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Griechische Rentner „Merkel soll uns nicht noch mehr Euros wegnehmen“

Die griechischen Rentner haben Angst. Nicht vor der eigenen Regierung, sondern vor der deutschen Kanzlerin. Ein Besuch bei zwei älteren Damen in Athen.
32 Kommentare
Griechische Rentner protestieren gegen Reformen. Quelle: dpa

Griechische Rentner protestieren gegen Reformen.

(Foto: dpa)

AthenDie deutsche Kanzlerin solle ihnen nicht noch mehr Euros wegnehmen, da sind sich Elisabetha Koukoumelou (75) und Jakomina Pateraki (76) einig.

Noch können die beiden Schwestern recht gut von dem Geld leben, dass sie erhalten – trotz Angela Merkel. Mit 60 Jahren haben sie aufgehört, für die Papierfabrik ihres Bruders zu arbeiten. Immerhin 550 Euro monatlich bekommt jede von ihnen, abzüglich Wasser, Strom, Kleidung und Lebensmitteln bleibe ihnen aber nur selten ein kleines Taschengeld für die Enkel übrig.

Und es macht sie richtig wütend, dass sie seit Dezember vergangenen Jahres auf einen Teil ihrer Ansprüche komplett verzichten müssen: Denn seitdem ist ihre Rente von 14 Zahlungen jährlich auf zwölf geschrumpft. Ob das erst der Anfang war? „Wir leben mit der ständigen Unsicherheit. Irgendwann landen wir noch auf dem Niveau von Ländern wie Bulgarien“, empören sich die Frauen.

Dabei müssen sie sich noch nicht einmal um die Miete Sorgen machen. Sie leben schon seit vielen Jahren in Eigentumswohnungen in der Athener Innenstadt. Beide sind längst abbezahlt. Elisabetha Koukoumelou und Jakomina Pateraki schwelgen nicht im Luxus, aber sie wissen, dass es ihnen im Gegensatz zu vielen anderen ihrer Generation recht gut geht.

Zu verdanken haben sie das vor allem ihrem Bruder, der seine 150 Mitarbeiter von Beginn an vernünftig versichert habe, erzählen sie. Und überhaupt sei die Familie gerade im Alter sehr wichtig. „Wir müssen zusammen halten, uns gegenseitig helfen“, sagt die ältere der beiden. Im Grunde werfen sie ihre Renten jeden Monat in einen Topf und gucken, was sie sich davon leisten können.

Über die Bankangestellten, die in Ausnahmefällen schon mit 40 Jahren in Rente gehen können und dann nebenbei weiterarbeiten und abkassieren, regen sich die beiden Damen gerne auf. Sie wissen, dass man auf diese Weise ein Land kaputt macht – und verweisen darauf, dass sie selbst jahrzehntelang in die Rentenkasse eingezahlt haben: So seien sie heute zwar nur untere Mittelschicht, aber sie hätten sich eben auch nichts vorzuwerfen.

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32 Kommentare zu "Griechische Rentner: „Merkel soll uns nicht noch mehr Euros wegnehmen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Dass es Griechenland so schlecht geht sind die Griechen bzw. ihre Regierung selber Schuld. Das ist nicht schön, aber ein Fakt. Die grandiose Misswirtschaft ist nicht gerade ein Aushängeschild für ein Land, in dem eigentlich die Wiege der Demokratie steht. Der Euro ist das jedenfalls nicht Schuld.
    Leider ist es aber auch so, dass je länger man mißwirtschaftet desto schwerwiegender werden die Einschnitte um die Kurve noch zu kriegen.
    Weiterhin ist es auch so, dass derjenige der dann hilft möchte dass das zum Erfolg führt und somit Forderungen stellt. Versucht mal einen Kredit bei einer Bank zu kriegen, die sagen euch ganz genau was sie dafür sehen wollen. Trotzdem halte ich es für richtig und wichtig, dass Europa zusammen hält.
    Und so kommen wir zum Thema "böse Deutsche".
    Hier wurde der Marshall-Plan erwähnt. Ja, richtig - der hat dafür gesorgt, dass Deutschland nach 1945 wirtschaftlich auf die Beine kam. Aber scheinbar haben jene, die darauf verweisen, keine Ahnung davon wie hoch der Preis gewesen ist, den Deutschland dafür gezahlt hat. Jahrzehnte lang war Deutschland ein unselbstständiges, besetztes Land. Politik durfte nur mit dem Willen der Siegermächte gemacht werden. Ohne den jeweiligen "Segen" der Siegermächte durfte ein deutscher Kanzler nicht mal einen Furz lassen. Eine Scheindemokratie war Deutschland. Amerikaner, Briten, Franzosen waren nicht wegen der schönen Landschaft oder den bösen Russen hier.
    Griechische Verweise auf die Zeit 1933-1945 sind einfach unterirdisch. Keiner will Griechenland anektieren o.ä..
    Deutschland leistet den größten Teil zur Rettung Griechenlands. Ich finde das auch gut so. Die deutsche Wirtschaft "brummt" derzeit und aus großer Kraft folgt große Verantwortung. Ich gestehe aber zu, dass die Äußerungen einzelner Politiker (z.B. Schäuble) eine Unverschämtheit waren. Das würde ich mir auch verbitten. Ich denke Deutschland hätte ein kleines Danke verdient, auch wenn wir noch nicht übern Berg sind. MfG Fafnir

