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Griechenland Varoufakis pocht auf den Schuldenschnitt

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will einen Austritt Athens aus der EU verhindern. Doch einen „letzten“ Vermittlungsversuch muss er abrechen. Denn Griechenland beharrt auf einem Schuldenerlass.
15.06.2015 Update: 15.06.2015 - 09:49 Uhr 19 Kommentare

Varoufakis will Schuldenschnitt und kein frisches Geld

Berlin/Washington Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis dringt in der festgefahrenen Schuldenkrise auf einen Schuldenerlass. Sein Land brauche eine Umschuldung, sagte Varoufakis der Zeitung „Bild“ (Montag). „Nur so können wir die Rückzahlung von so viel Schulden wie möglich garantieren und auch leisten.“ Er würde sofort „Ja“ sagen und auf weitere Hilfsgelder verzichten, wenn die internationalen Gläubiger einen Schuldenschnitt anbieten würden. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) wolle eine Umschuldung. Außerdem benötige Griechenland „eine Streckung der Laufzeiten“, sagte Varoufakis.

Ein Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in der Krise war am Sonntag abgebrochen worden. Begründet wurde dies mit deutlichen Differenzen zwischen Geldgebern und der Regierung in Athen. Am 30. Juni läuft das bereits zwei Mal verlängerte Hilfsprogramm für Griechenland auf europäischer Seite aus. Ohne Einigung droht Griechenland der Staatsbankrott.

IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard forderte Bewegung von Athen und den europäischen Geldgebern ein. Einer Lösung der Krise gingen harte Entscheidungen und Verpflichtungen voraus, schrieb er am Sonntag im IWF-Blog. Die griechische Regierung mahnte Blanchard zu einer Reform des Mehrwertsteuer- und Rentensystems an. Auch die Europäer rief er zu Zugeständnissen auf. Am 30. Juni muss Athen rund 1,6 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen.

Kommissionschef Jean-Claude Juncker habe am Wochenende einen „letzten Versuch“ gestartet, eine Einigung zwischen Athen und seinen Gläubigern herbeizuführen, sagte der Sprecher der EU-Kommission. Doch trotz einiger Fortschritte lägen die Strategie der griechischen Regierung und die Forderungen der Geldgeber zu weit auseinander. „Die griechischen Vorschläge bleiben unvollständig“, bemängelte der Sprecher. Juncker sei aber weiterhin „überzeugt", dass eine Einigung bis Monatsende möglich sei.

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    19 Kommentare zu "Griechenland: Varoufakis pocht auf den Schuldenschnitt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Mann wird immer besser und durchschaut das System genau.

      Das Eintreiben von Steuern würde den Aufbau einer Stauerverwaltung nach sich ziehen und dafür habe man kein Geld. Aus diesem Blickwinkel, ist die immer wiederkehrende Kreditaufnahme mit anschließender Streichung der Schulden aus griechischer Sicht viel effizienter.

      Da kann man Herrn Bosbach nur beipflichten, wenn er anmerkt, dass mit jedem Hilfspaket eine andere Sau durch's Dorf getrieben wird. Man kann diese ahnungslosen und unwissenden Politiker schon nicht mehr hören. Es gibt Jobs, das ist mehr als "nach bestem Wissen und Gewissen" gefragt. Da hilft nur Fachwissen. Eben das ist in den politischen Parteien nicht vorhanden. Dort wurden und werden die Posten nach der Qualität der Sofortentscheidungen vergeben. "Kleben wir das Wahlplakat in diesem Wahlkampf hochkant oder quer.

      Man sollte sie hochkant aus ihren Jobs treiben und die gesetzlichen Grundlagen für Schadenersatz schaffen. So sollte es auch nicht mehr erlaubt sein, sich 10 % höhere Diäten und Pensionen zu verordnen, Wein saufen und dem Volk Wasser predigen.

    • "Erpressung"? Ganz genau. Oder glauben Sie, Politik besteht, wenn es buchstäblich um die Wurst geht nicht darin, Druck bis hin zur Erpressung auszuüben?

      Die EU, die EZB und die "Euroretter (etwas weniger der IWF) haben sich in eine Position hinein manövriert, die zu Erpressungen gerade zu heraus fordert.

    • "kämpft für die Interessen seines Landes"
      ...mit den Methoden von skrupellosen E.rpressern!

    • Wirtschaftlich ist Griechenland bedeutungslos, politisch auch. Bis auf einen Punkt: Platzt die Blase, müssen unsere Politiker zugeben, dass Euro und EU, die sie uns aufgezwungen haben, nicht funktionieren.

    • "Zicheiner", Zigeuner? Aber aber, Herr Kammschott.

      Varoufakis kämpft für die Interessen seines Landes, das ist als griechischer Politiker seine Aufgabe.

      Die Eu-Politik samt ihres Euro-Konstrukts ist momentan genau in der Lage, wo sie sie hingehört, nämlich da, wo ihre inneren Widersprüche nicht mehr zugekleistert werden können.

    • Wenn ich den Zicheiner sehe, möchte ich auch auf was pochen...!

    • Varoufakis und natürlich andere auch haben erkannt, ohne Schuldenschnitt und Schuldenumstrukturierung der in Frage stehenden Anleihen zu solchen mit "ewiger " Laugzeit, geht es nicht. Reformen bei den Renten und der Mehrwertsteuer lehnt er ab mit der Bergründung "die Leute" würden dann gar keine Steuern mehr zahlen und gennau der gegenteile Effekt träfe ein und der griechische Fiskus erzielt noch weniger Einnahmen.

      Gleichzeitig will er aber sein Land in der Euro-Zone belassen. Da beißt sich die Katzte in den Schwanz.

      Jeder weiß, Währungsunion ohne politische Union funktioniert nicht. Politische Union bedeutet Eingriffsrechte in die Haushaltsrechte, Steuerrechte und Schuldenpolitik und somit abgesenkte staatliche Souveränität.

      Athen will beides, souverän sein und Euro-Mitglied bleiben.

      Dieser Widerspruch ist nicht aufzulösen.

    • Griechenland und mit ihm das Finanzministerium unter Varoufakis sind entweder nicht fähig oder willig ein funktionierendes Steuersystem aufzubauen. Seit der Syriaz-Wahl ist nichts passiert, außer alle anderen Europäer zu beschimpfen, wenn Griechenland nicht einmal seinen eigenen Steuern festsetzen und eintreiben kann.

    • Genug der Aufregung....
      Griechenland wird den Euro-Raum nicht verlassen und es wird keinen Grexit geben.
      Oder glaubt jemand wirklich die EU Geldpolitiker würden so ihr Fehlverhalten eingestehen. Die EU-Finanzministerrunde wird uns am 18. Juni ein wundersames
      zusammenkommen beider Konfliktparteien präsentieren...DIe Kosten für Griechenland werden uns noch lange lange erhalten bleiben. Armes Deutschland!

    • Alles läuft nach Plan.
      Die frisierten Zahlen für den Beitritt.
      Das Abmelken des Target-Systems.
      Die Nothilfe.
      Die Verweigerung.
      Der Schuldenschnitt und Neustart.
      Der gelackmeierte Goliath.

      Ein Zigeunermärchen.


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