Griechenland und der Euro Ein Drama in sechs Akten

Am Anfang der griechischen Euro-Mitgliedschaft stand ein Betrug. Hätten die Griechen nicht partout den Euro haben wollen, hätten sie sich und den Euro-Partnern einen langen und quälenden Streit erspart.
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Die Krise in Griechenland gleicht einem Drama in sechs Akten. Quelle: dpa

Die Krise in Griechenland gleicht einem Drama in sechs Akten.

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BerlinEin kleines Land im Südosten Europas beschäftigt die ganze Welt - und das seit mehr als fünf Jahren. Die immer wieder drohende Staatspleite Griechenlands und die Rettungsbemühungen der Euro-Partner bestimmen mit das Auf und Ab an den Finanzmärkten. Zur wirtschaftlichen Bedeutung Griechenlands - das Land hat etwa die Wirtschaftsleistung Hessens - steht die Aufmerksamkeit eigentlich in keinem Verhältnis. Eigentlich.

Denn es geht im Fall Griechenlands, das mit einer gehörigen Portion Betrug und Selbstbetrug 2001 dem Euro-Club beitrat, um nicht weniger als die Glaubwürdigkeit des historisch beispiellosen Projekts einer europäischen Währungsunion. Damit beginnt das Drama - im Verborgenen - längst vor dem Ausbruch der europäischen Schuldenkrise 2010.

1. AKT - START DER WÄHRUNGSUNION 1999: Nach jahrelangen Vorbereitungen startet die Währungsunion. Der Euro löst – für drei Jahre „nur“ auf dem Papier – die nationalen Währungen in zunächst elf EU-Ländern ab. Weil es keinen EU- oder Euro-Finanzminister mit direktem Zugriff gibt, sollen vertragliche Regeln für Disziplin sorgen und die Stabilität des Euro gewährleisten.

Schon beim Start wurde bei der Einhaltung der eigentlich strengen Regeln hier und da ein Auge zugedrückt. So ist der Schuldenberg, der eigentlich nur 60 Prozent der Wirtschaftsleistung eines Landes ausmachen darf, zum Beispiel im Falle Italiens erheblich zu hoch. Weil aber als undenkbar gilt, dass ein Gründungsmitglied der EU beim Euro außen vor bleibt, darf Italien mitmachen. Die Hoffnung dabei: Die Zinsen, die am Kapitalmarkt bei Aufnahme neuer Schulden fällig werden, sind zum Euro-Start gesunken und sollten hoch verschuldeten Ländern helfen, ihren Schuldenberg allmählich zu reduzieren. Die Hoffnung trog allerdings: Die sinkenden Zinsen wurden nirgendwo konsequent zur Sanierung der Staatsfinanzen genutzt - sondern flossen in den Staatskonsum.

2. AKT - BEITRITT GRIECHENLANDS 2001: Jahre später kam heraus, dass die Griechen 2001 nur mit frisierten Zahlen zum Haushaltsdefizit als zwölftes Mitglied in den Euro-Club aufgenommen wurde, ein Jahr vor der Einführung des Euro-Bargeldes. Die Griechen hatten Defizitwerte deutlich unter der erlaubten Höchstmarke von 3 Prozent der Wirtschaftsleistung angegeben; tatsächlich lagen sie aber zum Teil deutlich darüber. In Brüssel wurde offen von „Betrug“ gesprochen - aufgefallen war der Schwindel allerdings den Verantwortlichen in der Eurozone auch nicht. Und juristische Möglichkeiten, die Mitgliedschaft Griechenlands im Euro-Raum infrage zu stellen, gab es nicht.

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34 Kommentare zu "Griechenland und der Euro: Ein Drama in sechs Akten"

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  • Ich wünsche Herrn Kohl, Eichel und Weigel eine gut Gesundheit und ein langes Leben, damit sie sich lange an den Früchten erfreuen können, die sie gesät haben.

  • Denken Sie nicht, daß hierfür die Völker befragt werden sollten ?
    Eine politische Union wollen zumindest alle südlichen Länder nicht. Am ehesten wäre das mit den Deutschen zu machen, die sich anscheinend gerne mentalitäts-bedingt höheren Mächten unterordnen.