  • Liebe Leute,

    das griechische Volk zählt 10 Mio Bürger. Es ist echt Schade, dass Europa da endet wo es um Geld geht. Ich habe immer gedacht wir sind alle Europäer und halten zusammen. Leider ist es wohl nicht so. Vergesst nicht die ehemalige DDR hatte ca. 20 Mio Bürger. Ohne westliche Hilfen wäre die ehemalige DDR nicht so weit wie heute. Damals hat sich niemand darüber beschwert. Was macht es den Leuten so schwierig Solidarität mit Griechenland zu zeigen. Niemand verlangt, dass nicht alte Zöpfe abgeschnitten werden, aber meiner Meinung nach kommt es auf das Maß an. Die meisten hier können sich kein Bild darüber machen, wie groß die Einschnitte in Griechenland bisher waren. Die Wirtschaft ist abgewürgt worden. Das ist meiner Meinung nach kontraproduktiv. Ebenfalls kontraproduktiv sind die superideen der deutschen Politiker Griechenland mit Photovoltaik und Windanlagen zuzupflastern. Das schafft keine Arbeitsplätze für die Griechen sondern nur für die Deutschen. Das Deutsche Volk vergisst leider seine Vergangenheit. Ohne Hilfe der Alleirten wäre in Deutschland die Entwicklung gar nicht möglich gewesen. Vielleicht wäre es für Deutschland doch besser gewesen ein Agrarstaat zu werden. Vielleicht wäre dann die soziale Verantwortung eine andere. Im Übrigen die deutschen Politiker Versuchen in Griechenland das Schlimmste zu verhindern, damit nicht die deutsche Wirtschaft mit in den Strudel gezogen wird und aus keinem anderen Grund.

  • Deutschland kann sich nicht leisten, wie Griechenland!

    Eine Frau wurde im Krankenhaus unfallbedingt erstversorgt, genäht und noch 2 Tage später nachversorgt.
    Übrigens eine erstklassige ärztliche Versorgung in einem älteren Krankenhaus. Auf Angebot der Patientin wurde abgelehnt ein Auslandskrankenschein oder auch jegliche Zahlung. Es war alles kostenlos. Die Frau hätte sogar ihre Kosten von der Privaten Versicherung rückerstattet bekommen. Reiches Griechenland oder mangelhafte Bürokratie, das ist hier die Frage?

  • 550 Euro Rente sind nicht viel wenn man 35 Jahre dafür gearbeitet hat.
    Aber wenn die Mädels nur 10 jahre dafür gearbeitet haben dann ist das eine ganze Menge.
    Warum wurde danach nicht gefragt?

  • Vielleicht hätte jemand fragen sollen wie lange die Mädels überhaupt gearbeitet haben um eine Rente in dieser Höhe zu bekommen. Es ist nämlich ein Unterschied ob man 10 oder 35 Jahre gearbeitet hat.
    Liebe Handelsblatt Redaktion,- wenn schon rescherschieren, dann richtig

  • Wieso tut Ihnen der "kleine Mann" in GR leid? Es waren, wie sie selbst gut darstellen, nicht ein paar Reiche, die den Rest der Bevölkerung ausgebeutet haben, sondern ca. 50% der Bevölkerung haben die anderen ausgebeutet. Und bei den Schuldigen handelt es sich um die Staatsmitarbeiter und Politiker! Leid tun mir die paar Slebsstädigen und Kleinunternehmer - aber die sollen ja nach den üblichen Märchen massiv Steuern hinterzogen haben. Nur komisch, das GR bei so viel angeblicher Steuerhinterziehung 2010 immerhin Steuereinnahmen von über 40% des BIP hatte - also so viel Steuereinnahmen wie D bezogen auf das BIP.

  • Was soll man denn überhaupt dazu sagen ?
    Rente zwischen 40 und 50 Jahren, Prämie, wenn man pünktlich
    auf der Arbeit erscheint, in jeder zweiten Familie ein
    Beamter, Handwaschprämie oder Prämie für Zugführer, die
    pünktlich am Ziel ankommen, 14 Monatsgehälter, 14 Renten-
    bezüge pro Jahr, Neubauten ohne Genehmigung, fehlendes
    Grundbuchkataster, fehlende Prüfung der Einkommen bei
    Großverdienern, Steuerhinterziehung, Korruption von Beamten, Behörden und Ärzten, was soll man denn überhaupt
    zu alledem sagen ? Mir tun die Griechen leid, weil der
    kleine Mann jetzt unter der Unfähigkeit der Legislative
    leiden muß.

  • Na, dann verstehen sich Draghi und Asmussen auf Anhieb.

  • Eichel, Eichel hieß der Mann und er hatte das Parteibuch der SPD. Falls die Information verschütt gegangen sein soll.

  • Wer nimmt hier wem etwas weg?

    Wenn Merkel hier jemandem etwas wegnimmt, dann ist es den deutschen Rentnern und Vorsorgern. Den deutschen Rentnern, nicht den Pensionären wird weg genommen.

    Das riecht ganz nach der Prozedur bei der Wiedervereinigung als die Rentenkasse der westdeutschen Rentner zur Finanzierung der deutschen Einheit geplündert wurden. Die Penisonäre - im Zweifel als die Altersversorgung der Politiker, hier der Entscheider -, bleiben außen vor.

    So sind sie!

    Zum Thema zurück:
    Wenn Merkel oder genauer Deutschland Geld an Griechenland überweist, dann gibt Deutschland den griechischen Rentnern. Von "nehmen" kann da keine Spur sein.

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