Griechenland und die Drachme Anleitung für den Euro-Austritt in vier Schritten

Die Angst vor einem Euro-Austritt Griechenlands hält die Finanzmärkte in Atem. Dabei hat er doch angeblich seinen Schrecken verloren. Wie könnte der Austritt ablaufen? Eine Gebrauchsanweisung in vier Schritten.
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Der Euro-Austritt: Ein Vorschlag mit vielen Tücken.

Der Euro-Austritt: Ein Vorschlag mit vielen Tücken.

DüsseldorfFür die Bundesregierung hat ein Austritt Griechenlands angeblich an Schrecken verloren. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) seien inzwischen zuversichtlich, dass die Eurozone dies wegstecken könnte, berichtete am Montag „Der Spiegel“ unter Berufung auf Regierungskreise.

Die Spekulation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Griechenland und die Eurozone vor schweren Entscheidungen stehen. Ende Januar wählen die Griechen ein neues Parlament. Dabei könnte laut Umfragen das linksradikale Syriza-Bündnis als Wahlsieger hervorgehen. Dessen Chef, Alexis Tsipras, hat angekündigt,  er wolle die Kreditverträge mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) „zerreißen.“ Hinter den Worten steht die Forderung nach einem massiven Schuldenerlass. Syriza-Fraktionschef Panagiotis Kourouplis beispielsweise schlägt einen einseitigen Schuldenschnitt von 70 Prozent vor, was eine Insolvenz des griechischen Staates bedeuten würde.

Anders als 2012, als Griechenland vor allem bei privaten Gläubigern in der Kreide stand, wären dieses Mal von einem solchen Schritt vor allem öffentliche Gläubiger und damit letztendlich die Steuerzahler betroffen. Der größte Anteil der griechischen Staatsschulden von insgesamt über 320 Milliarden Euro entfällt auf die Rettungsschirme EFSF und ESM (141,8 Milliarden Euro), weitere Gläubiger sind IWF (35,4 Milliarden Euro) und EZB (etwa 27 Milliarden Euro). Deshalb steht sowohl für die Steuerzahler als auch für Griechenland viel auf dem Spiel.

In der Praxis wäre ein Euro-Austritt extrem schwierig – und teuer. Rein rechtlich sieht der Maastrichter-Vertrag ein solches Szenario gar nicht vor. Handelsblatt Online skizziert, wie der Ausstieg ablaufen könnte.

Schwierige Verhandlungen mit den Gläubigern
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23 Kommentare zu "Griechenland und die Drachme: Anleitung für den Euro-Austritt in vier Schritten"

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  • Die Angst vor einem Euro-Austritt Griechenlands hält die Finanzmärkte in Atem. Dabei hat er doch angeblich seinen Schrecken verloren. Wie könnte der Austritt ablaufen? Eine Gebrauchsanweisung in vier Schritten.

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    Gebrauchsanweisungen braucht die gesamte EU !!!

    Italien kämpft mit der größte Wirtschaftskrise.

    Frankreich kämpft mit der zahl der Arbeitslosen und Obdachlose.

    England kämpft gegen die hohe Anzahl der Neue Einwanderung.

    Portugal kämpft gegen die steigende Arbeitslosigkeit.

    Deutschland spaltet sich in Pegida und Pegida-Gegner.

    Und wer glaubt dass wenn Griechenland austritt der letzter wäre...sieht alles sehr Blauäugig.

    EUROPA ist in eine akute nicht stabile Lage...

    und die Einflüsse der weitere Weltpolitik geht an Europa auch nicht vorbei...ohne Europas Tribut abzuverlangen.

    Aber EU...mach jetzt Du...ich schau zu.






  • Was soll dieses ganze Theater? Wenn einer nicht willens ist, oder unfähig dann soll man in rausschmeißen. Aber nicht die Schulden erlassen und dann noch ganz dreist neue Schulden machen, die wiederum andere bezahlen müssen. Spinnen die etwa?.
    Genug, ist einfach genug. GR soll seinen eignen Weg gehen, den schon immer gegangen ist. Vielleicht finden sie noch einen anderen Dummen der ihnen ihre Lügen glaubt.