  • Hoffentlich gehen sie sehr bald in die Insolvenz, deren Verschleppung bereits Jahre andauert. Sie haben sich die Pleite redlich verdient, mit z.B. Rentenzahlungen von ihren verstorbenen Angehörigen jahrelang kassiert, oder Blindengeld für Sehende en masse kassiert, und viele, viele andere Betrügereien auch der sog. "kleinen Griechen", deren Verfehlungen bereits einzel betrachtet, zum sofortigen Rausschmiss aus dem Euro-Verbund gereicht hätte. Was diese Griechen sich jetzt in einem als einzigartig zu bezeichnenden Verhandlungsmarathon leisten, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Man muss sich doch ernsthaft fragen, mit wem man denn dort verhandelt? Da gibt es Leute in der Regierung, die ex cathedra behaupten, dass die immensen Schulden, die dort angehäuft wurden, illegal seien ....... und deshalb auch nicht getilgt werden müssten! Noch einmal die Frage: Mit wem setzen sich europäische Regierungschefs und -Vertreter an einen Verhandlungstisch?

  • Lügen haben kurze Beine.
    Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht.
    Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
    Alles bewahrheitet sich.
    Hoffe, daß alle Verantwortlichen möglichst tief in die Grube fallen.

  • Wir haben so viel Probleme, die von der Politik gemacht wuden, oder ignoriert wurden und die Politik merkt das nicht? Oder will es nicht merken?
    Die müssen doch mal aufwachen
    Sehen wir uns die Ergebnisse der Wahl gestern in Dänemark an.
    Überall kommen die Rechten hoch.
    In Italien wird es ähnlich werden und irgendwann auch bei uns.
    Unsere Politiker zerstören unsere Länder und Kulur in einem ausmaß, das ist erscheckend.
    Und da gehört auch dieser kriminelle Euro dazu

  • Paul Rimmele
    ich muß Ihnen Recht geben.
    Denn auch in Deutschlad war und ist der Euo bis heute für den Bürger eine 100%ige Preiserhöhung
    Verdient am Euro hat nur die Großwirtschaft und die Finnanzhaie

  • Dass die "Weichwährungen" südeuropäischer Länder mit dem Euro durch eine "Hartwährung" ersetzt worden seien, wodurch unweigerlich die Probleme entstehen mussten, ist vollkommen falsch.
    Zu Beginn der Währungsunion waren die Wettbewerbsverhältnisse aller Länder ausgeglichen. Das Auseinanderlaufen der realen Wechselkurse fand erst nach der Euroeinführung statt. Grund dafür war die Dumpinglohn-Politik der Schröder Regierung in Deutschland.
    Mit Staatsschulden hat das ursächlich gar nichts zu tun, auch nicht in Griechenland. Wer das "Drama" daran aufzieht, hat immer noch nicht verstanden, worum es eigentlich geht.

  • Ja, Korruption fast ausschliesslich von deutschen Firmen, die bis Ende der neunziger Jahre OFFIZIELL 2% des Umsatzes als Bestechungsgeld beim deutschen Finanzamt haben absetzen koennen.
    Warme Empfehlung: Erst sich informieren, dann denken und anschliessend zur Feder greifen.
    So klappt es am besten. . . meine ich zumindest!
    P.S. Ich habe bei allen Handwerkern in Bayern seit ehe und je keinen einzigen Beleg bekommen. Ist das auch Steuerhinterziehung?

  • P.S. Zitat: "Schon beim Start wurde bei der Einhaltung der eigentlich strengen Regeln hier und da ein Auge zugedrückt. So ist der Schuldenberg, der eigentlich nur 60 Prozent der Wirtschaftsleistung eines Landes ausmachen darf, zum Beispiel im Falle Italiens erheblich zu hoch."

    Ja, und zwar bei 120% des BIP. Aktuell sind es 130%. Da darf man ja noch "froh" sein, dass nicht noch mehr Schulden gemacht wurden über die 14 Jahre. Und Dank Draghis Intervention liegen die Zinsen für die Staatsschulden (10-jährige) nahezu gleichauf mit Deutschland. Der freie Markt ist längst ausgeschaltet.

  • Nicht nur die. Es sollten auch die verantwortlich sein, die sich für zuständig erklärten. Und die, die vorgaben "alternativlos" zugestimmt zu haben, sollten ihre Diäten und Pensionen zur Wiedergutmachung zur Verfügung stellen.

    Die Kosten für unsere Abgeordneten brechen dann auch noch um mehr als 4/5 ein. Das wäre das Gute an der Sache, wenn es überhaupt noch etwas Gutes aufzuzählen gibt.

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