentralbank, Ioannis Stournaras, zu einer Dringlichkeitssitzung. An dem Treffen am Regierungssitz in Athen nahmen auch der für Finanzen zuständige Vize-Regierungschef Giannis Dragasakis und Finanzminister Gianis Varoufakis teil, wie das griechische staatliche Fernsehen berichtete.

Zentralbankchef Stournaras versicherte im Anschluss, die Griechen müssten sich keine Sorgen um ihre Geldeinlagen machen. „Es gibt absolut keine Gefahr“, sagte Stournaras. „Es gibt kein Problem mit den Geldeinlagen.“ Aus Angst vor einer Pleite hatten viele Griechen in den vergangenen drei Monaten nach Schätzungen der Banken mehr als 22 Milliarden Euro von ihren Konten abgehoben. Stournaras betonte die Bedeutung der Sitzung der Euro-Gruppe am kommenden Montag. „Alle (in Athen) werden in den kommenden Tagen in diese Richtung arbeiten. Das hat mir der Regierungschef versichert“, sagte Stournaras.

In Athen wird mit Hochdruck an einer Liste von Maßnahmen gearbeitet, die in den kommenden Stunden an die Euro-Gruppe verschickt werden soll. Darin werden nach Aussagen eines Mitarbeiters des Finanzministeriums „konkrete Zahlen und Maßnahmen“ genannt, wie sie die Euro-Gruppe sehen will. Erst dann könnte Athen auf eine Teil-Auszahlung ausstehender Hilfen in Höhe von 7,2 Milliarden Euro hoffen. Am Mittwoch hatte sich Athen 1,138 Milliarden Euro über die Ausgabe kurzlaufender Anleihen am Kapitalmarkt verschafft.

Einem Insider zufolge hat Griechenland die erste Kreditrate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt. 310 Millionen Euro seien an den IWF geflossen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus Regierungskreisen. Die Regierung muss innerhalb der nächsten zwei Wochen insgesamt 1,5 Milliarden Euro an den Fonds zurückzahlen.

Die dramatische Finanznot hat den Athener Regierungschef Alexis Tsipras nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ zu einem ungewöhnlichen Hilferuf veranlasst. Tsipras habe EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker telefonisch um ein kurzfristiges Treffen noch am Freitag gebeten, berichtete das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise in Athen. Die griechische Regierung dementierte dies jedoch später.. „Es wurde kein Treffen (mit Juncker) vor der Euro-Gruppe-Sitzung am Montag beantragt“, sagte ein Mitarbeiter von Tsipras der Nachrichtenagentur dpa am Freitag.

Der Sprecher bestätigte jedoch ein Telefonat Tsipras-Jucker am Donnerstag. Dabei hätten beide vereinbart, sich vor dem nächsten EU-Gipfel am 19. und 20. März in Brüssel zu treffen. Dies werde in den kommenden Tagen geschehen.

Warnung vor „kreativer Buchführung“
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89 Kommentare zu "Griechenland: Tsipras geht das Geld aus"

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  • Thriller
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    Tsipras warnt ...
    ■ Tsipras warnt von einem Grexit. Das würde einen "Dominoeffekt" auslösen.
    ■ Tsipras warnt vor einer neuen Armut in Griechenland. Tsipras warnt vor einer Besteuerung der Oligarchen und Reeder. Diese würden das Land verlassen.
    ■ Tsipras warnt vor Steuereintreibung. Steuerhinterziehung ist in Griechenland eine olympische Disziplin. Sie steckt in den Genen.
    ■ Tsipras warnt vor der Privatisietung, da würden wir unser "Tafelsilber" verscherbeln.
    ■ Tsipras warnt vor der Entlassung von Beamten. Da würde er sein Wahlversprechen brechen. Griechenland hat doch "NUR" 25% Beamte. (Das ist jeder vierte Arbeitnehmer).

    Griechenland ist pleite, das ist Fakt!

  • wie lange geht dieses blödes Spiel noch ? Griechenland wird nie seine Schulden zahlen können, die EU wird nie Griechenland aus dem Euro ausscheidem lassen. Das sind die Fakten.

  • Da haben bisher alle griechischen Politiker so gemacht. Die Hand die sie gestreichelt hat bespuckt. Siehe nur in der Vergangenheit unseren Schäuble an.

  • Notruf aus Athen
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    Griechenland möchte früher Hilfskredite als geplant. Die EU sperrt sich, obwohl Athen das Geld langsam ausgeht.

    Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte am Donnerstag den Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, offenbar telefonisch um Hilfe gebeten, berichten die "Südeutsche Zeitung" und die griechische Zeitung "Ekathimerini". Tsipras möchte erreichen, dass die Finanzminister der Euro-Staaten bereits früher als geplant, neue Hilfskredite freigeben. Seinen Plan wollte der griechische Regierungschef Kommissionspräsident Juncker bereits an diesem Freitag in Brüssel persönlich erläutern. Juncker lehnte ein Treffen aber ab. Die Sitzung der Euro-Gruppe am Montag solle abgewartet werden, hieß es von EU-Diplomaten. Jetzt wird Alexis Tsipras voraussichtlich am kommenden Mittwoch nach Brüssel reisen.

  • @Ernst Thoma
    Das griechische Rumpelstilzchen erpresst das deutsche Rumpelstiltzchen mit seinen Gejammer. Das ist kein Betteln sondern eine eiskalte Erpressung solange Merkel, Draghi und Schäuble in der Eurowährung behalten wollen. Alternativlos und Koste es was es wolle. Erpressungspotential ist das genug für Tsipras vorhanden.

  • Es hätte schon längst Schluss mit Griechenland sein müssen. Im Euro und EU haben sie einfach nix zu suchen. Ich hoffe nun, dass der Krug Griechenland solange zum Brunnen ging bis er brach..

  • Sollte das griechische Rumpelstilzchen allmählich in der Realität angekommen sein ?

  • Der hat noch nie ein eigenes Geld besessen. Tsipras geht der Kredit aus. So muss es richtig heißen.

  • Und da niemand den € verlassen darf und wir ja daran denken müssen, dass griechenland nicht nach russland abdirftet ist es das kleinere Übel weitere Mrd. zu spenden. das alles iist reinster sozialismus: unverantwortlichkeit wird belohnt und für die konsequenzen eigen handlen muß niemand mehr einstehen - außer den steuerzahlenden starken schultern - die können noch mehr aushalten.

  • Endlich. Hochmut kommt immer vor dem Fall. Dieses arrogante Verhalten dieser griechischen Pleitepolitiker kann doch ein normaler Mensch gar nicht mehr ertragen. Auf die Hand, die einem hilft spuckt man nicht, so sagte schon mein Großvater. Wissen die angeblich gebildeten Politiker nicht mehr?

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