  • Schon lustig - Griechenland droht, alle bisher geschlossenen Verträge und Zusagen zu den über 250 Milliarden Euro Hilfsgeldern zu brechen - und unsere Politiker und Bürokraten in Berlin und Brüssel machen sich einen Kopf darüber, wie man die Griechen los wird, weil das ja nicht in den Verträgen vorgesehen sei. Tipp: Wenn ein Vertragspartner sich nicht mehr an Verträge hält, dann sollten sie der anderen Seite auch getrost egal sein.

  • Genau, weil es Wurscht ist ob Griechenland pleite ist oder pleite ist. Richtig gelesen, pleite ist oder pleite ist.
    Es gibt Deppen, regiert von Murksels, die zahlen alles,
    per Order Mutti.

  • @ Noack:

    Schön und gut.
    Aber with a little help from its friends kann Griechenland abwickeln, wie es und sie wollen.

    Der kurze knock out ist natürlich bestechend gut für das Land und alle Beteiligten, wird jedoch am Mitleid der weit verbreiteten Gutmenschen womöglich scheitern.

    Jedenfalls geht es - auch sehr schnell.

  • Erst einmal nachdenken und dann schreiben. ;)

  • Was ist das für ein ökonomischer Unfug, den der Verfasser des Beitrages der Öffentlichkeit präsentiert?

    Wenn Griechenland seinen Schuldendienst stoppt, ist das Land pleite. Sofort geht das Rating auf Ausfall. Banken und Versicherungen dürfen keine Zahlungen an den Staat mehr ausführen. Sie müssen sogar die Anleihen und Kredite abschreiben. Das gilt auch für die EZB. Griechenland muss, auf die Gefahr des finanziellen Untergangs, während der Verhandlungen mit der Troika die Zahlungen aufrecht erhalten. Griechenland ist abhängig von Importen. Wer kann oder will nach Zahlungsverweigerung noch liefern? Das Targetsystem kommt für Griechenland nach Zahlungsausfall unmittelbar zum Erliegen. Alle Targetschulden sind sofort fällig gestellt. Wie will Griechenland jetzt Öl und Gas bezahlen? Solche Güter könnten die Gläubiger sofort pfänden. Das gilt auch für Vermögensgegenstände, Flugzeuge, Schiffe, Konten usw. Was machen die Griechen mit ihren Euros? Wie soll die Kapitalflucht verhindert werden. Die Drachme müsste sofort eingeführt werden und der Euro müsste sofort unter Kapitalverkehrskontrolle gestellt werden. Wie sollte der Staat das in Stunden organisieren?
    Die Vorstellung eines schrittweisen Austritts aus dem Euro ist also völlig abwegig. Es ist damit bewiesen, dass kein Verständnis der ökonomischen Zusammenhänge vorhanden ist.

  • Das befürchte ich eigentlich auch. Notfalls wird man die Griechen mit Gewalt zwingen im Euro zu bleiben.Die Banken verdienen einfach zu viel daran.
    Und was ist, wenn weitere Austritte folgen? Dann haben GoldmanSachs und die Anderen Verbrecher nichts mehr zum Zocken

  • Vor allem, wenn man sieht, dass es den Griechen vor dem Euro weit besser ging!
    Interessant ist aber, dass dieser Schritt erst in Betracht kommt, wenn alle privaten Gläubiger ausgestiegen sind, und der Steuerzahler - sprich die Bürger zahlen.
    Es wäre doch viel schöner gewesen, wenn die Finanzverbrecher für ihre Verbrechen selbst bezahlt hätten!

  • Deutschland braucht sich nur einem dritten Rettungspaket verweigern,den Rest regelt der freie Markt.
    Das Aktuelle läuft bis Anfang März,dann müsste sich das Land über eigene Anleihe-Auktionen selbst am Markt finanzieren.Höchst,höchst unwahrscheinlich,dass bis dahin die neue Regierung steht,mit der ein drittes Rettungspaket vereinbart werden kann.
    Deutschland braucht also nur still in der Ecke sitzen und auf Zeit spielen,dann geht Griechenland von selbst kaputt.

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