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Griechische Asylpolitik Amnesty kritisiert Gefährdung von Flüchtlingen

Amnesty International schildert in dramatischen Bildern die Situation von Flüchtlingen in Griechenland. Die Menschenrechtsorganisation hat den EU-Staat dafür scharf angegriffen. Auch der Fremdenhass nehme in dem Land permanent zu.
20.12.2012 - 14:30 Uhr Kommentieren
Mitarbeiter einer Suppenküche versorgen Flüchtlinge in der Nähe von Athen. Quelle: AFP

Mitarbeiter einer Suppenküche versorgen Flüchtlinge in der Nähe von Athen.

(Foto: AFP)

Athen Amnesty International hat scharfe Kritik an der griechischen Flüchtlingspolitik geäußert. Die Behandlung der Asylsuchenden durch die griechische Polizei gefährde Menschenleben, schrieb die Menschenrechtsgruppe am Donnerstag in einem Bericht. Die Bedingungen in den Haftzentren seien vielfach „unmenschlich“ und „erniedrigend“. „Die Situation heute in Griechenland ist absolut unwürdig des Friedensnobelpreises, der kürzlich der Europäischen Union verliehen wurde“, erklärte Regionaldirektor John Dalhuisen.

Selbst Flüchtlinge aus Kriegsgebieten wie Syrien würden am Grenzfluss Evros in die Türkei zurückgeschickt, schrieb Amnesty unter Berufung auf Berichte von Flüchtlingen. In einem Fall habe die griechische Polizei ein Schlauchboot mit Flüchtlingen in der Mitte des Flusses abgefangen, zurückgedrängt und schließlich aufgeschlitzt, so dass es gesunken sei. In einem anderen Fall sei eine Gruppe Flüchtlinge ohne Rettungswesten in Boote in Richtung der Türkei gesetzt worden. Bei ihrer Ankunft hätten 15 der 40 Menschen an Bord gefehlt.

Andere Migranten berichteten von extremen Schwierigkeiten beim Stellen von Asylanträgen. In Athen könne der Antrag nur an einem einzigen Tag gestellt werden. Schon Tage im Voraus würden sich lange Schlangen bilden. Da Griechenland nur eine kleine Zahl von Anträgen akzeptiere, bleibe der Rest als illegale Flüchtlinge Festnahme und Inhaftierung ausgesetzt. Zudem würden fremdenfeindliche Angriffe rechtsextremer Gruppen zunehmen, warnte Amnesty. Seit dem Sommer gebe es „fast täglich“ solche Übergriffe.

Das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen an Flüchtlingen in Griechenland grenze zunehmend an eine „humanitäre Krise“, erklärte Dalhuisen. „Vor dem Hintergrund zunehmenden Migrationsdrucks, einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise und wachsender Fremdenfeindlichkeit erweist sich der griechische Staat als unfähig, den Tausenden von Asylsuchenden und Migranten, die alljährlich ins Land kommen, auch nur ein Minimum an Sicherheit und Schutz zu gewähren.“

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