Griechenland Tsipras sieht Euro-Austritt als Gefahr

Alexis Tsipras ist auf Werbetour in Europa für den Kurswechsel in Griechenland. Sein Appell für mehr Wachstum und ein Ende des Sparens trifft auf viel Aufmerksamkeit, aber auch Skepsis – vor allem in Berlin.
Update: 02.02.2015 - 14:54 Uhr 8 Kommentare

Schäuble weist Tsipras in die Schranken

Nikosia/BrüsselDer neue griechische Regierungschef Alexis Tsipras sieht die Stabilität des Südosten Europas in Gefahr, wenn Griechenland oder Zypern sich vom Euro verabschieden würden. Ein Austritt Griechenlands oder Zyperns aus der Eurozone wäre ein schwerer Schlag für Europa und würde die Stabilität im östlichen Mittelmeer gefährden, erklärte Tsipras nach einem Treffen mit dem zyprischen Staatspräsidenten Nikos Anastasiades am Montag in Nikosia.

Griechenlands „einziges und ausschließliches Ziel“ sei, die Verhandlungen mit seinen Partnern in der EU erfolgreich abzuschließen, versicherte Tsipras. Nikosia ist die erste Station des neuen linken Regierungschefs auf seiner „Roadshow“ durch Europa. Es folgen Rom, Paris und Brüssel. Berlin ist dabei nicht eingeplant.

Tsipras wirbt bei den Euro-Partnern für den Kurswechsel in Athen, die Abkehr vom harten Sparen und eine neue Schuldenregelung. Die EU-Kommission gibt sich derweil gelassen. Ausgangspunkt sei Tsipras' Erklärung, wonach eine neue Abmachung die Schuldenverpflichtungen des Krisenlandes gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht infragestellen werde, hieß es aus Brüssel. Tsipras wird am Mittwoch zu einem Besuch bei EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker erwartet.

„Die Eurozone ohne Zypern und Griechenland würde eine Amputation des Südostens Europas bedeuten“, sagte Tsipras. Die beiden EU-Staaten seien ein Stabilitätsfaktor im östlichen Mittelmeer trotz der aktuellen Finanzprobleme. „Jetzt wie nie zuvor“ brauche die Südostflanke Europas Stabilität, meinte Tsipras in Anspielung auf die schweren Krisen im östlichen Mittelmeer.

Wenn man sich nur auf die Ökonomen stütze, laufe man Gefahr „Europa in eine Katastrophe zu führen“. Europa müsse „mutige Entscheidungen treffen und zu einer Wachstums-Agenda zurückkehren“, forderte Tsipras. Auf Hilfe aus Russland setzt Tsipras nach eigenen Worten derzeit nicht. Auf die Frage, ob Griechenland einen Kredit aus Russland erwarte oder einen beantragen würde, sagte Tsipras: „Es gibt im Moment keinen solchen Gedanken.“

Was die Krise in der Ukraine betrifft, seien sowohl Zypern als auch Griechenland bereit, für den Frieden zu vermitteln, erklärte Tsipras. Athen und Nikosia wollten ihre guten Beziehungen zu Moskau nutzen, „damit eine notwendige Brücke zwischen Europa und Russland geschlagen wird“, fügte Tsipras hinzu. Die Wandlung des Krieges in der Ostukraine in einen Wirtschaftskrieg werde „kein positives Ergebnis für die Völker Europas haben“.

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8 Kommentare zu "Griechenland: Tsipras sieht Euro-Austritt als Gefahr"

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  • „Die Eurozone ohne Zypern und Griechenland würde eine Amputation des Südostens Europas bedeuten“

  • Tsipras sieht Euro-Austritt als Gefahr! Die EU und die BRD brauchen Griechenland in der EU nicht. Wer aber braucht den Griechenland wen nicht die EU? Dies sind die USA wegen den Bodenschätzen in der Ägäis und als NATO Partner? Die BRD sollte alle Zahlungen und zusagen an Griechenland überprüfen, und alle Zusagen aufheben. Kein NATZI Steuergeld mehr für Griechenland. Alternativlos.

  • Die neu gewählte Regierung von Griechenland düst in der Gegend herum anstatt sich an die Hausaufgaben zu machen! Es wäre doch erst mal dringlicher die Pläne für eine zukünftige Schuldentilgung in der Tasche zu haben, die Pläne für eine Reform des Steuersystems, die Pläne für eine Steuereintreibung etc. Es ist doch sehr merkwürdig, dass sich diese Jungdynamiker erst mal überall Rückendeckung einholen um dann Deutschland zu erspressen! Wie sagte der Finanzminister, Deutschland muss zahlen! Das reicht! Ob das Kontrollgremium Troika oder Duo genannt wird ist doch unwichtig! Wichtig ist, dass ein Schuldner der nicht zahlen will bzw. nicht alles zahlen will was er bereits verpulvert hat den Gläubigern einen Plan vorlegen muss!

  • Da kann man gut sehen, wie schnell sich Allianzen bilden, oder zerbröckeln.

    Europa muss mit billigem EZB-Geld geflutet werden, damit der Ami gute
    Geschäfte in Europa machen kann.
    Dafür rammt Obama sogar Merkel ein Messer (Tsipras) in den Rücken.

    ES BLEIBT NUR NOCH EINS - DEUTSCHLAND MUSS DIE EU VERLASSEN

  • Schon wieder so ein Jung, Dynamischer, Erfolgloser wo mit Steinen wirft und nicht merkt das er im Glasshaus sitzt. Er würde lieber einmal sagen, wie er gegen die Vetterwirtschaft und Koruption vorgehen will. Wie sieht den sein neue Steuerreform aus, das wäre ein erster Schritt für Verdrauensbildene massnahmen.

  • ich glaube auch, dass sich nach einer "Amputation" der Phantomschmerz in Grenzen halten würde...

  • Tsipras sieht Europa und den Euro in Gefahr
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    Würde Griechenland aus dem Euro austreten, wäre das das Ende des Euros. So sieht es Tsipras.
    Griechenland ist der Stabilitätsfaktor des Euros. Ohne Griechenland geht es nicht!
    Aber da ist er wohl allein!
    Griechenland ist ein Fass ohne Boden und hätte niemals in die Eurozohne aufgenommen werden dürfen.
    Das sahen aber rot-grün unter Schröder, Fischer und Eichel anders.
    Sie haben Griechenland mit Gewalt in die Eurozone geholt, obwohl sie wussten, dass die Zahlen gefälscht sind.

  • leider sollte man zur Kenntnis nehmen, dass kaum noch jemand in GR Frau Merkel (die mit dem Bärtchen) geschweige denn Herrn Schäuble, den die Griechen mehr hassen als Pest und Cholera zusammen, ernst nehmen, seit der Äußerungen von Herrn Obama, Herrn Putin, Herrn Junker (der angeblich auch die Troika abschaffen möchte, so wurde er zumindest in GR interpretiert), Herrn Sapin, der Podemos- Bewegung und den Kommentaren aus Portugal, Italien und Irland...

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