Griechenland Wie Anarchisten die Tsipras-Partei provozieren

In Griechenland besetzen die Anarchisten wie bei einem Ritual jede Woche eine andere Einrichtung. Und sorgen damit für Chaos. Die von der Syriza-Partei geführte Regierung lehnt aber Eingriffe der Polizei ab.
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Polizisten nehmen einen Protestierenden vom dem griechischen Parlament fest. Mit ihrem Protest unterstützten die Demonstranten den Hungerstreik von städtischen Guerilla-Gruppen. Quelle: dpa
Protest of anti-establishment protesters in the yard of the Greek

Polizisten nehmen einen Protestierenden vom dem griechischen Parlament fest. Mit ihrem Protest unterstützten die Demonstranten den Hungerstreik von städtischen Guerilla-Gruppen.

(Foto: dpa)

AthenDie in Griechenland traditionell starke anarchistische Bewegung scheint der von Syriza geführten Regierung in einer Art Hassliebe verbunden zu sein. Sie scheut davor zurück, Syriza frontal anzugreifen, versetzt ihr aber immer wieder unangenehme Nadelstiche. Damit versuchen die Libertären und teilweise auch die Linksautonomen, eigenen Forderungen Nachdruck zu verleihen oder Syriza nach links zu drücken.

Schon Anfang März, etwas mehr als einen Monat nach Syrizas fulminantem Sieg bei der Parlamentswahl, besetzte eine Gruppe Anarchisten den Sitz der Linksallianz in Athen und befestigte an der Fassade Spruchbänder aus Solidarität mit Aktivisten, die wegen bewaffneter Angriffe inhaftiert wurden. Wie bei einem Ritual folgte jede Woche die Besetzung anderer Einrichtungen: die Rechtsfakultät der Universität Athen, die Studios des Syriza-eigenen Radiosenders Sto Kokkino und zuletzt der Verwaltungsturm der Athener Uni.

Vergangene Woche protestierten verärgerte Universitätsangestellte schweigend nur wenige Meter von ihren besetzten Räumen entfernt. Der Vizerektor Thomas Sphicopoulos zeigte wenig Verständnis für die Besetzungsaktion: „So etwas gab es seit Jahren nicht mehr. Die Universität ist wegen der Kürzungen schon jetzt in einer sehr schwierigen Lage. Und jetzt das noch!“

Ein anderer Lehrbeauftragter kritisierte die Haltung der Behörden: „Wo bleiben die Freiheitsrechte, wo bleibt der Staat?“, fragte er. Ein Regierungsvertreter sagte dazu, „der Staat ist da. Er ist im Dialog. Eine Polizeiintervention würde die Spannungen lediglich weiter befördern.“

Als Oppositionspartei stellte sich Syriza stets gegen Polizeigewalt, unter anderem bei Demonstrationen gegen die von der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds verordnete Rotstiftpolitik.

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