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Griechenland "Wir werden keinen Staatsbankrott haben"

Griechenlands Außenminister fürchtet, dass die Gläubigerbeteiligung am Rettungspaket Investoren abschrecken könnte. Gleichzeitig schließt er in einem Interview einen Schuldenschnitt sowie Staatsbankrott aus.
06.07.2011 - 16:08 Uhr 7 Kommentare
Griechenlands Außenminister Stravros Lambrinidis sieht die Beteiligung privater Gläubiger am Rettungspaket kritisch. Quelle: Reuters

Griechenlands Außenminister Stravros Lambrinidis sieht die Beteiligung privater Gläubiger am Rettungspaket kritisch.

(Foto: Reuters)

Berlin Griechenland sorgt sich, dass die geplante Beteiligung privater Gläubiger an einem zweiten Hilfspaket das hoch verschuldete Land noch tiefer in die Krise ziehen könnte. „Wenn festgeschrieben wird, dass private Investoren künftig im Fall eines Staatsbankrotts an einem Schuldenschnitt beteiligt werden, birgt das sicherlich die Gefahr, dass Investoren kein Geld mehr geben“, warnte Griechenlands Außenminister Stravros Lambrinidis am Mittwoch im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem könnten sich die Risikoaufschläge erhöhen, und als schwächer eingestufte Länder nicht mehr so schnell an die Finanzmärkte zurückkehren. „Es gibt die Gefahr einer „Self-fulfilling prophecy', die niemand von uns in Europa will.“

Lambrinidis betonte, dass es auch andere Wege zur Beteiligung des Privatsektors gebe - wie etwa die von der EU-Kommission vorgeschlagene Finanztransaktionssteuer. „Ich unterstütze diese Idee“, betonte er. Zu den Bemühungen der Euro-Regierungen, eine Beteiligung der Privatgläubiger an einem neuen Griechenland-Hilfspaket zu erreichen, sagte er, auf keinen Fall dürfe dies als Zahlungsausfall gewertet werden. Dieser droht, wenn Rating-Agenturen etwa einen Umtausch auslaufender griechischer Euro-Staatsanleihen in längerfristige Papiere als „default“ einstufen.

Zugleich forderte der neue griechische Außenminister, der sich zu Gesprächen mit dem deutschen Ressortchef Guido Westerwelle in Berlin aufhielt, einen raschen Abschluss des zweiten Griechenland-Hilfspakets. „Es sollte schnell kommen. Denn wir brauchen die Botschaft für unsere Öffentlichkeit und die Finanzmärkte, dass es Griechenland ernst meint.“ Wichtig sei, dass die Bedingungen für das Land zwar strikt seien, aber dennoch „Raum zum Atmen“ ließen. Dazu gehörten eine angemessene Zinshöhe für die EU-Hilfskredite und lange Laufzeiten. In 20 Tagen werde die griechische Regierung Pläne für eine umfangreiche Privatisierung von Staatsvermögen vorlegen. Ausdrücklich lud er europäische Firmen zu Investitionen ein.

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    7 Kommentare zu "Griechenland: "Wir werden keinen Staatsbankrott haben""

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der hair-cut für Griechenland ist nicht zu verhindern. Noch mehr Schulden durch den illegalen Rettungsschirm verschieben das Problem und in einem Jahr sprechen wir dann über Rettungsschirm 3 (und jedesmal müssen wir mehr zahlen).

      Das ist doch keine vernünftige Lösung und wer Angst hat (Schäuble) sollte zurücktreten und Menschen das Handeln überlassen, die Mut haben!

    • Ja, das gibt eine zwar nicht besonders originelle Tapete für deutsche Amtsstuben und die EZB-Büros und es wird auch noch für die "heiligen Hallen" in Brüssel reichen, mit einem "ganz besonderen" Erinnerungswert an unserer teueren griechischen "Freunde"...

    • Politiker verstehen nichts davon wie die Kapitalmaerkte funtionieren.

      Diese Politikerklasse die wir heute haben, richten sich alle nach alten Denkmodellen die nicht mehr funtionieren.
      Und aus dieser Not heraus, verfallen sie in die Methodik der Planwirtschaft.

      Kapitalismus ist tod, echte Maerkte existieren nicht mehr.


    • Herr Lambrinidis hat meiner Meinung nach völlig recht. Schließlich wäre die Rückkehr zur Drachme per Parlamentsbeschluss kein Staatsbankrott. Da - wie bereits mehrfach verlautet - etwa 95% der griechischen Staatsanleihen nach griechischem Recht emittiert worden sind werden diese ebenfalls per Parlamentsbeschluss von Euro auf Drachmen umgestellt, und zwar zum Einführungskurs von 1:340. Auch das ist kein Staatsbankrott. Mit der wiedererlangten Hoheit über die Druckerpresse wird Griechenland alle ausgegebenen Staatsanleihen bedienen bzw. zurückkaufen können. Ein eventueller Wertverfall der Drachme ist ebenfalls kein Staatsbankrott!
      Als dann nahezu schuldenfreier Staat wird Griechenland selbstverständlich auch wieder Kredite aufnehmen können. Es sollte allerdings strikt dafür sorgen, in der Zwischenzeit nicht sein Staatsvermögen und schon gar nicht seine Goldreserven zu verjubeln!

    • Der naechste Bitte. Sokrates hat für seine unreifen Aeusserungen auch die entsprechende Quittung bekommen.

      Die Wahrheit tut immer weh, aber langsam wird es Zeit dem Schrecken ein Ende zu bereiten. Finanztechnische Spitzfindigkeiten helfen hier nicht mehr weiter. Einmal Waschen, Schneiden, Legen bitte...

    • Zitat: „Wenn festgeschrieben wird, dass private Investoren künftig im Fall eines Staatsbankrotts an einem Schuldenschnitt beteiligt werden, birgt das sicherlich die Gefahr, dass Investoren kein Geld mehr geben“ -
      Ich könnte schreien vor Wut! Ja wer soll denn sonst haften!? Immer und immer wieder nur die Steuerzahler? Diese Ignoranz und Mafiamethodik der Verbrecherbande bestehend aus Politikern, der EU, der EZB und den Bankstern ist nicht mehr zum aushalten. Hoffentlich fliegt das ganze System bald auseinander, eine andere Möglichkeit, diese Bande zur Vernunft zu bringen, sehe ich leider nicht mehr.

    • Was der liebe Herr Lambrinidis uns hier als guter EU Freund verkauft, ist leider nur Propaganda und entspricht so nicht den Tatsachen.

      Die meisten Deutschen wollten keinen weiteren bailout fuer Griechenland, und die Griechen selbst wollten ihn auch nicht.

      Es sind nur die Banker und die inkompetenten oder korrupten Politiker unser beiden Laender die dies durchdruecken.

      Herr Lambrinidis ist ein Luegner, und natuerlich nicht der Einzige !

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